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	<title>baranek &#124; online &#124; publishing &#187; Textarchiv</title>
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		<title>Carsharing: Ich habe 195 Autos</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 10:50:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Carsharing wird in Deutschland immer beliebter. Die Teilnehmerzahlen steigen und die der Anbieter auch. Neben den seit einigen Jahren in großen Städten bestehenden lokalen Organisationen sehen jetzt auch klassische Mobilitätsanbieter Chancen in dem Markt für Fahrzeuge zur kurzfristigen Ausleihe. Die Bahn (Flinkster) oder auch Daimler (Car2Go) setzen auf eine wachsende Kundschaft, die nur sporadisch ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Carsharing wird in Deutschland immer beliebter. Die Teilnehmerzahlen steigen und die der Anbieter auch. Neben den seit einigen Jahren in großen Städten bestehenden lokalen Organisationen sehen jetzt auch klassische Mobilitätsanbieter Chancen in dem Markt für Fahrzeuge zur kurzfristigen Ausleihe. Die Bahn (Flinkster) oder auch Daimler (Car2Go) setzen auf eine wachsende Kundschaft, die nur sporadisch ein Auto benötigt. Online-Redakteur Dirk Baranek ist seit vielen Jahren Nutzer von Carsharing und berichtet im Folgenden von seinen Erfahrungen.</p>
<p><strong>Ich habe kein Auto</strong></p>
<p>&#8220;Ich habe kein Auto sondern 195.&#8221; Das ist meine zugegeben etwas mürrisch wirkende Standardantwort auf die Frage, ob ich eigentlich ein Auto besitze. Ist nicht so gemeint, löst aber beim Fragesteller zumeist ein lächelndes Stirnrunzeln aus, denn dass ich nicht so viele Fahrzeuge in der Garagenhalle stehen habe, versteht sich von selbst. So muss ich regelmäßig etwas weiter ausholen, um zu erklären, was ich damit meine.</p>
<p><strong>Das Mobilitätsbudget</strong></p>
<p>Zunächst mal lebe ich mit dem fast luxuriösen Umstand, dass wir in der Familie kein täglich nutzbares Automobil benötigen. Wir wohnen zentral und Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplatz und Schule sind zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. </p>
<p>Aber ganz ohne fahrbaren Untersatz geht es dann doch nicht. Ein Außentermin bei einem Kunden, Einkäufe im Möbelhaus auf der grünen Wiese oder der Besuch der Schwiegermutter im Dorf südlich von Frankfurt &#8211; das ist alles ohne Auto arg umständlich. In solchen Situationen greifen wir auf Fahrzeuge unseres Carsharing-Anbieters zurück, die manchmal auch preisgünstiger sind als der ÖPNV.</p>
<p>Bei jeder geplanten Transportleistung steht daher die Frage im Raum: Wer ist der günstigste Anbieter? Geht es besser mit der Bahn, mit dem Fahrrad, zu Fuß, der U- oder S-Bahn, dem Taxi, dem Carsharing, einem Mietwagen oder per Flugzeug? Natürlich immer in Abhängigkeit der äußeren Umstände. Konkret: Einen Kunden im 15 Kilometer entfernten Industriegebiet zu besuchen, ließe sich mit ÖPNV auch machen, dauert aber bestimmt dreimal so lange. Außerdem regnet es gerade und die Mehrkosten von vier Euro sind vertretbar.</p>
<p>Ein Energiespareffekt hat das Ganze natürlich ebenfalls, da wir öfter auf den ÖPNV zurückgreifen, als wenn wir ein Auto besitzen würden. Hier kommt die einfache Tatsache zum tragen, dass ein Auto auch kostet, wenn es nicht benutzt wird. Wenn sich also ein Autobesitzer für den ÖPNV entscheidet, zahlt er sowohl für die Fahrkarte, als auch für sein Auto. Unser Mobilitätsbudget hingegen wird weniger belastet.</p>
<p><strong>Die Unterschiede zum Mietwagen</strong></p>
<p>Carsharing unterscheidet sich von der bekannten Dienstleistung des Mietwagens in einigen wichtigen Punkten. So muss man zum Beispiel Mitglied beim Carsharing-Anbieter werden. Ohne diese Anmeldung kann man auf dessen Angebote nicht zurückgreifen. Die Mitgliedschaft kostet eine geringe Jahresgebühr. Dafür wird man mit einer Chipkarte ausgerüstet. Jetzt kann man Fahrzeuge buchen. Entweder per Service-Telefon oder am heimischen Rechner muss im Voraus festgelegt werden, welches noch nicht von anderen Nutzern gebuchte Fahrzeug an welchem Standort man für einen bestimmten Zeitraum nutzen möchte. Im Unterschied zum Mietwagen können die Fahrzeuge stundenweise gebucht werden, ein erheblicher Kostenvorteil. Allerdings muss das Auto immer wieder an den Standort zurückgebracht werden, an dem es ausgeliehen wurde. </p>
<p><strong>Immer das passende Auto</strong></p>
<p>Insgesamt verfügt mein Carsharing-Anbieter über 195 Fahrzeuge an 73 Stationen im Stadtgebiet Stuttgart. Eine große Station befindet sich dreihundert Meter von unserer Wohnung entfernt. Dort können wir Fahrzeuge in vier Typenklassen mieten. Vom Kleinwagen, über Mittelklasse-Limousinen bis zum Transporter ist alles dabei. Je nach Art der Fahrt kann man also das passende Fahrzeug auswählen und wieder Geld und Energie sparen, denn die Autos kosten je nach Größe unterschiedlich.</p>
<p><strong>Kosten: Zeit- und Entfernungstarif</strong></p>
<p>Die Kosten für die Ausleihe werden von verschiedenen Faktoren bestimmt: der Fahrzeugklasse, der gebuchten Zeit und der zurückgelegten Entfernung.</p>
<p>Zunächst gibt es einen Stundentarif. Dabei wird die im Voraus gebuchte Zeit berechnet. Je nach Fahrzeugtyp fallen 1,30 bis 3,70 Euro pro Stunde an. Es gibt Rabatte für komplette Tages- und Wochenbuchungen. </p>
<p>Der zweite Kostenfaktor sind die tatsächlich gefahrenen Kilometer. Ein Kilometer kostet brutto zwischen 18 und 29 Cent &#8211; allerdings inklusive der Benzinkosten! Die Kilometer werden anhand eines Fahrtenbuchs abgerechnet, das sich im Fahrzeug befindet und in dem man nach Abschluss der Fahrt die entsprechenden Eintragungen vornimmt. Einmal im Monat kommt eine schriftliche Rechnung mit Aufstellung aller Fahrten.</p>
<p>Wenn man die Fahrten kalkuliert, ergeben sich teilweise Beträge, die auf den ersten Blick etwas hoch erscheinen. Zwei Beispiele. Drei Stunden Ausleihe eines Kleinwagen, mit dem man dann 30 Kilometer fährt, kostet 9,30 Euro. Der Tagesausflug zur Schwiegermutter mit der Limousine &#8211; 400 Kilometer in zehn Stunden &#8211; verursacht Kosten von immerhin 118 Euro. </p>
<p>Bevor man hier allerdings zurückzuckt, sollte man sich vergegenwärtigen, wie hoch die Kosten sind, die man als Autobesitzer trägt, ohne auch nur einen einzigen Kilometer gefahren zu haben. Ein Beitrag von jährlich 3.000 Euro für Abschreibung, Steuern und Versicherung ist sicherlich nicht zu niedrig angesetzt. Dazu kommen je nach Fahrleistung die Kosten für den Kraftstoff und eventuell für Instandhaltung. Das Mobilitätsbudget eines normalen Autobesitzers liegt also bei vier- bis fünftausend Euro im Jahr &#8211; die Fahrten zur Arbeit noch gar eingerechnet. Bis wir das für Carsharing ausgeben, da können wir einiges verfahren &#8230;</p>
