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	<title>baranek &#124; online &#124; publishing &#187; Blogs</title>
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		<title>Von dummen Bloggern und blöden Journalisten</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 09:40:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Achtung, Sie betreten vermintes Gelände!&#8221; Dieser Satz müsste eigentlich als haushohes Schild vor einem Thema stehen, dem wir uns heute einmal etwas genauer widmen wollen. Es geht um den Scheinkonflikt zwischen solchen Journalisten, die sich Blogger nennen, und solchen, die sich nicht Blogger nennen. Allein diese Formulierung lässt bei manchen schon das Messer in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>&#8220;<em>Achtung, Sie betreten vermintes Gelände!</em>&#8221; Dieser Satz müsste eigentlich als haushohes Schild vor einem Thema stehen, dem wir uns heute einmal etwas genauer widmen wollen. Es geht um den <strong>Scheinkonflikt</strong> zwischen solchen Journalisten, die sich Blogger nennen, und solchen, die sich nicht Blogger nennen. Allein diese Formulierung lässt bei manchen schon das Messer in der Tasche aufgehen, aber darum geht es hier ja schließlich.</p>
<p>Was ich nicht mehr hören kann, ist die Häme und die Verachtung eines gewissen Teils der Webschreiber, die Blogsysteme zur Verbreitung ihrer Informationen und Meinungen benutzen, wenn andere, die sie als &#8220;Journalisten&#8221; bezeichnen, Fehler machen, schlecht recherchierte Storys veröffentlichen oder einfach mal sagen, was Fakt ist: Dass nämlich einige dieser Freizeitschreiber noch viel schlechter recherchieren, sich einen Dreck um objektive, ausgewogene Berichterstattung scheren und gerne auch mal aus dem hohlen Bauch heraus Unterstellungen, Vermutungen oder Übertreibungen lancieren. <strong>Nichts gegen diese Art von Schreiberei, ist okay, aber bitte dann auch so nennen. </strong></p>
<p><span id="more-647"></span></p>
<p>Damit auch das mal klar gesagt ist: Ich habe nichts gegen Mitmenschen, die Blogs schreiben, kein Problem. Finde ich sogar gut, denn noch nie war es so vielen Menschen möglich, ihre Meinungen, ihr Wissen anderen öffentlich zugänglich zu machen. Wie gesagt, <strong>Blogger sind meines Erachtens auch eine Art von Journalisten</strong>, allerdings solche, die sich einem bestimmten Genre der Schreiberei widmen. Heißt normalerweise Kommentator eventuell Kolumnist. Es wird also eine Form benutzt, die es schon lange gibt. <strong>Alles nix neues.</strong></p>
<p>Das ist aber der springende Punkt. Es gibt nervende Webschreiber, die glauben, sie hätten die Welt der Publizistik neu erfunden, während die so genannten Profis sich verbittert an ihren Redaktionsschreibtischen verbeißen und einen Kodex hoch halten, den schon lange das Zeitliche gesegnet haben soll. Was für ein Unsinn!</p>
<p><strong>Sicher, es gibt blöde Journalisten, die weder was von der Dynamik des Web verstehen, noch es zu schätzen wissen, was so in der Blogosphäre an hochspezialisiertem Expertenwissen zugänglich wird.</strong> Wenn sie denn schreiben können, diese Experten *seufz*. Zum anderen muss man natürlich auch mal kapieren, dass diese Profis es verständlicherweise schlicht nicht einsehen wollen, dass ihnen durch Geschäftsmodelle, die einfach nicht funktionieren und letztlich Selbstausbeutung darstellen, dass berufliche Wasser abgegraben wird. Oder um es mal im Websprech zu sagen:<strong> Guter Content kostet eben Geld.</strong> Ja, ich weiß, das hört sich jetzt fast so an, wie der Kampf von Brockhaus wegen Wikipedia, aber niemand kann doch glauben, dass wir auf gut ausgebildete, einem gewissen Moralkodex gehorchende Schreiber verzichten können, um uns ein Bild von der Welt zu verschaffen, das zumindest in Ansätzen der Wirklichkeit entspricht. <strong>Wollen wir uns wirklich nur noch unsere Weltsicht aus den Subjektivitäten von Bloggern zusammenbauen?</strong> Mir graut davor. Wird daher nicht passieren.</p>
