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	<title>baranek &#124; online &#124; publishing &#187; Kultur</title>
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		<title>Die iPhone-Band spielt</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Mar 2009 10:42:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich besitze ja ebenfalls ein iPhone und bin doch immer wieder überrascht, was für nette Zusatzprogramme es dafür inzwischen gibt, die sogenannten iPhone-Apps. Durch den berührungsempfindlichen Bildschirm sind der Phantasie der Entwickler kaum Grenzen gesetzt. Unter anderem entwickeln die auch Anwendungen, mit denen man Musik machen kann. Das klingt zunächst mal etwas absurd, aber wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ich besitze ja ebenfalls ein iPhone und bin doch immer wieder überrascht, was für nette Zusatzprogramme es dafür inzwischen gibt, die sogenannten iPhone-Apps. Durch den berührungsempfindlichen Bildschirm sind der Phantasie der Entwickler kaum Grenzen gesetzt. Unter anderem entwickeln die auch Anwendungen, mit denen man Musik machen kann. Das klingt zunächst mal etwas absurd, aber wenn man sich das folgende Video anschaut, dann sieht man ganz gut, was damit inzwischen möglich ist. Darauf ist nämlich zu sehen, wie die All-Girls-Band The Mentalist einen zugegeben etwas minimalistischen Song aufführt &#8211; nur mit iPhones!</p>
<p><object width="480" height="295"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/rjx5_-SPhk0&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/rjx5_-SPhk0&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="295"></embed></object></p>
<p>Via <a href="http://www.timoheuer.com/2009/03/08/musik-iphone/">Timo Heuer</a></p>
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		<title>Ich glaub, den Film schau ich mir an&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 20:01:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Intern]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

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		<description><![CDATA[Sieht ja schon ziemlich, nunja, lustig aus, der neue Tarantino-Film mit Brad Pitt. Hier unten der aktuelle Trailer. Klar, wird eine blutige Sache, aber Nazis jagen ist auch nix für schwache Nerven&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Sieht ja schon ziemlich, nunja, lustig aus, der neue Tarantino-Film mit Brad Pitt. Hier unten der aktuelle Trailer. Klar, wird eine blutige Sache, aber Nazis jagen ist auch nix für schwache Nerven&#8230;</p>
<p><object width="480" height="295"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/cZ30ffQyfVE&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/cZ30ffQyfVE&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="295"></embed></object></p>
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		<title>Eisflächen in Stuttgart: Das kalte Vergnügen ist zurück</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Dec 2008 15:29:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[An der Doggenburg ist die Natureisbahn seit gestern in Betrieb Bei entsprechender Witterung mit tiefen Minusgraden wird in jedem Jahr an der Doggenburg eine Natureisbahn eingerichtet. Seit gestern ist es nun wieder soweit. Auf einem Bolzplatz kann man auf ein Zentimeter dickem Eis Schlittschuhlaufen. Auf dem städtischen Bolzplatz an der Doggenburg wird seit gestern nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>An der Doggenburg ist die Natureisbahn seit gestern in Betrieb</strong></p>
<p><em>Bei entsprechender Witterung mit tiefen Minusgraden wird in jedem Jahr an der Doggenburg eine Natureisbahn eingerichtet. Seit gestern ist es nun wieder soweit. Auf einem Bolzplatz kann man auf ein Zentimeter dickem Eis Schlittschuhlaufen.</em></p>
<p>Auf dem städtischen Bolzplatz an der Doggenburg wird seit gestern nicht mehr der Ball getreten sondern auf Schlittschuhen Runden gedreht. Am Abend zuvor hatten die Mitglieder des Kräherwaldvereins mit einem Feuerwehrschlauch die etwa 200 Quadratmeter große Fläche mit Wasser bespritzt. Auf Grund der kalten Witterung ist schon über Nacht eine etwa ein Zentimeter dicke Eisfläche entstanden. Dabei wird es aber nicht bleiben, denn das Eis wird jede Nacht dicker. &#8220;Wir spritzen jeden Abend nach, um die Rillen aufzufüllen, die die Eisläufer tagsüber hineinkratzen,&#8221; sagte Kai Scheu, der als ehrenamtlicher Eismeister fungiert.</p>
<p><a href="http://dirk-baranek.de/wp-content/uploads/2008/12/doggenburg.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-544" title="Natureisbahn an der Doggenburg" src="http://dirk-baranek.de/wp-content/uploads/2008/12/doggenburg.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Seit fast 50 Jahren gehört die Natureisbahn jetzt fest zum Stuttgarter Winter, ein Angebot, das vor allem von vielen Kindern wahrgenommen werde. An einem sonnigen Wintersonntag kommen dann schon mal bis zu 500 Besucher auf das Gelände unterhalb der Waldorfschule. Die Einnahmen aus dem mäßigen Eintrittsgeldern (Kinder zwei, Erwachsene drei Euro) sowie aus dem Verleih von Schlittschuhen kommen komplett dem Verein zugute. &#8220;Es trägt sich grade so&#8221;, berichtete Scheu, denn es entstehen auch Kosten für Wasser, Strom und ein bisschen was für das Personal. Die Schlittschuhe gehören dem Verein selbst, der inzwischen 200 Paare besitzt. Die kamen durch Spenden herein. &#8220;Wir haben auch schon mal getauscht, wenn die Kinder rausgewachsen waren,&#8221; sagte Scheu. Von Gleitschuhen für die Kleinsten bis zur Größe 48 für die ganz Großen ist alles dabei.</p>