<p><strong>Und bequem ist es auch&#8230;</strong></p>
<p>Neben der Kostenfrage gibt es noch ein paar Dinge, die Carsharing wirklich angenehm machen. Man hat einfach kein Auto mehr, um das man sich kümmern muss. Die Sorge um Parkplatz, Pflege und Werkstattkram entfallen komplett. Bei  Carsharing stehen uns stets neuwertige Mittelklasse-Modelle zur Verfügung, die immer perfekt gewartet und meistens sauber sind. Vorab buchen, aus dem Standort-Tresor mit der Chipkarte den Schlüssel entnehmen, losfahren &#8211; so einfach ist Carsharing. Und wer hätte nicht gerne Zugriff auf 193 Autos, für jeden Anlass das passende?</p>
<p><img src="http://dirk-baranek.de/wp-content/uploads/2010/06/screen-capture.jpg" alt="Stadtmobilautos" title="Stadtmobilautos" width="540" height="358" class="aligncenter size-full wp-image-892" /></p>
<p>Foto: Parkplatz eines Stuttgarter Carsharing-Anbieters: Ein Teil meiner 195 Autos.</p>
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		<title>Demokratie 2.0: Web mit Fallstricken</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 19:56:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Politik drängt ins Internet, aber muss hierzulande noch viel lernen und eine neue politische Kultur entwickeln Die neuen Internetmedien erfahren rasante Zuwächse. Angesichts der bevorstehenden Wahlkämpfe fragen sich die Parteien, wie sie diese Angebote für ihre Zwecke einsetzen können. Obama hat es vorgemacht, aber einfach wird es nicht, wie auf einer Veranstaltung vorgestern klar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong><em>Die Politik drängt ins Internet, aber muss hierzulande noch viel lernen und eine neue politische Kultur entwickeln</em></strong></p>
<p><em>Die neuen Internetmedien erfahren rasante Zuwächse. Angesichts der bevorstehenden Wahlkämpfe fragen sich die Parteien, wie sie diese Angebote für ihre Zwecke einsetzen können. Obama hat es vorgemacht, aber einfach wird es nicht, wie auf einer Veranstaltung vorgestern klar wurde.</em></p>
<p>Von Dirk Baranek</p>
<p>Welche Konsequenzen ziehen deutsche Politiker angesichts der in diesem Jahr anstehenden Wahlkämpfe aus den Erfolgen, die der US-Präsident Obama bei seiner Kampagne erzielen konnte? Das sollte eine Veranstaltung unter dem Titel Demokratie 2.0 klären, zu der zwei Stuttgart PR-Agenturen Mittwoch Abend eingeladen hatten. Denn, das machte der Hohenheimer Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneiderin in seinem Vortrag klar, ein wesentlicher Faktor des Wahlkampfs von Obama war der massive Einsatz der neuen Internettechnologien. </p>
<p>Vor allem die als Web 2.0 bezeichneten, auf starken Dialog mit dem einzelnen Wähler ausgerichteten Plattformen trugen wesentlich zu einer optimalen Orchestrierung aller Kommunikationskanäle bei. Es war der richtige Mix aus Themensetzung, der Schaffung suggestiver Bilder und dem Einsatz der richtigen Mittel, die Obama quasi aus dem Nichts in das Weiße Haus brachten. Das Internet sieht Brettschneider dabei eher als zwar wichtigen, aber noch nicht allein entscheidenden Faktor. Zu groß ist nach wie vor die Bedeutung der traditionellen Massenmedien. </p>
<p>Bezogen auf die deutsche Politikerzunft sah der Hohenheimer Professor bisher nur &#8220;gut gemeinte Versuche&#8221;, aber dies bezog er ausschließlich auf den Anspruch, mit bestimmten Bildern etwas Sympathie für die eigene Person zu erzeugen. Dabei seien viele Fehler gemacht worden, wie zum Beispiel der ewig lächelnde FDP-Chef, der das Image eines Luftikus einfach nicht mehr los werde. &#8220;Die Wähler sind eben nicht so dumm, wie manche glauben. Die Frisur alleine ist nicht das entscheidende,&#8221; so Brettschneider. </p>
<p>Ob das Internet, in dem viele Politiker das Wahlkampfinstrument schlechthin sehen, in der Zukunft wirklich entscheidend dazu beiträgt, den Wählern die wichtigen Botschaften beizubringen, blieb an dem Abend unklar. Noch gibt es viele Fallstricke bei der Benutzung dieser neuen Techniken. Schwerer wiegt aber, dass viele Akteure in den Parteien noch nicht wirklich bereit sind, in den offenen Dialog mit den Wählern zu treten und die Einbahnstraßenkommunikation zu verlassen. Denn mit einer einfachen Homepage ist heute nicht getan. </p>
<p>Kommunikation in den sozialen Onlinenetzwerken aber will gelernt sein, wie Bernhard Jodeleit, Kommunikationsberater bei der Agentur Sympra, an Hand des neuen Dienstes Twitter ausführte. Bevor man hier glaubwürdig agieren könne, müsse man erstmal zuhören, wie die Nutzer dort ticken. Das falle noch manchem schwer und viele unterschätzten auch den zeitlichen Aufwand. </p>
<p>Bei der anschließenden Diskussion schilderte auch Daniel Mouratidis, Landesvorsitzender der Grünen, seine Erfahrungen. Bei seinem letzen Wahlkampf in Backnang habe er sich bewusst gegen &#8220;Veranstaltungen im Hinterzimmer&#8221; entschieden und stattdessen Diskussionen im Internet angeregt. Mit dem Ergebnis zeigte er sich recht zufrieden und er habe mit Sicherheit mehr Menschen damit erreicht. </p>
<p><em>[Der Artikel ist in redigierter Fassung am 27. März 2009 im Lokalteil der Stuttgarter Zeitung erschienen.]</em></p>
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		<title>Der Kompass fehlt</title>
		<link>http://dirk-baranek.de/textarchiv/der-kompass-fehlt/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Mar 2009 17:03:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer Podiumsdiskussion mit dem katholischen Bischof Fürst ist über die Basis der Zivilcourage Kann der Widerstand im Nationalsozialismus ein Beispiel sein für Zivilcourage in der Gegenwart? Über diese Frage diskutierte auf einem Geschichtstag der katholischen Kirche unter anderem deren Bischof Gebhard Fürst. Fazit der Teilnehmer: Die pluralistische Gesellschaft mit ihrer Informationsflut, ihrer Komplexität und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>In einer Podiumsdiskussion mit dem katholischen Bischof Fürst ist über die Basis der Zivilcourage</em></p>