<p>Meines Erachtens gibt es bei diesen Weltkommentatoren, die sich Blogger nennen, eine starke Selbstüberschätzung, vor allem was die Reichweite, also den Einfluss, den sie haben, betrifft. So sind bei der Blogzählmaschine Blogoscoop etwa 4.500 Blogs registriert, die kumuliert jeden Tag um die 1,5 Millionen Seitenabrufe erzeugen. Lächerlich wenig. Zum Vergleich: Allein bei Spiegel Online sind es täglich zwanzig Millionen. Tatsächlich ist doch die Bloggerwelt eine sehr sehr begrenzte, fühlt sich aber teilweise kurz vor der Machtergreifung. <strong>Ich nenne das Dummheit, Autismus und pure Selbstüberschätzung.</strong></p>
<p>Extrem übel wird die ganze Sache, wenn mal wieder eine Zeitung das Erscheinen einstellen muss, weil sie schlichtweg nicht gekauft  wird. Hey, das ist Alltag im Verlagsbusiness. Produkte haben eine gewisse Halbwertzeit, entweder weil die Aufmachung und das redaktionelle Profil nicht mehr in die Zeit passen oder weil die Macher einfach nur Stümper sind. Für die Blogwelt ist aber die Meldung über den Ruin irgendeiner nordwestamerikanischen Regionalzeitung ein untrügliches Zeichen für den jetzt bestimmt sehr bald kommenden Sieg des Freizeit-Journalismus. Alles Quatsch! Medienbusiness ist wegen des Anzeigengeschäfts extrem abhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage. Kann also im Moment nicht überraschen, dass da einige Pleite gehen werden.</p>
<p>Ein anderer Punkt ist die angebliche Überlegenheit von Diensten wie Twitter bei der Verbreitung von Nachrichten. Als Beleg für diese schwachsinnige These werden dann Ereignisse herangezogen wie die Anschläge in Bombay oder Notwasserung eines Flugzeugs auf dem Hudson River. Okay, und? Das wars dann nämlich auch schon. Mehr ist nicht. Täglich werden in Blogs und Microbloggingdiensten tausende Verweise veröffentlicht auf Meldungen in den bösenbösen klassischen Medien: Da und dort ist das und jenes geschrieben/erschienen/gemeldet worden. Ist okay, habe ich kein Problem mit, ist auch eine Funktion von Blogs, Nachrichten zu verstärken und zu kommentieren. Aber gesteht endlich mal ein, dass es so ist.<strong> Dass Blogs einen minimalen Teil der Öffentlichkeit darstellen.</strong> Kommt runter von eurem Ross, erdet euch mal. Nur ein Prozent der Leser kapiert überhaupt, was ihr macht.</p>
<p>Ganz schlimm wirds, wenn Journalisten sich einmal für Blogs interessieren und ein dort geschildertes Nischenthema aufgreifen. Dann geht der Horror los. Dann werden Logfiles veröffentlicht, die nachweisen sollen, dass der betreffende Verlagsserver stundenlang das Blog ausgesaugt hat. Dann wird von geistigem Diebstahl lamentiert, von Verkommenheit der Branche. Auweia! <strong>Es gibt nichts schlimmeres als beleidigte Blogger</strong>. Meine Meinung: Erinnert irgendwie an die Krokodilstränen betrogener Betrüger.</p>
<p>Um es nochmal eindeutig zu formulieren: <strong>Ich finde Blogs gut.</strong> Aber bitte, nehmt euch nicht so ernst. Begreift eure Rolle als ein kleiner Teil der veröffentlichten Meinung. Und fangt mal an zu recherchieren. Erstmal anrufen oder nachfragen bei dem Objekt des Interesse, bevor in die Tasten gehauen wird.</p>