<p>Traditionell gibt es auch einen kleinen Kiosk mit Erfrischungsgetränken, Süßigkeiten, Wiener Würstchen und dem berühmt-berüchtigtem Senfbrot. Das besteht einfach nur aus einer mit Senf bestrichenen Scheibe Brot und ist mit einem Preis von zehn Cent unschlagbar günstig kalkuliert.</p>
<p>Gestern hatten sich schon ein paar erste Eisläufer eigefunden, wie die Familie Siegle. Großvater Jürgen Siegle war mit Tochter, Enkel und deren Cousins und Cousinen gekommen. Eigentlich wohnt er im Westen, kennt den Platz aber seit Jahren durch Spaziergänge in der Gegend. &#8220;Am Schlossplatz ist immer so voll und hier ist es schöner,&#8221; sagte er. Enkel Jaro ist erst drei Jahre alt und machte seine ersten Erfahrungen auf dem Eis mit Gleitschuhen. Ziehen wollte er sich von den Erwachsenen partout nicht lassen. Ruhepausen auf einem der Bänke musste Jaro allerdings öfter einlegen, &#8220;weil es so anstrengend ist,&#8221; wie er meinte.</p>
<p>Einen Vorteil bietet die Eisfläche: das Risiko, irgendwie körperlich zu Schaden zu kommen, ist sehr begrenzt. Einbrechen kann man ja sowieso nicht und auch Sturzverletzungen sind total selten, so die Betreiber. Vor vielen Jahren habe es mal einen gebrochenen Arm gegeben, aber ansonsten passiere nichts. Die Kinder seien ja dick angezogen und steckten das locker weg. Verboten bleibt deshalb auch das Eishockeyspielen. Ansonsten könne jeder seine Runden drehen, wie er wolle und bei der eingängigen Popmusik wagen die Geübteren sogar ein paar Tanzschritte, abends auch im Flutlicht. Geöffnet ist die Eisbahn bei gutem Wetter täglich von 11 bis 18 Uhr. Parkplätze sind reichlich vorhanden und die Bushaltestelle ist nicht weit. Wenn die Witterung in den nächsten Wochen  mitspielt, ist das sicherlich eine gute Abwechslung, um die Kinder mal aus der Bude in die frische Luft zu scheuchen.</p>
<p><iframe width="425" height="350" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=109146073520132050567.00045f48e602c923215da&amp;ll=48.789506,9.153113&amp;spn=0,0&amp;t=h&amp;output=embed&amp;s=AARTsJohjqnlgV-8QLdQnLiX2nhwvoVvIQ"></iframe><br /><small><a href="http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=109146073520132050567.00045f48e602c923215da&amp;ll=48.789506,9.153113&amp;spn=0,0&amp;t=h&amp;source=embed" style="color:#0000FF;text-align:left">Größere Kartenansicht</a></small></p>
<p><strong>Infos zu weiteren Möglichkeiten Schlittschuh zu laufen in Stuttgart</strong></p>
<p>In den Weihnachtsferien gibt es im Eissport-Zentrum Waldau neben den normalen Öffnungszeiten Montags zusätzliche Möglichkeiten für das normale Publikum in der Halle seine Runden auf den Metallkufen zu drehen. An den meisten Tagen kann man Vormittags, Nachmittags und Abends jeweils zwei bis drei Stunden laufen, genaueres im Internet auf <a href="http://www.stuttgart.de/sde/menu/frame/ns_top_11021.htm" target="_blank">www.stuttgart.de</a>. Abends gibt sogar Disco mit einem DJ und Lichtshow. Eintritt kostet von zwei bis fünf Euro. Auf dem Schlossplatz steht die Eisfläche noch bis 6. Januar zur Verfügung.</p>
<p>Auf den Seen im Stadtgebiet ist das Betreten der Eisflächen generell nicht erlaubt. Trotzdem kann es möglich sein, relativ sicher zu laufen auf dem Feuersee und dem Bärensee, der aber teilweise abgelassen ist in diesem Jahr. Der Eckensee ist ganz abzuraten.</p>
<p> <br />
<em>[Ein Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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		<title>Subkultur im Shoppinggedränge</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Dec 2008 17:08:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den Wagenhallen sind Freunde des ausgefallenen Geschenks auf ihre Kosten gekommen Gewagt gestaltete Filztaschen, freche Babymoden oder kleine Kunstoriginale konnten am Wochenende beim Holy.Shit.Shopping in den Wagenhallen erstanden werden. Überrascht waren Veranstalter und Aussteller über den Andrang und die Kauflust der Besucher. Eine lange Warteschlange beim Einlass, Gedränge vor den Verkaufsständen, zufriedene Aussteller: beim [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>In den Wagenhallen sind Freunde des ausgefallenen Geschenks auf ihre Kosten gekommen</strong></p>
<p><em>Gewagt gestaltete Filztaschen, freche Babymoden oder kleine Kunstoriginale konnten am Wochenende beim <a href="http://www.holyshitshopping.de/" target="_blank">Holy.Shit.Shopping</a> in den Wagenhallen erstanden werden. Überrascht waren Veranstalter und Aussteller über den Andrang und die Kauflust der Besucher.</em></p>
<p>Eine lange Warteschlange beim Einlass, Gedränge vor den Verkaufsständen, zufriedene Aussteller: beim Holy.Shit.Shopping, das am Wochenende in den Wagenhallen am Nordbahnhof stattfand, war das Wort &#8220;Krise&#8221; kein Thema. Etwa zwanzig kleine Unternehmen boten ihre Produkte an, zumeist Dinge, die man nicht wirklich braucht, die das Leben aber schöner machen. Daher auch der Name der Veranstaltung, der das selbstironische Understatement ausdrückt, das die Anbieter zu ihren eigenen Produkten haben.</p>