<p>Kann der Widerstand im Nationalsozialismus ein Beispiel sein für Zivilcourage in der Gegenwart? Über diese Frage diskutierte auf einem Geschichtstag der katholischen Kirche unter anderem deren Bischof Gebhard Fürst. Fazit der Teilnehmer: Die pluralistische Gesellschaft mit ihrer Informationsflut, ihrer Komplexität und Werteverlust macht es den Menschen nicht einfacher.</p>
<p>Von Dirk Baranek</p>
<p>Was bedeutet Zivilcourage heute? Über dieses Thema hat sich am Samstag die katholische Kirche in Form einer Podiumsdiskussion Gedanken macht. Neben dem Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst nahmen daran Alfred Geisel vom Verein Gegen Vergessen &#8211; Für Demokratie und Peter Steinbach von der Forschungsstelle Widerstand gegen den Nationalsozialismus im deutschen Südwesten teil. Die Veranstaltung war Teil eines Geschichtstages aus Anlass des 60. Todestages des ehemaligen Bischofs Joannes Baptista Sproll, der sich 1938 geweigert hatte, an der Reichstagswahl und der damit verbundenen Abstimmung über den „Anschluss“ von Österreich an das Deutsche Reich teilzunehmen. Dieser Akt von Zivilcourage kostete ihn sein Amt, das er erst nach dem Krieg wieder einnehmen konnte.</p>
<p>Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass die Katastrophe des Nationalsozialismus unter anderem deshalb geschehen konnte, weil zu wenige Menschen den Mut aufbrachten, gegen die drohende Gefahr Widerstand zu leisten. Allerdings, so gab Peter Steinbach zu bedenken, sei es aber neben dem persönlichen Mut auch Voraussetzung für eine solchen Schritt, überhaupt zu erkennen, dass die Mehrheitsgesellschaft sich auf einem falschen Weg befinde. Man müsse sich dann in den Gegensatz zu seinen Mitmenschen setzen, was ohne grundlegendes Wertesystem, an dem die Geschehnisse der Zeit gemessen werden, nicht möglich sei.</p>
<p>Gerade dieses Wertesystem vermisste Gebhard Fürst in der aktuellen Gegenwart, wobei man aber auch sehen müsse, dass in der heutigen Zeit Zivilcourage angesichts der freiheitlichen Demokratie und der soweit vorhandenen sozialen Gerechtigkeit weit weniger notwendig sei. Außerdem brauche man angesichts der komplexen Zusammenhänge ein enormes Maß an Sachverstand, um überhaupt zu einem ausgewogenen Urteil kommen zu können. Zwar sei durch die Möglichkeiten des Internet der globale Zugriff auf eine riesige Menge an Informationen möglich geworden, aber diese seien nicht konsistent. Die Fülle trage eher zur Verwirrung bei. &#8220;Das ist das große Dilemma unserer Zeit,&#8221; sagte Fürst. Viele Menschen fühlten sich daher überfordert und wollten sich zurücklehnen, um die angenehmen Seiten der &#8220;Wohlfühldemokratie&#8221; zu genießen. Als Beispiel nannte Fürst sehr aufschlussreiche Vorträge auf der Deutschen Bischofskonferenz letzte Woche. Dort hätten Finanzexperten erläutert, dass es in der Wirtschaft durchaus das Gesetz der produktiven Zerstörung gebe. Nicht erhaltenswerte Unternehmen müssten danach untergehen, um die Zukunftsfähigkeit des Systems zu erhalten. &#8220;Aber soll sich jetzt ein Bischof vor die Opelaner stellen und ihnen mitteilen, ihre Werke müssten geschlossen werden, damit die Wirtschaft insgesamt weiterleben könne?&#8221; Die fast entsetzte Reaktion des Publikum zeigte, dass er mit diesem Zweifel wohl im Einklang mit den Menschen steht.</p>
<p>Auch Peter Steinbach führte die aktuelle Krise in der Finanzwelt an, um den bedauernswerten Hang der Menschen zu illustrieren, Verantwortung abzugeben und sich bequem zurückzulehnen. &#8220;Wir leisten uns Experten, um nicht selbst Verantwortung zu übernehmen,&#8221; sagte. Diese hätten allerdings versagt, was bei ihm allerdings so viel Mitleid auslöse, wie gegenüber einem Lottospieler, der immer nur verliere. Als weiteres Thema, bei dem der Informationsmangel die Urteilsfähgkeit der Menschen trübe, führte Gebhard Fürst die Einstellungen gegenüber Flüchtlingen und Asylanten an. Er habe oft erlebt, dass sich zum Beispiel in Fällen, in denen bei drohenden Abschiebungen das Kirchenasyl als letzte Maßnahme ergriffe werde, die wahren Motivationen der Flüchtlinge nicht zur Kenntnis genommen werden. &#8220;Wir werden dann als irgendwelche Gutmenschen bezeichnet, dabei wissen wir oft mehr über das wahre Schicksal dieser Menschen,&#8221; sagte Fürst. Durch das weltweite Netz der Kirche sei er oft viel besser informiert über die tatsächlichen Umstände. Über ähnliche Erfahrungen berichtete Alfred Geisel. Er sei während seiner Tätigkeit als Abgeordneter im Landtag drei Mal in Burundi gewesen. Die dortigen Zustände seien nur dann im Fokus der Öffentlichkeit, wenn die in wirtschaftlichen Zusammenhängen diskutiert werden.</p>
<p>Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es darauf ankomme, gerade jungen Menschen einen moralischen Kompass zu vermitteln, um selbst die Wirklichkeit beurteilen zu können. Hier seien die Familien, aber auch Schulen und Vereine gefragt. In diesem Zusammenhang nahm Gebhard Fürst zur aktuellen Diskussion in Berlin Stellung, wo die Wiedereinführung des Religionsunterrichts diskutiert wird. &#8220;Wir möchten den Religionsunterricht, um eine Werteorientierung in das demokratische Gemeinwesen einzuspeisen.&#8221;</p>
<p><em>(Artikel für die Stuttgarter Zeitung / Lokalteil)</em></p>
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		</item>
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		<title>Stuttgart zwitschert</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 09:41:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[[Artikel für das Stuttgarter Stadtmagazin LIFT, Dezember 2008, nie erschienen] Der Onlinedienst Twitter macht in den letzten Monaten Furore. In Stuttgart berichten etwa 1.000 Nutzer aus ihrem Alltag. Es ist halb neun, die Sonne geht auf in Twitterland. &#8220;Wunderschönen guten Morgen&#8221;, schreibt Webstyler, was jeder lesen kann, der die kurzen Nachrichten der IT-Spezialistin aus dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>[Artikel für das Stuttgarter Stadtmagazin LIFT, Dezember 2008, nie erschienen]</em></p>
<p><strong>Der Onlinedienst Twitter macht in den letzten Monaten Furore. In Stuttgart berichten etwa 1.000 Nutzer aus ihrem Alltag.</strong></p>
<p>Es ist halb neun, die Sonne geht auf in Twitterland. &#8220;Wunderschönen guten Morgen&#8221;, schreibt Webstyler, was jeder lesen kann, der die kurzen Nachrichten der IT-Spezialistin aus dem Westen abonniert hat. Denn auf Twitter entscheidet jeder Nutzer selbst, wessen veröffentlichte Infos, Gedanken, Kommentare und Absurditäten man liest. Twitter gibt es seit zwei Jahren, kommt aus den USA und ist der aktuell am schnellsten wachsende Webdienst weltweit.</p>