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		<title>Blog kaufen? Klar, aber es muss halt passen&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 15:44:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Blogs sind ein fester Bestandteil der Öffentlichkeit im Internet geworden. Wie im publizistischen Prozess üblich, haben sich gewisse Angebote besser etabliert als andere. Erfolgsfaktoren sind Frequenz, Themen, Persönlichkeit des Autoren und natürlich dessen Fähigkeit, relevante Informationen gut geschrieben an die Leserschaft zu bringen. In diesen Tagen hat sich einer der bekanntesten deutschen Blogger entschieden, sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Blogs sind ein fester Bestandteil der Öffentlichkeit im Internet geworden. Wie im publizistischen Prozess üblich, haben sich gewisse Angebote besser etabliert als andere. Erfolgsfaktoren sind Frequenz, Themen, Persönlichkeit des Autoren und natürlich dessen Fähigkeit, relevante Informationen gut geschrieben an die Leserschaft zu bringen.</p>
<p>In diesen Tagen hat sich einer der bekanntesten deutschen Blogger entschieden, sein gut gehendes Weblog zu verkaufen. Es handelt sich um Robert Basic, dessen Blog <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/01/06/zeit-dass-sich-was-dreht/" target="_blank">Basic Thinking</a> heißt. Meistbietend. Für irgendwas zwischen zehn- und hundertausend Euro. Diese Nachricht wurde von vielen Medien gemeldet und in der Blogwelt heiß diskutiert. Hier zum Beispiel was von heute in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EA4B951578E404A92A5C23C08EC20CBE2~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_feuilleton" target="_blank">FAZ</a> und hier die Meinung einiger <a href="http://meedia.de/nc/details/article/web-promis--keiner-will-das-basic-blog_100015036.html" target="_blank">Webschreiber und -unternehmer</a>. Konsens ist soweit: Das wird nicht funktionieren. Die Person des Autoren steht zu stark im Vordergrund. </p>
<p><strong>Im Sommer 2007 habe ich zusammen mit einem Partner ein Blog gekauft.</strong> Es handelt sich um das <a href="http://www.feinschmeckerblog.de/">Feinschmeckerblog</a>. Der damalige Betreiber war beruflich zu stark beansprucht, hatte das Blog aber recht eingeführt. Letztendlich hat sich, so die Rückschau, der Kauf gelohnt, auch finanziell, denn die investierte Summe haben wir nach einem Jahr wieder eingespielt. Okay, es handelt sich hier nicht um Dimensionen, die irgendein Unternehmen interessieren könnte. Aber ist doch auch mehr als ein Liebhaberprojekt.</p>
<p>Es passte einfach in das bereits vorhandene Portfolio von Aktivitäten und Webangeboten. Denn schon vorher haben wir uns mit gastronomisch-kulinarischen Themen beschäftigt. Es ergaben sich daraus immer mehr Informations- und Nachrichtenkanäle zu diesem Themenbereich. Dabei fielen viel Berichtenswertes an, für das es davor keine Verwendung gab, weil es einfach nicht reinpasste. Das Loch haben wir gestopft. So läuft das Blog wie ehedem, macht relativ wenig Arbeit, aber immer viel Spaß. Ein Einbruch bei der Leserschaft war nicht festzustellen, im Gegenteil geht es weiter aufwärts.</p>
<p>Kann das ein Beispiel sein für einen gelungenen Blogkauf? Nunja, abgesehen davon, dass es ein Winzprojekt ist, zeigt es zumindest, dass sowas nicht unbedingt in der Katastrophe enden muss, sondern unter bestimmten Vorraussetzungen richtig sein kann. <strong>Es muss halt passen&#8230;</strong> Bei Basic Thinking steht man allerdings vor weit größeren Problemen.</p>
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