<p>Vielleicht war die Minimesse, die eigentlich aus der Alternativkultur in Berlin kommt und auch in Köln und Hamburg Station macht, deshalb so erfolgreich, weil man dort Dinge bekam, die man sonst vergeblich sucht. Das Publikum war denn auch vorwiegend jung oder junggeblieben und begeisterte die Aussteller. &#8220;Die sind hier alle total nett und aufgeschlossen,&#8221; sagte zum Beispiel Heinke Breuer von <a href="http://www.berliner-toechter.de/" target="_blank">Berliner Töchter</a>. Mittels Digitaldruck überträgt sie ihre Fotos von Reklameschildern, die für Liebe, Harmonie oder Wunder werben, auf Leinwand und Keilrahmen. Bei Preisen ab zwanzig Euro gingen gestern vor allem die großen Motive und Breuer freute sich über das &#8220;Bombengeschäft&#8221;.</p>
<p>Aber bei weitem nicht alle Designer und Künstler kamen aus der Hauptstadt, recht viele aus der Region. So Jule Köhler aus Reutlingen, die zusammen mit einer Kollegin die Agentur <a href="http://patentanten.de/" target="_blank">Patentanten</a> betreibt. Vor allem ihre mit Filz und Alltagsmaterialen wie einer &#8220;echten Omatapete&#8221; bespannten Schlüssel- und Garderobenbrettchen waren der Renner. Kein Stück gleicht dem anderen. Es ist offenbar diese Mischung aus etwas abgedrehter Kreativität, realem Gebrauchswert und ironischer Haltung, die die Kunden zum Kaufen verführt. Aber vielleicht ist es auch das Bewusstsein, ein Unikat zu besitzen, dass mit Sicherheit so niemand sonst hat.</p>
<p>Und noch etwas kommt hinzu: &#8220;Die Leute haben das Gefühl, etwas gutes zu tun, denn sie wissen, dass die Leute hinter den Ständen das selber produziert haben und nicht irgendeine anonyme Fabrik,&#8221; sagte Harriet Udroiu, die die ganze Sache organisiert hat. Stuttgart sei einfach ein super Standort und die Wagenhallen passen perfekt zu der subkulturellen Ausrichtung. &#8220;Die Aussteller sind durchweg begeistert.&#8221; Kein Wunder, hatten sich doch etwa 3.000 Kauflustige eingefunden, wesentlich mehr als bei der Premiere im letzten Jahr.</p>
<p>Alle Erwartungen übertroffen wurden auch am Stand von <a href="http://www.S-T-G-T.de" target="_blank">S-T-G-T</a>, wo es mit Stuttgarter Motiven bedruckte Textilien gab. Geschäftsführer Michael Feigl war selber überrascht von der guten Stimmung. &#8220;Das ist ein großer Basar hier mit viel Lachen.&#8221; Verkaufsschlager an seinem Stand war ein T-Shirt mit rotem Stern und dem Fernsehturm als Silhouette sowie ein Damenhöschen mit der Aufschrift &#8220;Musterärschle&#8221;.</p>
<p>Noch zwei Trends, die zu beobachten waren. Zum einen gab es viele Stände mit salopp gestalteter Babykleidung, ein Zeichen dafür, dass die Subkultur Kinder eher integriert als ablehnt. Zum anderen scheint Filz das Lieblingsmaterial dieser Szene zu sein. Taschen, Hüte, Mäntel &#8211; es scheint nichts zu geben, was man nicht daraus machen könnte. Ein ganz besondere Verwendung hat Stef Hauser entwickelt, die auf Filzstreifen alte Fahrradschläuche appliziert und daraus dann Gürtel herstellt. Inzwischen hat sie in Berlin mehrere Fahradläden, die durchgefahrene Gummischläuche für sie sammeln. </p>
<p><a href="http://dirk-baranek.de/wp-content/uploads/2008/12/wagenhallen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-504" title="Warteschlange vor den Wagenhallen" src="http://dirk-baranek.de/wp-content/uploads/2008/12/wagenhallen.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung.]</em></p>
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		<title>Anneliese Rothenberger: &#8220;Ich hatte nie Pläne!&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 16:47:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Anneliese Rothenberger hat sich am Montag Abend in Riedenberg die Ehre gegeben und erzählte aus ihrem Leben Sie war der große Publikumsliebling der Fünfziger und Sechziger und verzauberte mit ihrer Stimme Opernfans auf der ganzen Welt. Auf Einladung der CDU Sillenbuch war die Kammersängerin im Augustinum zu Gast. Zwei Stunden erzählte sie aus ihrem bewegten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Anneliese Rothenberger hat sich am Montag Abend in Riedenberg die Ehre gegeben und erzählte aus ihrem Leben</strong></p>
<p><em>Sie war der große Publikumsliebling der Fünfziger und Sechziger und verzauberte mit ihrer Stimme Opernfans auf der ganzen Welt. Auf Einladung der CDU Sillenbuch war die Kammersängerin im Augustinum zu Gast. Zwei Stunden erzählte sie aus ihrem bewegten Leben.</em></p>
<p>Am Schluss wurde dann doch noch live gesungen. Zwar nicht vom Star des Abends selbst, denn anders als viele Schlagersternchen ist Anneliese Rothenberger ein absoluter Gesangsprofi mit höchsten Ansprüchen an sich selbst. Ihr Rücktritt von der Bühne vor 20 Jahren war endgültig. Stattdessen hörte das Publikum im vollbesetzten Theatersaal des Agustinums in Riedenberg den österreichischen Bariton Markus Volpert, der Lieder von Lortzing, Mozart und Strauss intonierte. Es war der stimmige Abschluss der von der CDU Sillenbuch durchgeführten Veranstaltung, in deren Verlauf man eine erzählfreudige, agile, 82 Jahre alte Dame erleben konnte, die in bester Laune und voller Humor aus ihrem Leben berichtete.<br />
<span id="more-332"></span>  </p>