<p><span id="more-421"></span></p>
<p>Sinn und Zweck des ganzen ist das Verfassen von Nachrichten und Statusmeldungen aus dem Alltag. Auf Deutsch bedeutet der Name &#8220;Zwitschern&#8221;, vielleicht mit ein Grund, weshalb die kritischen Stimmen nicht verstummen wollen, die Informationen über das Leben ihnen zunächst unbekannter Mitmenschen für belanglose Zeitverschwendung halten. Dabei sind die Texte gezwungenermaßen kurz, denn mehr als 140 Zeichen kann man pro &#8220;Tweet&#8221; nicht absetzen. Trotzdem nutzen immer mehr Menschen nutzen das kommunikative Potenzial, das sich inzwischen entwickelt hat.</p>
<p>Auch in Stuttgart gibt es eine wachsende Gemeinde. Etwa 1.000 mögen angemeldet sein, aber längst nicht alle sind aktiv. Einer der aktivsten und mit der größten Anzahl an &#8220;Followern&#8221;, also anderen Twitter-Nutzern die seine Nachrichten abonniert haben, ist Mathias Zellmer. Unter @zellmi berichtet der Schwaikheimer aus seinem Leben als Webkonzeptioner bei der Stuttgarter Agentur Seitenblick. &#8220;Den Machern ist es gelungen, einen virtuellen Treffpunkt zu schaffen,&#8221; sagt er. Dass dieser sich recht häufig in einen tatsächlichen verwandelt, kann man immer wieder verfolgen, wenn sich mittags diverse Twitterer zum Lunch in der City verabreden. </p>
<p>Ein Vorteil von Twitter: man kann auch mit dem Handy veröffentlichen und frisch geschossene Fotos in den Nachrichtenstrom einfügen. Nur zwei Beispiele für die Möglichkeiten des offenen Systems von Twitter, das es einer Vielzahl von Anbietern erlaubt, auf die dort vorrätigen Daten zuzugreifen und neue Anwendungen dafür zu programmieren &#8211; zumeist werbefrei und kostenlos sowieso. Durch diese Umstände ist Twitter zur Nachrichtenmaschine der Bloggerwelt geworden, global und lokal. Dort waren Minuten nach den ersten Schusswechseln in Mumbai Augenzeugenberichte von den Anschlägen zu lesen, die sich dann rasend schnell verbreitet haben, weil der Grad der Vernetzung hoch ist. Blogger, IT-Freiberufler und Internetberater waren die ersten Nutzer, inzwischen immer mehr Kulturmacher, Webschaffer, PR-Leute und nicht zuletzt Politiker. Barack Obama ist bis dato der größte Twitterer überhaupt mit fast 150.000 Followern. Auch lokale Netzaktivisten wollen das Potenzial nutzen. Wichtigster Onlineberater der hiesigen Grünen ist Henning Schürig. Der Student und Beisitzer im Landesvorstand twittert den auch ab und zu live von Parteitagen oder  politischen Veranstaltungen. &#8220;Das bringt die Politik irgendwie auch näher an die Menschen heran,&#8221; sagt er. </p>
<p>Es ist eben die Mischung aus persönlichen und beruflichen nachrichten, die den besonderen Reiz ausmacht. Man scheint den Menschen über die Schultern zu schauen und entwickelt eine Art Gemeinschaftsgefühl. Aber wo ist die Grenze der öffentlichen Zurschaustellung? &#8220;Anstößiges oder zu Privates hat dort nichts zu suchen und dass ich pinkeln gehe, muss auch keiner wissen,&#8221; sagt zum Beispiel die Grafikerin Rozana Vrandecic. Dafür schreibt sie dann, dass der neue Woody-Allen-Film bei ihr acht von zehn Punkten kriegt oder &#8220;Geht jetzt Sachen packen für ihr Wochenende. Schön Veggie-House mit Soja-Gulasch&#8230;&#8221;.</p>
<p>Um den lokalen Aspekt noch mehr zu betonen, denn die vermutete Relevanz der Nachrichten steigt ja unter der Annahme, dass der unbekannte Schreiber in der Nähe wohnt, gibt es Stuttgarttweets. Das ist so etwas wie ein automatischer Verbreitungsdienst für Tweets aus der Stadt. Geschaffen haben den Oliver Gassner und Harald Amelung. Gassner ist Kommunikationsberater mit Sitz in Vaihingen/Enz und wahrscheinlich die bekannteste Figur der hiesigen Blogosphäre. &#8220;Ich mag es, wenn Leute Twitter wie einen Miniblog benutzen und nicht nur als Laberecke über nichts,&#8221; sagt er. Der Programmierer und Neu-Stuttgarter Amelung schätzt die Möglichkeit, sich hier einen Bekanntenkreis aufzubauen. &#8220;Dank Twitter habe ich viele Stuttgarter kennengelernt,&#8221; berichtet er. </p>
<p> </p>
<p><strong>Die wichtigsten Twitterer der Stadt</strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;"><a href="http://twitter.com/oliverg" target="_blank">oliverg</a><br />
Oliver Gassner twittert auf englisch über neue Web2.0-Entwicklungen</span></strong></p>
<p><a href="http://twitter.com/frogpond" target="_blank">frogpond</a><br />
Martin Koser berichtet aus seinem Berufsalltag als Web-Unternehmensberater </p>
<p><a href="http://twitter.com/zellmi" target="_blank">zellmi</a><br />
Kuchen backen, Webfundstücke oder auf dem Weihnachtsmarkt mit Matthias Zellmer </p>
<p><a href="http://twitter.com/baranek">baranek</a><br />
Ja, der Autor ist auch dabei &#8230;</p>
<p><a href="http://twitter.com/Zettt" target="_blank">Zettt</a><br />
Digitale Musik, Podcasting, Alltag in Hegnach und Stuggitown</p>
<p><a href="http://twitter.com/webstyler" target="_blank">webstyler</a><br />
Alexa ist IT-Consultant</p>
<p><a href="http://twitter.com/heileribke" target="_blank">heileribke</a><br />
Heike macht eine Ausbildung zur Logopädin und Omnisophistin</p>
<p><a href="http://twitter.com/jantheofel" target="_blank">jantheofe</a>l<br />
Food und Kochen und IT</p>
<p><a href="http://twitter.com/corneliushummel" target="_self">corneliushummel</a><br />
Bourgeois Bohemian</p>
<p><a href="http://twitter.com/hensch" target="_blank">hensch</a><br />
Grüne Politik und Studialltag</p>
<p><a href="http://twitter.com/jodeleit" target="_blank">jodeleit</a><br />
PR-Profi</p>
<p><a href="http://twitter.com/sympatexter" target="_blank">sympatexter</a><br />
Wortkunststücke aus dem Leben einer Werbetexterin</p>
<p><a href="http://twitter.com/jokerine" target="_blank">jokerine</a><br />
Aus dem Alltag einer Chemiestudentin </p>
<p><strong>Weitere empfehlenswerte</strong>: <a href="http://twitter.com/ha75" target="_blank">ha75</a>, <a href="http://twtter.com/zuckerbaeckerin" target="_blank">zuckerbaeckerin</a>, <a href="http://twitter.com/dentaku" target="_blank">dentaku</a>, <a href="http://twitter.com/imbild" target="_blank">imbild</a>, <a href="http://twitter.com/andreasg" target="_blank">andreasg</a>, <a href="http://twitter.com/_teecee" target="_blank">_teecee</a></p>
<p>Wer eine <strong>Hitliste mit Stuttgarter Twitterern</strong> sehen möchte klickt hier: <a href="http://twitter.grader.com/index.php?Action=TwitterUsersByLocation&amp;Location=Stuttgart%2C+Germany" target="_blank">Twittergrader</a></p>