<p>Eigentlich hätte sie schon im Oktober nach Stuttgart kommen sollen, aber ein Sturz im häuslichen Schwimmbecken machte den Auftritt unmöglich. &#8220;Ich habe einen gigantischen Salto hingelegt,&#8221; sagte sie, der aber zum Glück glimpflich ausging. Die großen, schwarzen Blutergüsse im Gesicht wollte die in zartem hellblauen Kostüm erschienene Sängerin ihrem Publikum dann aber doch nicht antun. Inzwischen weitestgehend wiederhergestellt nahm sie auf der Bühne neben Stefan Kaufmann, Vorsitzender der CDU-Sillenbuch, auf einem weißen Sofa Platz, das in seiner ausladenden Größe ihre schlanke Zierlichkeit noch unterstrich. Nur ab und zu unterbrochen von kurzen Videoeinspielern, die sie im Duett mit Weltstars wie Hermann Prey, José Carreras oder Placido Domingo zeigten, plauderte sie drauflos und kam detailgenau von einer Anekdote zur anderen. &#8220;Jetzt habe ich mich wieder verfranst,&#8221; bemerkte sie selbst, aber das störte an diesem Abend niemanden.</p>
<p>So erfuhr das Publikum, dass die gebürtige Mannheimerin aus einfachsten Verhältnisse stammt, und sogar noch den Dialekt der Geburtsstadt beherrscht, allerdings die bürgerliche Variante. &#8220;Das ordinäre Mennhemmerisch haben wir nie gesprochen,&#8221; sagte sie. Die schon beginnende Gesangsausbildung, die sie nur mit einem Stipendium absolvieren konnte, ging beinahe im totalen Krieg zu Ende, wäre da nicht die Landverschickung gewesen. Dort lernte sie eine im Inkognito lebende Hamburger Jüdin kennen. Diese Bekanntschaft stellte sich nach Kriegsende als Glücksfall heraus, denn die Dame führte sie in die Hamburger Kreise ein, wo sie schnell an der dortigen Oper Fuß fasste. Und nicht zuletzt ihren späteren Mann kennenlernte, den 1999 verstorbenen Gerd Wendelin Dieberitz. Ohne ihn, so Rothenberger, der seinen Beruf für sie aufgegeben habe, hätte sie die nun folgende Weltkarriere nie geschafft.</p>
<p>Die Stationen diesen Lebens mit der Musik sind denn auch beeindruckend: umjubelte Auftritte in New York, Mailand und Buenos Aires, Tourneen durch die ganze Welt, Engagements an allen großen Häusern. Doch all diese Erfolge, das machte der gestrige Abend klar, sind ihr nicht zu Kopf gestiegen. Offenbar wusste die Rothenberger immer die Stärken und die Schwächen ihrer Stimme einzuschätzen und dem entsprechende Angebote anzunehmen oder auch abzulehnen. Vorsicht, Bescheidenheit und Liebe zum Publikum &#8211; Eigenschaften, die einen großen Künstler ausmachen.</p>
<p>Beinahe hätte diese Karriere sie auch an die Stuttgarter Oper geführt, ein Angebot lag vor. Aber das hat sie dann recht gewieft dem Hamburger Intendanten gesteckt, der erstmal die Gage für das nächste Jahr kräftig anhob, denn die Stuttgarter hatten ihr glatt das Doppelte geboten. So geht es an diesem Abend von einer Episode zur nächsten, von den Beifallstürmen in der Sowjetunion &#8211; &#8220;ein unglaubliches Publikum&#8221; &#8211; bis zu den ersten Fernsehauftritten. Letzteres habe sie zwar ganz gerne gemacht, aber das Format entwickelte sich etwas anders als zunächst vorgesehen, sodass sie nur ihren Vertrag über 12 Sendungen erfüllte. 1989 war dann endgültig Schluss, auch mit den geliebten Liederabenden. Nach einer Krebserkrankung zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück und widmete sich Freundschaften, Büchern und der Malerei. Dass bei Ausstellungen regelmäßig die meisten ihrer Bilder verkauft werden, beurteilt sie mit mildem Lächeln: &#8220;Das beruht doch auf meinem Sängerinnenruhm.&#8221;</p>
<p>Fast etwas verwundert, so scheint es, blickt sie auf ihr Leben, in dem ihr fast alles zugeflogen sei: &#8220;Ich hatte nie Pläne!&#8221; Aber wenn die Chance da war, habe sie gekämpft im Beruf. Das Publikum in Riedenberg war jedenfalls begeistert, die Zahl der überreichten Blumensträuße zweistellig. Vielleicht lag das auch daran, dass man sich bei einem Thema sehr einig war: Die moderne Oper ist eine Katastrophe. &#8220;Die Sänger sind sicher gut, aber bei den Regisseuren fasse ich mich an den Kopf,&#8221; sagte sie unter Beifallsstürmen. &#8220;Das war doch früher alles viel schöner!&#8221;</p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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		<title>Wenn der Model ein Springerle formt</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Sep 2008 20:56:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Landesmuseum haben sich am Sonntag die Freunde des Motivgebäcks getroffen Kekse ausstechen kennt jeder, aber wie kommen die Blumenkränzen oder Lämmchen auf die Weihnachtskekse? Dafür verwendet man Model, eine Technik mit einer langen Tradition. Sammler und Experten kamen am Sonntag zum 7. Modelmarkt ins Landesmuseum. Es gibt Worte, die verändern ihre Bedeutung, werden überlagert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Im Landesmuseum haben sich am Sonntag die Freunde des Motivgebäcks getroffen</strong></p>
<p><em>Kekse ausstechen kennt jeder, aber wie kommen die Blumenkränzen oder Lämmchen auf die Weihnachtskekse? Dafür verwendet man Model, eine Technik mit einer langen Tradition. Sammler und Experten kamen am Sonntag zum 7. Modelmarkt ins Landesmuseum.</em></p>
<p>Es gibt Worte, die verändern ihre Bedeutung, werden überlagert von anderen, verschwinden fast aus der Alltagssprache. &#8220;Der Model&#8221; ist so ein Fall. In der Mehrzahl sprich man von &#8220;die Modeln&#8221; und wird wie im Deutschen üblich mit langem &#8220;O&#8221; betont. Zu tun hat das rein gar nichts mit dem aus dem Englischen entlehnten &#8220;model&#8221;, diesen jungen Menschen, die die neueste Bekleidung vorführen und die man früher gerne als Mannequin bezeichnete. Die alte Bedeutung erscheint noch in dem Verb &#8220;ummodeln&#8221;, im Sinne von &#8220;etwas umformen&#8221;, womit man der gemeinten Sache schon ganz nahe kommt. Denn ein Model ist eine Form aus einem flachen Holzstück, in das figürliche Motive und Ornamente hineingeschnitzt wurden. Verwendet wird der Model zur Verschönerung von Gebäck.</p>
<p>Am Sonntag trafen sich Sammler und Händler zu einer kleinen Messe im Alten Schloss, um unter der Ägide des Landesmuseums Model zu erstehen oder auch eigene begutachten und schätzen zu lassen. Letzteres war die Aufgabe von Leo von Stieglitz, der die volkskundliche Sammlung des Landesmuseums betreut. Vorgelegt wurde ihm zum Beispiel von Ursula Ueberall aus Neuhausen auf den Fildern ein Model mit einem Dutzend filigraner Motive, meist Figuren in bäuerlicher Tracht oder in Ausübung ihres Handwerks. Stieglitz schätzte das Stück auf die Zeit um 1860 und vermutete, dass man dafür einen Preis von 500 bis 1.000 Euro erzielen könne.</p>
<p>Die meisten der derzeit erhältlichen historischen Stücke stammen aus dem 19. Jahrhundert, obwohl die Tradition der &#8220;Gebildgebäcke&#8221;, wie der Fachmann die mit Formen belegten Backwaren nennt, bereits aus dem Mittelalter bekannt ist. Damals hätten die Klöster zu festlichen Anlässen, die sich aus dem christlichen Feiertagskalender ergaben, ihren weltlichen Herrschaften solcherart verzierten Brote und Lebkuchen überreicht. Deshalb haben auch die meisten Model christliche Motive, aber mit der Verbreitung in die bäuerlichen und bürgerlichen Haushalte in der Frühen Neuzeit, hat eine größere Formenvielfalt Einzug gehalten. Neben der Tier- und Pflanzenwelt gab es dann sogar Wilhelm II als Gebäckverzierung oder gar anzügliche Darstellungen. Deren Symbolwelt erschließt sich dem heutigen Betrachter allerdings nicht ohne weiteres, wie Christa Fischer aus Stuttgart zu berichten weiß, die eine der größten Modelsammlungen in Deutschland besitzt. &#8220;Da ist dann ein Mann mit einer Pistole abgebildet oder eine Frau mit einem Schuh,&#8221; sagte sie. Das seien versteckte Hinweise auf Potenz bzw. Hingabe. An ihrem Stand kann man einige Model erstehen, zum Beispiel ein etwa tellergroßes, mit floralen Motiven reichlich verziertes Hochzeitsmotiv aus dem 19. Jahrhundert. Kostenpunkt: 400 Euro. Aber Frau Fischer bietet auch bunt bemalte Positivabzüge von Stücken ihrer Sammlung an, die man als Wandverzierung in die Wohnung hängen kann.</p>
<p>Für die Völkerkundler des Landesmuseum, wie die mit der Organisation des Modelmarktes betraute Dagmar Bayer, bietet dieses Hobby einen reicher Schatz an Informationen über bäuerliche und bürgerliche Lebenswelten vergangener Jahrhunderte. &#8220;Es handelt sich  bei den Modeln um eine verdinglichte Zeitgeschichte und es sind daher außerordentlich wichtige Zeugnisse,&#8221; sagte sie. Für viele ist es aber auch einfach nur eine leckere Sache. Denn natürlich werden bis heute in vielen Haushalten vor allem im ländlichen Raum die beliebten &#8220;Springerle&#8221; gebacken, eine Art Anis-Weihnachtsplätzchen aus einem Eier-Schaumteig. Woher der Name dafür kommt ist bis heute unklar. Man schwankt, ob es von dem häufigen Vorkommen eines Reiters mit Trompete abgeleitet wurde oder von dem Umstand, dass der Teig nach dem Ausrollen und der Motivverzierung erst einmal gären, &#8220;aufspringen&#8221;, musste. So manche Worte behalten eben doch ihre Bedeutung.</p>
<p>Viele Infos und Rezepte hier: <a href="http://www.springerle.com" target="_blank">www.springerle.com</a></p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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		<title>Auf der Trinkglasorgel komponieren</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jun 2008 19:28:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
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		<description><![CDATA[250 Grundschüler haben im Rahmen des Stiftsmusikfestes Orgeln aus Alltagsgegenständen gebastelt und dafür Musik komponiert. Musik ist eine ernste Sache und schwierig zu lernen. Dieses gängige Vorurteil in den Köpfen von Grundschülern aufzulösen, ist das Ziel eines Projektes für das Stiftsmusikfest im Juli. Etwa 250 Kinder haben dabei aus Alltagsgegenständen Instrumente gebastelt und dafür komponiert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>250 Grundschüler haben im Rahmen des Stiftsmusikfestes Orgeln aus Alltagsgegenständen gebastelt und dafür Musik komponiert.</strong></p>
<p><em>Musik ist eine ernste Sache und schwierig zu lernen. Dieses gängige Vorurteil in den Köpfen von Grundschülern aufzulösen, ist das Ziel eines Projektes für das Stiftsmusikfest im Juli. Etwa 250 Kinder haben dabei aus Alltagsgegenständen Instrumente gebastelt und dafür komponiert.</em></p>
<p>Im Rahmen des Stiftmusikfestes im Juli wird man nicht nur Bachmotetten und Kirchenchöre hören können, sondern auch so exotische Instrumente wie ein Küchengerätregister oder eine Trinkglasorgel. Letztere wurde von den Kindern der Johannes-Brenz-Schule im Rahmen eines Projektes gebaut, mit dem Grundschüler an die Welt der Musik herangeführt werden sollen. Konkret besteht die Orgel aus 18 kleinen Holzkonstruktionen, bei denen je ein Trinkglas den Klangkörper und Löffel das Schlagwerk bildet.</p>