<p> </p>
<p><em><br />
</em></p>
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		</item>
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		<title>Neues Quartier für alle Generationen</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Mar 2009 16:56:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Cannstatter Innenstadt hat der Bau für das Projekt SeelbergWohnen begonnen Mit einem Spatenstich haben gestern Stadt, Bauherr und Architekten den Baubeginn für ein neues Wohnquartier auf dem Gelände der ehemaligen Strickwarenfabrik Terrot markiert. Das Projekt zeichnet sich durch die Verbindung von Wohnungen und sozialen Einrichtungen aus. Von Dirk Baranek Mit einem Spatenstich von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>In der Cannstatter Innenstadt hat der Bau für das Projekt SeelbergWohnen begonnen</em></p>
<p>Mit einem Spatenstich haben gestern Stadt, Bauherr und Architekten den Baubeginn für ein neues Wohnquartier auf dem Gelände der ehemaligen Strickwarenfabrik Terrot markiert. Das Projekt zeichnet sich durch die Verbindung von Wohnungen und sozialen Einrichtungen aus.</p>
<p>Von Dirk Baranek</p>
<p>Mit einem Spatenstich von Bürgermeister Föll und den beteiligten Bauherren und Architekten wurde gestern in der Cannstatter Innenstadt der Baubeginn für ein ganz neues Stadtquartier markiert. In dem Carree Wildunger und Kreuznacher Straße entstehen bis Ende 2011 in zwei Bauabschnitten 76 Eigentumswohnungen, 23 betreute Seniorenwohnungen und ein Mehrgenerationenzentrum mit einer Kindertagesstätte und einem Altenpflegeheim. Etwa 45 Millionen Euro werden von dem Siedlungswerk im &#8220;SeelbergWohnen&#8221; genannten Quartier investiert. Da auch die Stadt unter anderem durch die Einbringung eines Grundstücks beteiligt ist, werden die auf vier Häuser verteilten Stadtwohnungen zu einem Drittel nach sozialen Kriterien vergeben und komplett barrierefrei errichtet.</p>
<p>&#8220;Heute ist mit dem Baubeginn für dieses bedeutende Quartier ein besonders guter Tag für Cannstatt und Stuttgart,&#8221; sagte denn auch Bürgermeister Föll. Seit vor fünf Jahren der Insolvenzverwalter der vorher an gleicher Stelle produzierenden und inzwischen abgerissenen Strickwarenfabrik Terrot mit dem Vorschlag der Neubesiedlung auf die Stadt zukam, habe sich sich jetzt der Kreis geschlossen. Es folgten viele Diskussionen in den städtischen und bezirklichen Gremien, die aber letztlich alle sehr positiv verliefen, wie der Geschäftsführer des Siedlungswerks Bruno Möws feststellte.</p>
<p>Wichtig war den Planern einen Wohnort für alle Generationen zu schaffen. Familien mit Kindern, Senioren, Körperbehinderte und Pflegebedürftige sollen auf dem innenstadtnahen Filetstück zusammenfinden. Diese Vision wird auch durch die Schaffung von Treffpunkten untermauert. Sogar ein neuer öffentlicher Platz wird in der Verlängerung der Dürrheimer Straße auf dem bisher abgeschotteten Gelände entstehen. Untermauert wird dieser Anspruch auch durch den Umbau des sogenannten &#8220;Blauen Hauses&#8221; in ein Mehrgenerationenzentrum mit einer Wohngemeinschaft für Senioren, einer Wohngruppe für Körperbehinderte, einer in letzter Minute ausgehandelten Kindertagesstätte und sechs Mietwohnungen. Außerdem wird das bisher in der Wildunger Straße befindliche Pflegeheim der Sankt Anna Schwestern Ellwangen auf das Gelände umziehen.</p>
<p>Bürgermeister Föll zeigte sich denn auch überzeugt, dass das Siedlungswerk bei dem Projekt für eine hohe Qualität sorgen werde und damit ein lebendiges Viertel für 350 bis 400 Menschen entstehen wird. Offensichtlich sehen dies die potenziellen Käufer der Eigentumswohnungen ähnlich, denn das Interesse sei groß und viele der Wohneinheiten bereits vergeben, wie Bruno Möws berichtete. Dazu beitragen mag auch das innovative Energiekonzept, mit dem die Anlage ausgestattet werden soll. Nach seinem Wissenstand sei es das erste Projekt in der Landeshauptstadt überhaupt, so Möws, bei dem die Wohnungen aus der Energie des Abwassers mit Heizungswärme versorgt werden. Technisch befindet man sich also auf der Höhe der Zeit und dem entsprechend werden Förderungen aus diversen öffentlichen Programmen zum Klimaschutz in Anspruch genommen. Im ersten Bauabschnitt werden 76 Eigentumswohnungen mit drei bis fünf Zimmern verteilt auf vier Häuser errichtet.</p>
<p>Nach deren Fertigstellung wird dann das Pflegeheim und das Mehrgenerationenzentrum in Angriff genommen. &#8220;Es wird ein Quartier für alle Generationen in allen Lebenslagen entstehen,&#8221; sagte Bürgermeister Föll, der sich auch beeindruckt zeigte, angesichts der Dimension der Anlage. Obwohl er nur 200 Meter entfernt wohne, sei ihm die Größe der neuen Fläche nie so klar gewesen.</p>
<p><em>(Artikel für die Stuttgarter Zeitung / Lokalteil)</em></p>
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		<title>Telefonhotline für Mobbingopfer</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Mar 2009 16:44:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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		<description><![CDATA[Mobbing ist keine Lappalie, sondern kann schwer wiegende Folgen  haben. Problem bei aktiven Gegenmaßnahmen ist die Verunsicherung der Betroffenen. Dem will eine neu eingerichtete, kostenlose Telefonberatung abhelfen. Von Dirk Baranek Etwa 25 Milliarden Euro Schaden verursacht Mobbing aktuell jedes Jahr in Deutschland, so die Schätzung des Anwalts Harry Möller-Stein. Das ist aber noch lange nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Mobbing ist keine Lappalie, sondern kann schwer wiegende Folgen  haben. Problem bei aktiven Gegenmaßnahmen ist die Verunsicherung der Betroffenen. Dem will eine neu eingerichtete, kostenlose Telefonberatung abhelfen.</em></p>
<p>Von Dirk Baranek</p>
<p>Etwa 25 Milliarden Euro Schaden verursacht Mobbing aktuell jedes Jahr in Deutschland, so die Schätzung des Anwalts Harry Möller-Stein. Das ist aber noch lange nicht alles, denn der Vorsitzende des Vereins &#8220;Mobbing keine Chance&#8221; bezieht sich mit dieser Zahl nur auf den Bereich der Unternehmen. Was mit dem antisozialen Verhalten in Schulen, Vereinen oder Familien angerichtet wird, ist in diese Summe noch gar nicht einbezogen. Das Leid der Betroffenen lässt sich allerdings nur schwer beziffern, so die Initiatoren einer seit Anfang des Monats freigeschalteten Gratis-Hotline (0800.6622445).</p>