<p>An drei Vormittagen haben die Kinder unter Anleitung des Musikpädagogen Gereon Müller die Instrumente gebastelt und, was eigentlich noch wichtiger ist, gleich ein Stück dafür komponiert. Die Kindern seien mit Feuereifer bei der Sache gewesen und hätten einmal einen ganz anderen Zugang zur Musik bekommen, ist Müller überzeugt. &#8220;Statt Musik respektvoll zu konsumieren, haben die Kinder jetzt erlebt, dass man das mit einfachsten Mitteln auch selbst machen kann,&#8221; sagte er. Die befragten Kinder äußerten sich ähnlich: vor allem das Komponieren hat es ihnen angetan. Zwar seien dabei ein paar Gläser zu Bruch gegangen, aber das hat dem Spaß keinen Abbruch getan, wie auch Anna Droese berichtet. Ihr Sohn hat bei dem Projekt mitgemacht und obwohl er bereits Geige spielt, habe ihm das auf jeden Fall den Horizont auf die große Welt der Töne und Geräusche erweitert. </p>
<p>&#8220;Wir haben 250 Kinder mit Musik infiziert,&#8221; sagt denn auch Christian Zech, der das Projekt im Rahmen des Stiftsmusikfestes initiert und geleitet hat. Mit zehn Gruppen in acht Stuttgart Grundschulen wurden in den letzten drei Monaten unter dem Thema &#8220;Organum&#8221; an den abenteuerlichsten Tonerzeugungsgeräten gebastelt. Zuvor konnten sich die Kinder bei Exkursionen in eine Orgelwerkstatt und in das Instrument der Stiftskirche eine lebendigen Eindruck dieser Klangungetüme verschaffen. Dann ging es unter der Anleitung von Musikprofis an die Umsetzung eigener Orgeln oder Schlagwerke. Zum Einsatz kommen normale Alltagsgegenstände wie Blasebälge, die mittels Gartenschläuchen diverse Holzflöten zum klingen bringen, oder auch Eisenstangen, Topfdeckel und Kugelbahnen.</p>
<p>Ein besonderes Prachtstück ist ein wassergetriebenes Instrument, dass Plastikflaschen zum Klingen bringt, sich allerdings etwas schwierig steuern lässt. Selbst aus den beliebten Lego-Steinen wurden Instrumente entwickelt. Diese in ein musikalisches Gesamtwerk zusammen mit der Orgel der Stiftskirche zu bringen, ist die Aufgabe des Kölner Komponisten und Interaktionskünstlers Bernhard König. Erste Höreindrücke bei der Generalprobe lassen ein spannendes, ungewöhnliches Stück Neue Musik erwarten. Zur Aufführung kommen die sehens- und hörenswerten Instrumente und die für sie von den Kindern entwickelten Kompositionen am 5. Juli um 10 Uhr in der Stiftskirche.</p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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		<title>Zeitzeugnisse allerersten Ranges</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jun 2008 18:58:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der 100. Ausgabe der Ansichtskartenmesse haben sich in der Liederhalle Sammler und Liebhaber getroffen Seit 1979 findet in Stuttgart drei- bis viermal im Jahr die Ansichtskartenmesse statt. Inzwischen ist daraus die wichtigste ihrer Art bundesweit geworden. Nicht zu Unrecht, denn die Karten mit den Bildmotiven bergen durchaus kleine kulturhistorische Schätze. Das Mädchen mit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Auf der 100. Ausgabe der Ansichtskartenmesse haben sich in der Liederhalle Sammler und Liebhaber getroffen</strong></p>
<p><em>Seit 1979 findet in Stuttgart drei- bis viermal im Jahr die Ansichtskartenmesse statt. Inzwischen ist daraus die wichtigste ihrer Art bundesweit geworden. Nicht zu Unrecht, denn die Karten mit den Bildmotiven bergen durchaus kleine kulturhistorische Schätze.</em></p>
<p>Das Mädchen mit der weißen Haube und dem roten Blumenstrauß schaut etwas verträumt aus der Grafik im Jugendstil. Hinter ihr ist eine fiktive Parkanlage abgebildet, deren beetgesäumte Wege im Horizont enden. Geworben wird vom Verlag Reklamekunst Stuttgart für die Große Frühjahrs Gartenbau-Ausstellung, die, so kann man lesen, vom 3. bis 12. Mai 1913 in der Gewerbehalle vom Württembergischen Gartenbauverein durchgeführt wurde, &#8220;Unter dem Schutz Sr. Maj. d. Königs&#8221;. Verschickt wurde die mit winzigem Sütterlin eng beschriebene Postkarte vier Tage nach dem Ende der Ausstellung nach Frankfurt-Echersheim &#8220;mit lieben Grüßen an Elisabeth&#8221;. </p>
<p>Solche auf den ersten Blick unscheinbaren Perlen deutscher Alltagsgeschichte kann man auf der Ansichtskartenmesse in der Liederhalle aufstöbern, die am Samstag zum 100. Mal stattfand. Etwa 800 Besucher kamen, um an der Ständen der über 80 Händler aus dem In- und Ausland ihre Sammlungen durch neue Stücke zu ergänzen, jeder natürlich in seinem persönlichen Spezialgebiet. Bei dessen Auswahl lassen sich </p>
<p>durchaus geschlechtsspezifische Merkmale beobachten, wie Fritz Keller, langjähriger Organisator der Messe, feststellt. &#8220;Männer sammeln topographisch, Frauen meist motivorientiert,&#8221; sagt er. Während sich also der maskuline Teil der Welt, die bei diesem Hobby im übrigen die große Mehrzahl der Interessierten stellt, eher auf eine bestimmte Region oder Stadt ausrichtet, von der man möglichst alle Ansichtskarten besitzen möchte, sucht die weibliche Kundschaft gerne nach Tiermotiven oder Glückwunschkarten zu den christlichen Feiertagen. </p>
<p>Mit einer Mischung aus privatem und wissenschaftlichem Interesse ist Joachim Wollasch aus Freiburg angereist. Der emeritierte Geschichtsprofessor von der Universität Münster interessiert sich für Stücke aus dem Zweiten Weltkrieg. Angefangen mit dem Sammeln hat er vor zehn Jahren und besitzt inzwischen 3.000 Exemplare. Feldpostkarten, Städtemotive aber auch Propagandakarten sind für ihn generell wichtige historische Bild-Zeugnisse von hohem Wert. Deshalb gehen auch viele Sammlungen nach dem Tod des Eigentümers an Museen und historische Archive. Faszinierend findet Wollasch auch die Widersprüche zwischen der heilen Welt der Fotomotive und den ernüchternden Mitteilungen der Kriegsteilnehmer an ihre Familien. &#8220;Die Zensur hat nicht sehr gut funktioniert. Sogar Orte sind verbotenerweise vermerkt,&#8221; sagt er verschmitzt. Viele erschütternde Nachrichten seien zu finden. </p>
<p>Es drängt sich der Eindruck auf, die Ansichtskarte sei mit dem Krieg verschwägert, dabei stieg nur der Kommunikationsbedarf. Im Krieg 1870/71 hatte die kurz zuvor eingeführte, so genannte Correspondenzkarte  ihren Durchbruch. Mit dem Entstehen des bürgerlichen Tourismus setzte sich der Siegeszug fort. Bereits 1905 wurden allein im Deutschen Reich über 500 Millionen Karten verschickt, eine Zahl, die nur noch von den Massen übertroffen wurde, die die Volksheere aus den Schützengräben des ersten Weltkriegs in die Heimat schickten. Es war der wenn auch traurige Höhepunkt der Ansichtskarte. Der ganz Rest bis heute ist im Grunde Abklatsch, lange Agonie, abebbende Nachwelle. Oder wie Fritz Keller sagt: &#8220;Die Karte verflachte zum simplen Reisegruß.&#8221; Etwa 400 Millionen gehen heute jährlich noch durch die Post, in ganz Europa.</p>
<p>Die große Masse der historischen  Poststücke wird auf der Messe zu Preisen zwischen fünf und zwanzig Euro gehandelt. In den Ramschkisten finden allerdings Anfänger schon wesentlich billiger Material für den Grundstock einer Sammlung. Daran gehen natürlich die Spezialisten Nase rümpfend vorbei. Die sitzen blätternd vor den wohlsortierten Schachteln der Händler, unter denen die Stuttgarter Messe als ziemlich wichtig gilt. Auch Ron de Bijl aus dem niederländischen Wassenaar macht hier &#8220;guten Business&#8221; und bietet seine Ware ein- bis zweimal im Jahr an. Sein teuerstes Stück ist eine bestens erhaltene Serie italienischer Karten mit Propaganda-Karikaturen aus dem ersten Weltkrieg. Mindestens 700 Euro will de Bijl dafür haben. Das Mädchen von der Gartenbauaustellung hat nur zehn gekostet und sieht sowieso viel schöner aus.</p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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		<title>Neuer Campus für die Waldorf-Uni</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jun 2008 18:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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		<description><![CDATA[Haussanierung und Gartengestaltung schaffen Raum für weltweites Zentrum der Waldorfpädagigik Waldorf wächst, auch in der Lehrerausbildung. An der Uhlandshöhe wurde gestern nicht nur der Umbau einer Villa zum Seminarhaus gefeiert, sondern auch die Eröffnung eines veritablen Campus. Die Freie Hochschule mit 300 Studierenden hat jetzt ein neues Zentrum. Das Gebäudensemble der Waldorfpädagogen unterhalb der Uhlandshöhe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Haussanierung und Gartengestaltung schaffen Raum für weltweites Zentrum der Waldorfpädagigik</strong></p>
<p><em>Waldorf wächst, auch in der Lehrerausbildung. An der Uhlandshöhe wurde gestern nicht nur der Umbau einer Villa zum Seminarhaus gefeiert, sondern auch die Eröffnung eines veritablen Campus. Die Freie Hochschule mit 300 Studierenden hat jetzt ein neues Zentrum.</em></p>
<p>Das Gebäudensemble der Waldorfpädagogen unterhalb der Uhlandshöhe ist um ein neues Schmuckstück reicher. Gestern wurde mit einer Feierstunde das sanierte und umgebaute Haus in der Haußmannstraße 48 eröffnet, aber tatsächlich geht die Bedeutung des damit entstandenen Campus über eine simple Renovierung weit hinaus. Kräftig umgestaltet wurde auch der Garten hinter der 2005 von der Freien Hochschule für Waldorfpädagigk gekauften Privatiersvilla. Mauern wurden niedergerissen und eine leicht ansteigenden Streuobstwiese angelegt, die die Verbindung zu dem dahinter liegenden Seminargebäude der Hochschule darstellt, Darum gruppiert sich eine Art Amphietheater aus grob behauenem fränkischen Jura.</p>
<p>&#8220;Wir wollten etwas mit schwäbischen Anklängen gestalten,&#8221; sagte Georg Schumacher, Dozent für Gestaltung an dem Seminar, in dem 300 Studierende zu Lehrern an Waldorfschulen aus- und fortgebildet werden. Über zwei Millionen Euro wurden investiert, um die bisher auf mehrere Gebäude verstreuten Seminare in eine vorher nicht vorhandene räumlichen Zusammenhang zu bringen. Vier Kursräume entstanden in der Villa, eine Mitarbeiterwohnung sowie eine Cafeteria.</p>
<p>Damit will die Hochschule, die als einzige der reformpädagogischen Bewegungen eine eigene Lehrerausbildung in unabhängigen, allerdings staatlich anerkannten Seminaren anbietet, ihrer Bedeutung als Zentrum der Waldorfbewegung Ausdruck verschaffen. Die ist inzwischen global und mit fast 1.000 Schulen ein weltweites Phänomen. So kommen die Studenten denn auch aus 50 verschiedenen Ländern, um sich in die pädagogische Theorie und Praxis auf der Basis der Lehren von Rudolph Steiner einführen zu lassen. 120 verlassen jedes Jahr die Einrichtung und tragen nicht nur das ganzheitliche Bildungskonzept, sondern auch ihr Bild von Stuttgart als den Ort in die ganze Welt, an dem die Ideen Steiners 1919 an gleicher Stelle zum ersten Mal Realität wurden.</p>