<p>Psychische Probleme, körperliche Beeinträchtigungen, zerrüttete Karrieren &#8211; das sind nur ein paar der Folgen, die Mobbingopfer erleiden müssen. Dass es mit einem Wechsel des Arbeitsplatzes, an dem man gemobbt wurde, allein nicht getan ist, berichtete bei der Vorstellung der Hotline Bernd Krauter. Beschäftigt in der mittleren Führungsebene bei einem Dienstleistungsunternehmen tat er die Schikanen zunächst als &#8220;normale Machtspielchen&#8221; ab. Es gebe eben im Arbeitsleben einen notwendigen Wettbewerb. Dann aber sei die Situation gekippt. Über ein Jahr lang wurde er nach seiner Ansicht systematisch gemobbt, mit niederen Aufgaben betraut oder mit unmöglich einzuhaltenen Terminen unter Druck gesetzt. Schlafstörungen, depressive Schübe bis hin zu Selbstmordgedanken waren die Folge. Irgendwann entschloss sich Krauter zur Kündigung, aber er sei bis heute traumatisiert. Letztlich hatte er ärztlichen Rat gesucht.</p>
<p>Diesen Weg beschreiten bis heute etwa 80 Prozent der Betroffenen. Die neue Telefonberatung will Mobbingopfern aber auch Tätern Wege aufzeigen, wie sie sich besser wehren können. Ganz wichtig dabei, so Petra Leutbecher, die als Coach Betroffene begleitet, sei die frühzeitige Erkenntnis, dass man gemobbt werde. Um die Folgen zu bewältigen, sei das Führen eines Tagebuchs mit detaillierten Beschreibungen der erlittenen Aktivitäten sehr wichtig. Nur dann können man gerichtsfest Beweise sichern, die bei Schadenersatzklagen die Vorwürfe untermauern.</p>
<p><em>(Artikel für die Stuttgarter Zeitung / Lokalteil)</em></p>
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		<title>Kinderfreundliches Stuttgart ausgezeichnet</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Mar 2009 16:41:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Prognosen können irren. So steigt entgegen aller Vorhersagen die Zahl der Geburten wieder an. Ein Teil zu dieser Trendwende beigetragen haben vielleicht die vielfältigen Projekte, die Städte wieder attraktiver für Familien zu machen. Einige davon wurden jetzt ausgezeichnet und in einer Ausstellung vorgestellt. Von Dirk Baranek &#8220;Kinder halten die Städte und Gemeinden lebendig,&#8221; sagte Monika [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Prognosen können irren. So steigt entgegen aller Vorhersagen die Zahl der Geburten wieder an. Ein Teil zu dieser Trendwende beigetragen haben vielleicht die vielfältigen Projekte, die Städte wieder attraktiver für Familien zu machen. Einige davon wurden jetzt ausgezeichnet und in einer Ausstellung vorgestellt.</em></p>
<p>Von Dirk Baranek</p>
<p>&#8220;Kinder halten die Städte und Gemeinden lebendig,&#8221; sagte Monika Stolz, Landesministerin für Arbeit und Soziales bei der Eröffnung der Ausstellung &#8220;Wohnen im Kinderland Baden-Württemberg&#8221; im Rathaus. Vorgestellt werden darin die zwölf prämierten Projekte, die aus über 100 eingereichten Beiträgen ausgesucht wurden und die beispielhaft zeigen sollen, wie die Lebensbedingungen von Familien und Kindern in den Kommunen mit konkreten Maßnahmen verbessert werden können. Denn die Konsequenzen des demographischen Wandels drohen die Grundlagen des städtischen Zusammenlebens in Frage zu stellen. Deshalb sei die Verbesserung der Infrastrukturen eine Daueraufgabe, der sich die Politik mit anspruchsvollen Angeboten stellen müsse. &#8220;Kinder sollen sich wohl fühlen und brauchen Platz zum Spielen und Toben.&#8221; Begeistert zeigte sich die Ministerin insgesamt von der Qualität der Beiträge des von ihrem Ministerium und der Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Bausparkassen ausgeschriebenen Wettbewerbs. Darin zeige sich der hohe Stellenwert, den dieses Thema inzwischen habe. Allerdings bleibe noch viel zu tun, doch der Bund und das Land seien dabei ein verlässlicher Partner der Kommunen, versicherte sie. So würden fast eine halbe Milliarde Euro zusätzlich zu den bereits vorhandenen Mitteln in den beiden kommenden Jahren allein vom Land im Rahmen des Investitionsprogramms bereitgestellt.</p>
<p>Freuen können sich über die Ergebnisse des Wettbewerbs insbesondere die Stuttgarter Lokalpolitiker. Immerhin stammt ein Drittel der ausgezeichneten Projekte aus der Landeshauptstadt. So wurde die Stadt in der Kategorie &#8220;Kommunale Strategien und Förderkonzepte&#8221; mit einem zweiten Platz für die von Oberbürgermeister Schuster angestoßenen Gesamtstrategie &#8220;Kinderfreundliches Stuttgart&#8221; gewürdigt. Besonders der Aufbau des Netzwerkes aus Verwaltung und privaten Initiativen sowie die Entscheidung, die Anstrengungen für mehr Kinderfreundlichkeit als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen der Öffentlichen Hand zu verankern, habe eine Dynamik in Gang gesetzt, die die Stadt weit voran gebracht habe. Dass sich vielleicht schon erste Anzeichen einer positiven Entwicklung zeigen, machte Baubürgermeister Hahn deutlich. Die Stadt habe erhebliche Anstrengungen unternommen und gebe inzwischen doppelt so viel Geld für Kinder aus wie noch vor zehn Jahren. Ein Ergebnis sei die Tatsache, dass die Innenstadt für Familien wieder attraktiver geworden sei. So ist der Westen entgegen aller Vorhersagen inzwischen der geburtenstärkste Stadtbezirk. &#8220;Prognosen können irren,&#8221; sagte Hahn in Bezug auf die deutliche Trendwende in der Geburtsstatistik.</p>
<p>Insgesamt 35 Projekte aus der Landeshauptstadt haben sich an dem Wettbewerb beteiligt. Mit einem ersten Preis wurde das Degerlocher Jugendhaus Helen P. bedacht. Die Jury lobt die gelungene Verbindung von alter und neuer Architektur sowie die dadurch möglichen vielfältigen Angebote für Kinder und Jugendliche. Einen Sonderpreis erhält der Erlebnisgarten der Nikolauspflege, die sich vor allem um blinde und sehbehinderte Menschen kümmert. In dem barrierefreien Garten werden mit speziell auf diese Zielgruppe abgestimmten Angeboten die visuellen, motorischen und kognitiven Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen gefördert. Vor allem der Umstand, dass die Gestaltung und Errichtung des Gartens des Hauses am Dornbuschweg unter Einbeziehung von schulischen und sozialen Einrichtungen vollzogen wurde, hat die Jury offensichtlich überzeugt. Eine Anerkennung erhielt außerdem ein privates Projekt in der Cannstatter Glockenstraße. Ein ehemaliges Produktionsgebäude des Unternehmens Mahle wurde von vier Familien ohne öffentliche Förderung unter dem Aspekt einer besseren Verbindung von Arbeit und Wohnen umgebaut. Entstanden sei ein Lebensraum, der in die gesamte Nachbarschaft ausstrahlt, und entwickelt wurde mit der &#8220;innovativen Kraft bürgerschaftlichen Engagements&#8221;, so die Jury. Dies sei für die Zukunft der Städte und Gemeinden unabdingbar.</p>