<p>Ein historisches Pfund, mit dem auch Bildungsbürgermeisterin Susanne Eisenmann in ihrem Grußwort wucherte. &#8220;Wir sind stolz auf Sie,&#8221; sagte Eisenmann und lobte das gelungene architektonische Gesamtkunstwerk. Angesichts der stark wachsenden Zahl von Eltern, die ihre Kinder lieber in eine private Schule in freier TRägerschaft als in eine staatliche Schule schicken, äußerte sich Claus Schmiedel, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, etwas nachdenklicher. Es sei es ein Alarmzeichen ersten Ranges, wenn so viele bildungsnahe Familien sich gegen das staatliche Angebot entscheiden, was er in Bezug auf die Qualität des Unterrichts gleichwohl verständlich fand. Alle Politiker betonten denn auch die wichtige Rolle der freien Schulen, um dem öffentlichen System Beine zu machen oder wie es Winfried Kretschmann von den Grünen formulierte: &#8220;Sie sind die Hefe im Teig des trägen staatlichen Schulwesens.&#8221; Um im Bild zu bleiben: Die Züchtung dieser Hefe hat jetzt ihren würdigen Ort gefunden.</p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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		<title>Mit Kunst über sich hinauswachsen</title>
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		<pubDate>Thu, 29 May 2008 18:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Der durch eine Krankheit an den Rollstuhl gefesselte Künstler Friedrich Zirm stellt in einem Drogeriemarkt aus Kunst im Schaufenster eines Drogeriemarktes ist keine Alltäglichkeit. Das Umfeld einer profanen Warenästhetik reizt aber Friedrich Zirm ganz besonders. Der an spastischer Lähmung erkrankte Künstler präsentierte gestern ein neues Projekt im dm-Markt im Kronprinzbau. Mit dabei: dm-Chef Götz W. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Der durch eine Krankheit an den Rollstuhl gefesselte Künstler Friedrich Zirm stellt in einem Drogeriemarkt aus</strong></p>
<p><em>Kunst im Schaufenster eines Drogeriemarktes ist keine Alltäglichkeit. Das Umfeld einer profanen Warenästhetik reizt aber Friedrich Zirm ganz besonders. Der an spastischer Lähmung erkrankte Künstler präsentierte gestern ein neues Projekt im dm-Markt im Kronprinzbau. Mit dabei: dm-Chef Götz W. Werner.</em></p>
<p>Das Thema des Stuttgarter Künstlers Friedrich Zirm ist die Reduktion auf das Wesentliche. Sich selbst bezeichnet Zirm als Freigrafiker und die Arbeit mit Kohlestift und Papier ist Kern seines Schaffens. Die abstrakten, schwarz-weißen Kompostionen aus Strichen und Linien zu deuten, überlässt Zirm ganz dem Betrachter. &#8220;Die Botschaft ist die Frage&#8221; steht dazu auf seiner Internetseite. Diese Schlichtheit und gelichzeitige Radikalität des Ausdrucks hängt sicherlich auch mit dem &#8220;Zustand&#8221; zusammen, wie Zirm selbst die Tatsache nennt, durch die Folgen einer spastischen Lähmung fast vollständig an den Rollstuhl gefesselt und auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Zeichnen muss er mit dem Mund, eine Technik, die er allerdings virtuos beherrscht, wie man in einem Video sehen kann, das parallel zu dem im Schaufenster des dm-Marktes im Kronprinzbau ausgestellten Werk gezeigt wird. &#8220;Mein Leben in Tüten&#8221; ist der Titel der Arbeit, die gestern Nachmittag in Anwesenheit von von Götz W. Werner, Inhaber der Drogeriekette dm, eröffnet wurde.</p>
<p>Zu sehen ist ein Schaufenster mit 44 Plastiktaschen von dm, drapiert auf einer massiven Gerüstkonstruktion. Die Tüten materialisieren die verflossenen Lebensjahre des Künstlers. Jede enthält daher 52 Blätter aus Büttenpapier mit jeweils sieben Strichen. Zwei Jahre hat Zirm für diese Arbeit gebraucht und seine ganze Kraft investiert. Inzwischen fällt ihm selbst das Sprechen sehr schwer, weshalb er seine Rede verlesen lassen musste. Darin bekennt sich der Künstler zu diesem profanen Standort für sein Werk, denn die Kunst müsse dorthin, wo der Alltag der Menschen stattfinde. Mit der Arbeit möchte er darauf aufmerksam machen, dass wir alle auf die Leistungen anderer Menschen angewiesen sind. &#8220;Keine Idee, keine Entwicklung wird real ohne die Mitwirkung aller.&#8221; Seine eigene Existenz sei bedingt durch die Krankheit die &#8220;reinste Form des Konsums von Dienstleistungen&#8221; und mit diesem Werk wolle er nun der Gesellschaft etwas davon zurückgeben. </p>
<p>Diese Haltung imponiert Götz W. Werner enorm. In der Öffentlichkeit bekannt wurde Werner, der ein Unternehmen mit fast 2.000 Filialen und 25.000 Mitarbeitern dirigiert, durch seinen Vorschlag von einem allgemeinen, staatlich finanzierten Grundeinkommen für jeden Bürger. Für Werner ist Zirm ein Vorbild dafür, dass es jedem Menschen gelingen kann, seine Schicksalsaufgabe zu meistern und dabei über sich hinauszuwachsen. &#8220;Jeder Mensch ist ein ergebnisoffenes Wesen, das seine scheinbare Determinierung überwinden kann,&#8221; sagte er. Die Kunst sei dabei eine besonders geeignete Form, mit der sich das Menschsein zur Wahrnehmung bringen könne. Sein Unternehmen unterstütze daher kulturelle Aktionen und übernehme damit gesellschaftliche Verantwortung.</p>
<p><em>[Artikel für die Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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