<p><em>(Artikel für die Stuttgarter Zeitung / Lokalteil)</em></p>
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		<title>SSB-Fahrplan auf dem iPhone-Handy</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 16:33:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Die SSB hat ein kostenloses Programm zu bequemen Fahrplanabfrage mit dem Applehandy veröffentlicht Nutzungshemmnisse abbauen steht bei den Marketingleuten der SSB ganz oben auf der Agenda. Mit einer Gratisanwendung für das iPhone des Herstellers Apple sollen die Kunden besseren Zugang zu den Fahrplänen erhalten. Neben Berlin gibt es das bundesweit nur für Stuttgart. Von Dirk [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Die SSB hat ein kostenloses Programm zu bequemen Fahrplanabfrage mit dem Applehandy veröffentlicht</em></p>
<p>Nutzungshemmnisse abbauen steht bei den Marketingleuten der SSB ganz oben auf der Agenda. Mit einer Gratisanwendung für das iPhone des Herstellers Apple sollen die Kunden besseren Zugang zu den Fahrplänen erhalten. Neben Berlin gibt es das bundesweit nur für Stuttgart.</p>
<p>Von Dirk Baranek</p>
<p>Es war ein Schlüsselerlebnis, das Martell Beck, dem Marketingchef der SSB, zu denken gab. Freunde hatte ihm erzählt, wie umständlich es sei, den abendlichen Kneipenbesuch mit den Angeboten seines Unternehmens abzuschließen. Schwer erreichbare Infos führten schließlich dazu, dass die sich ein Taxi nahmen. &#8220;Da wurde mal wieder das allgemeine Bauchgefühl bestätigt, dass wir zu umständlich sind,&#8221; sagt Beck. Dieses zumeist ja unverdiente Vorurteil sei aber das am weitesten verbreitete. &#8220;Damit haben wir am meisten zu kämpfen.&#8221; Deshalb sei man intern immer auf der Suche nach Möglichkeiten, Nutzungshemmnisse abzubauen.</p>
<p>Durch einen Medienbericht stieß Beck auf die kleine Firma Metaquark aus Berlin. Die hatten im Herbst 2008 Furore gemacht durch die Programmierung einer Anwendung für das modische Allzweckhandy iPhone der Firma Apple. Kernfunktion des kleinen kostenlosen Programms ist die Darstellung von Fahrplandaten des ÖPNV. Dabei nutzt das Programm geschickt die speziellen Möglichkeiten des iPhone. Zum einen verfügt das über eine GPS-Lokalisierung. Das heißt das Gerät weiß also immer, wo man sich grade befindet. Zum anderen kann man mit dem Smartphone, wie diese Geräte heißen, die wesentlich mehr können als nur zu telefonieren, seine Adressen verwalten. Das bedeutet: Man sitzt irgendwo und möchte von dort mit der SSB zu einem Bekannten, dessen Adresse man gespeichert hat. Mit zwei-drei Klicks hat man grafisch sehr durchdachte Vorschläge auf dem Handy. Die nächstgelegene Haltestelle, die Abfahrtzeiten und Umsteigestationen bis zum gewählten Ziel &#8211; alles sofort und übersichtlich präsentiert. Man kann auch zuletzt genutzte Haltestellen speichern und so zu seinem persönlichen Fahrplan kommen. jederzeit und überall.</p>
<p>Der Entwickler und angehende IT-Ingenieur Jonas Witt hatte das Programm zunächst für die Berliner Verkehrsbetriebe entwickelt, aber die fanden das nicht so gut und entzogen ihm die Rechte an den Fahrplandaten. Inzwischen hat er zwar das offizielle Placet der Berliner, aber die Stuttgarter sind die ersten, die auf ihn zugekommen sind, um das Programm für ihr Netz umzusetzen &#8211; innerhalb von nur zwei Monaten. &#8220;Die von der SSB sind überhaupt nicht so behördenmäßig,&#8221; meint Witt und ist des Lobes voll über die unkonventionelle Zusammenarbeit. Letztlich hat die Sache einen niedrigen fünfstelligen Betrag gekostet, um den etwa 30.000 iPhone-Nutzern in der Region, so die Schätzung der SSB, diesen kostenlosen Service zu ermöglichen. &#8220;Das ist ein Test und wenn das erfolgreich ist, werden wir das auch für andere Handymodelle entwickeln,&#8221; so Beck. Auf die Möglichkeit, mit dem Handy dann auch noch die Fahrkarte zu kaufen, wird man aber weiter warten müssen. Das sei ein &#8220;Riesending&#8221; und nicht so einfach zu realisieren.</p>
<p><em>(Artikel für die Stuttgarter Zeitung / Lokalteil)</em></p>
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		<title>Ball der Nationen 2009: Gelehrtenrepublik feiert farbenfrohen Multikultiball</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 16:29:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Mini-Kulturfestival, kulinarische Weltreise, Alumnitreffen &#8211; der Ball der Nationen ist wieder Erfolg gewesen Ein chinesischer Chor singt ein schwäbisches Volkslied und Menschen aus der ganzen Welt sind begeistert. Das kann man nur beim Ball der Nationen erleben, der am Samstag Abend in der Liederhalle zum 52. Mal stattfand und als der Höhepunkt des akademischen Jahres [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Mini-Kulturfestival, kulinarische Weltreise, Alumnitreffen &#8211; der Ball der Nationen ist wieder Erfolg gewesen</em></p>
<p>Ein chinesischer Chor singt ein schwäbisches Volkslied und Menschen aus der ganzen Welt sind begeistert. Das kann man nur beim Ball der Nationen erleben, der am Samstag Abend in der Liederhalle zum 52. Mal stattfand und als der Höhepunkt des akademischen Jahres in der Region gilt.</p>
<p>Von Dirk Baranek</p>
<p>Etwa 2.000 Gäste vergnügten sich beim Ball der Nationen in der Liederhalle bis zum frühen Sonntag Morgen. Die 52. Ausgabe des &#8220;Höhepunkts des akademischen Jahres in der Landeshauptstadt&#8221;, wie die Leiterin des städtischen Kulturamtes Susanne Laugwitz-Aulbach sagte, kann damit als voller Erfolg verbucht werden. Nicht ganz unwichtig für die Zukunft der jährlichen Veranstaltung, deren Organisation seit zwei Jahren in privater Hand liegt. Zusammen mit dem international tätigen Impressario Jongkya Goei hatte sich Anette Holzwarth-Maier auf das Abenteuer eingelassen, die Tradition eines Balls weiterzuführen, der zumindest in Bezug auf den Akademikeranteil keinen Vergleich scheuen muss. Etwa die Hälfte der Besucher komme allein aus dem universitären Umfeld, sagte Holzwarth-Maier. Die nutzten die Gelegenheit, den feinen Zwirn und ausladende Couture anzulegen und bei Walzer und Cha-Cha-Cha das Tanzbein zu schwingen.</p>
<p>Zur Einstimmung gab es internationale Tanzeinlagen von diversen Kulturgruppen auf der großen Bühne. Denn das Fest ist bewusst multikulturell und fügt sich damit ein in das Bild der globalen Gelehrtenrepublik. Die Mischung erzeugt einen ganz besonderen Zauber, wenn nach dem französischen Chansonier eine Gruppe zierlicher Damen tamilischem Tempeltanz vorführen, die wiederum von einer Premiere abgelöst werden, bei der junge Tänzer klassisches Ballet modern interpretieren. Und wo sonst kann man einen chinesischen Chor mit 50 Sängern erleben, die das Lied &#8220;Auf dr schwäb&#8217;sche Eisenbahn&#8221; schmettern? Natürlich unter donnerendem Applaus des amüsierten Publikums.</p>
<p>Nicht zu vergessen die kulinarischen Weltreise, denn an rund einem Dutzend Ständen gab es internationale Spezialitäten. Die präsentierten landestypische Hausmannskost mit hohen Originalfaktor zwar zumeist auf Papptellern, aber das störte niemandem. So trafen dort russische Blinys auf indische Curryrollen auf polnisches Bigos auf koreanischen Kim-Chi-Salat. Für letzteren eignet sich das Filderkraut recht gut, das eingelegt mit Salz, Pepperonipulver und Fischsauce eine Woche in einem extra Kühlschrank fermentiert, wie eine Dame des Verbands der Koreaner in Stuttgart berichtete.</p>
<p>Umlagert war der Stand des Vereins der chinesischen Studenten, die ihren Kommilitonen Ze Lin dabei hatten, der auf Wunsch Namen in chinesischer Kalligraphie aufs Papier pinselte. Mit hoher Kunst, denn immerhin macht der angehende Bauingenieur das seit seinem elften Lebensjahr und hat schon diverse Preise gewonnen. Aber der Ball, der durch die landestypische Festkleidung einiger Damen aus Korea oder Indien besonders farbenfroh ist, gilt auch als Treffpunkt von Ehemaligen der Universitäten, die teilweise von weit her anreisen, um hier alte Freunde treffen.</p>
<p>So der Koreaner Chulpyo Hong, der extra aus Herne im Ruhrgebiet gekommen war und sich begeistert zeigte. &#8220;Die Menschen sind hier alle sehr freundlich, ganz besonders locker und so offen,&#8221; sagte er. Ähnliches erzählte ein Apotheker aus Wernau am Neckar. Vor bald 50 Jahren war Kamdy Dadour an die Universität gekommen und trifft jedes Jahr viele alte Freunde auf dem Ball. Für ihn gehört die Veranstaltung einfach zur Landeshauptstadt: &#8220;Ohne den Ball wäre Stuttgart nix.&#8221;</p>
<p>(Artikel für die Stuttgarter Zeitung / Lokalteil)</p>
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		<title>Karneval im Aufwind</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 16:25:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Stadtprinzenpaar ist am Dienstag inthronisiert worden Immer bessere Resonanz bei den Freiluftaktivitäten, Schwund bei Mitgliedern und Teilnehmern an den Prunksitzungen gestoppt &#8211; der Karneval scheint sich in Stuttgart wieder leicht im Aufwind zu befinden. Ein Vorteil könnte sein: In schlechten Zeiten wird mehr auf den Putz gehauen. Von Dirk Baranek Am Dienstag wurde traditionsgemäß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Das Stadtprinzenpaar ist am Dienstag inthronisiert worden</em></p>
<p>Immer bessere Resonanz bei den Freiluftaktivitäten, Schwund bei Mitgliedern und Teilnehmern an den Prunksitzungen gestoppt &#8211; der Karneval scheint sich in Stuttgart wieder leicht im Aufwind zu befinden. Ein Vorteil könnte sein: In schlechten Zeiten wird mehr auf den Putz gehauen.</p>
<p><em>Von Dirk Baranek</em></p>
<p>Am Dienstag wurde traditionsgemäß von der Kanrnevalsgesellschaft Möbelwagen das Stadtprinzenpaar inthronisiert. Bei der Veranstaltung im Rathaus wurden Prinz Peter III. , Prinzessin Patricia I. und die Kinderprinzessin &#8220;Ihre Lieblichkeit&#8221; Anna I. in ihre Ämter eingeführt, wobei der Prinz kein Unbekannter ist. &#8220;Der neue Prinz ist der alte,&#8221; sagte Präsident Wolfgang Rollinger. Die letzte Saison sei so kurz gewesen und der Prinz selber so nett, dass man ihn &#8220;kraft des 112-jährigen Privilegs&#8221; auch in diesem Jahr zum höchsten Repräsentanten des Stuttgarter Karnevals ernannt habe. Außerdem habe er ein großes Gesangstalent, was Prinz Peter III. gleich unter Beweis stellte und die Anwesenden mit einem live vorgetragenen Popsong begeisterte.</p>
<p>Insgesamt befindet sich der Stuttgarter Karneval wohl wieder etwas im Aufwind, wie der Vizepräsident Jürgen Wachter am Rande der Veranstaltung zumindest für die Möbelwagennarren andeutete. Die Zahl der Vereinsmitglieder sei stabil bei 500. Die diesjährige Prunksitzung, die im Gustav-Siegle-Haus am Faschingssamstag stattfindet, stoße auf gute Nachfrage. Es gibt aber noch Karten. Sehr gut entwickle sich allerdings das Interesse und die Beteiligung am Straßenkarneval. Für das Konzert mit Guggenmusik am Abend des Rosenmontags vor dem Rathaus hätten sich dreißig Gruppe interessiert. Ausgewählt habe man nun neun, die aus der Region aber auch aus der Schweiz und von der Alb kommen und insgesamt 300 Musiker aufbieten. &#8220;Das ist einfach ein tolle Atmosphäre,&#8221; freute sich Wachter schon jetzt.</p>
<p>Auch für den Straßenumzug am Vormittag des Faschingsdienstags zeichnet ich bereits eine hohe Beteiligung ab. Mit dabei sein wird auf jeden Fall ein Festwagen der &#8220;Rheingeschmeckten&#8221;. Hierbei handelt es sich, wie das &#8220;h&#8221; im Namen verrät, um aus dem Rheinland zugezogene Stuttgarter. Diese Herkunft lässt natürlich auf eine schon fast genetisch verankerte Karnevalskompetenz schließen, aber die achtzig Mitglieder sind kein Karnevalsverein im engeren Sinne, wie der Vorsitzende Stephan Wohlfahrt betonte. Trotzdem feiern sie natürlich, machen eine eigene Karnevalsparty und wundern sich etwas über die &#8220;Ureinwohner&#8221;. &#8220;Die Leute in den hiesigen Karnevalsvereinen geben sich so viel Mühe, aber die Resonanz in der Bevölkerung ist doch eher verhalten,&#8221; sagte Wohlfahrt. Das ist natürlich im Rheinland ganz anders, wo der Straßenkarneval eine ganze Region lahmlegt. Dabei liege Stuttgart doch offenbar an einer ganz interessanten Schnittstelle, wo die alemannische Fastnacht und der rheinische Karneval aufeinandertreffe, denn hier seien ja beide Begriffe durchaus üblich. Dass die von vielen Experten prophezeite Wirtschaftskrise auf die Stimmung beim Karneval 2009 drücken könne, wurde auf der Inthronisation im übrigen ganz klar verneint. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte lasse vielmehr das Gegenteil vermuten. In schlechten Zeiten werde viel mehr auf den Putz gehauen, als in guten, so ein Vertreter des Landesverbandes Württembergischer Karnevalsvereine.</p>
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