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	<title>baranek &#124; online &#124; publishing &#187; Messe</title>
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		<title>Subkultur im Shoppinggedränge</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Dec 2008 17:08:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[In den Wagenhallen sind Freunde des ausgefallenen Geschenks auf ihre Kosten gekommen Gewagt gestaltete Filztaschen, freche Babymoden oder kleine Kunstoriginale konnten am Wochenende beim Holy.Shit.Shopping in den Wagenhallen erstanden werden. Überrascht waren Veranstalter und Aussteller über den Andrang und die Kauflust der Besucher. Eine lange Warteschlange beim Einlass, Gedränge vor den Verkaufsständen, zufriedene Aussteller: beim [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>In den Wagenhallen sind Freunde des ausgefallenen Geschenks auf ihre Kosten gekommen</strong></p>
<p><em>Gewagt gestaltete Filztaschen, freche Babymoden oder kleine Kunstoriginale konnten am Wochenende beim <a href="http://www.holyshitshopping.de/" target="_blank">Holy.Shit.Shopping</a> in den Wagenhallen erstanden werden. Überrascht waren Veranstalter und Aussteller über den Andrang und die Kauflust der Besucher.</em></p>
<p>Eine lange Warteschlange beim Einlass, Gedränge vor den Verkaufsständen, zufriedene Aussteller: beim Holy.Shit.Shopping, das am Wochenende in den Wagenhallen am Nordbahnhof stattfand, war das Wort &#8220;Krise&#8221; kein Thema. Etwa zwanzig kleine Unternehmen boten ihre Produkte an, zumeist Dinge, die man nicht wirklich braucht, die das Leben aber schöner machen. Daher auch der Name der Veranstaltung, der das selbstironische Understatement ausdrückt, das die Anbieter zu ihren eigenen Produkten haben.</p>
<p>Vielleicht war die Minimesse, die eigentlich aus der Alternativkultur in Berlin kommt und auch in Köln und Hamburg Station macht, deshalb so erfolgreich, weil man dort Dinge bekam, die man sonst vergeblich sucht. Das Publikum war denn auch vorwiegend jung oder junggeblieben und begeisterte die Aussteller. &#8220;Die sind hier alle total nett und aufgeschlossen,&#8221; sagte zum Beispiel Heinke Breuer von <a href="http://www.berliner-toechter.de/" target="_blank">Berliner Töchter</a>. Mittels Digitaldruck überträgt sie ihre Fotos von Reklameschildern, die für Liebe, Harmonie oder Wunder werben, auf Leinwand und Keilrahmen. Bei Preisen ab zwanzig Euro gingen gestern vor allem die großen Motive und Breuer freute sich über das &#8220;Bombengeschäft&#8221;.</p>
<p>Aber bei weitem nicht alle Designer und Künstler kamen aus der Hauptstadt, recht viele aus der Region. So Jule Köhler aus Reutlingen, die zusammen mit einer Kollegin die Agentur <a href="http://patentanten.de/" target="_blank">Patentanten</a> betreibt. Vor allem ihre mit Filz und Alltagsmaterialen wie einer &#8220;echten Omatapete&#8221; bespannten Schlüssel- und Garderobenbrettchen waren der Renner. Kein Stück gleicht dem anderen. Es ist offenbar diese Mischung aus etwas abgedrehter Kreativität, realem Gebrauchswert und ironischer Haltung, die die Kunden zum Kaufen verführt. Aber vielleicht ist es auch das Bewusstsein, ein Unikat zu besitzen, dass mit Sicherheit so niemand sonst hat.</p>
<p>Und noch etwas kommt hinzu: &#8220;Die Leute haben das Gefühl, etwas gutes zu tun, denn sie wissen, dass die Leute hinter den Ständen das selber produziert haben und nicht irgendeine anonyme Fabrik,&#8221; sagte Harriet Udroiu, die die ganze Sache organisiert hat. Stuttgart sei einfach ein super Standort und die Wagenhallen passen perfekt zu der subkulturellen Ausrichtung. &#8220;Die Aussteller sind durchweg begeistert.&#8221; Kein Wunder, hatten sich doch etwa 3.000 Kauflustige eingefunden, wesentlich mehr als bei der Premiere im letzten Jahr.</p>
<p>Alle Erwartungen übertroffen wurden auch am Stand von <a href="http://www.S-T-G-T.de" target="_blank">S-T-G-T</a>, wo es mit Stuttgarter Motiven bedruckte Textilien gab. Geschäftsführer Michael Feigl war selber überrascht von der guten Stimmung. &#8220;Das ist ein großer Basar hier mit viel Lachen.&#8221; Verkaufsschlager an seinem Stand war ein T-Shirt mit rotem Stern und dem Fernsehturm als Silhouette sowie ein Damenhöschen mit der Aufschrift &#8220;Musterärschle&#8221;.</p>
<p>Noch zwei Trends, die zu beobachten waren. Zum einen gab es viele Stände mit salopp gestalteter Babykleidung, ein Zeichen dafür, dass die Subkultur Kinder eher integriert als ablehnt. Zum anderen scheint Filz das Lieblingsmaterial dieser Szene zu sein. Taschen, Hüte, Mäntel &#8211; es scheint nichts zu geben, was man nicht daraus machen könnte. Ein ganz besondere Verwendung hat Stef Hauser entwickelt, die auf Filzstreifen alte Fahrradschläuche appliziert und daraus dann Gürtel herstellt. Inzwischen hat sie in Berlin mehrere Fahradläden, die durchgefahrene Gummischläuche für sie sammeln. </p>
<p><a href="http://dirk-baranek.de/wp-content/uploads/2008/12/wagenhallen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-504" title="Warteschlange vor den Wagenhallen" src="http://dirk-baranek.de/wp-content/uploads/2008/12/wagenhallen.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung.]</em></p>
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		<title>Genuss fängt vor dem Essen an</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 16:55:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarisch]]></category>
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		<description><![CDATA[140 Aussteller präsentierten sich am Wochenende auf der Messe Lust auf Genuss. Dass kulinarische Freuden nicht unbedingt nur etwas mit hochwertigen Lebensmitteln zu tun hat, zeigte sich auch bei der Auswahl der angebotene Produkte.  Genuss ist mehr als die kenntnisreiche Auswahl der richtigen Zutaten und hängt offenbar wesentlich mit der Qualität der Werkzeuge zusammen, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>140 Aussteller präsentierten sich am Wochenende auf der Messe Lust auf Genuss. Dass kulinarische Freuden nicht unbedingt nur etwas mit hochwertigen Lebensmitteln zu tun hat, zeigte sich auch bei der Auswahl der angebotene Produkte. </strong></p>
<p>Genuss ist mehr als die kenntnisreiche Auswahl der richtigen Zutaten und hängt offenbar wesentlich mit der Qualität der Werkzeuge zusammen, mit denen diese verarbeitet werden. Diesen Eindruck konnte man jedenfalls am Wochenende auf der Messe Lust auf Genuss gewinnen. Mindestens ein Drittel der Aussteller boten nicht etwa kulinarische Köstlichkeiten an, sondern versuchten die zahlreichen Besucher für Küchen, Kochgeschirr, Edelstahlmesser, Schneidbretter mit Abfalllade oder Plastikbehältnisse zu interessieren.<br />
<span id="more-338"></span>  </p>
<p>Mit dabei auch ein Unternehmen, das sich mit öffentlichem Marketing sonst eher zurückhält: Tupperware. Dass in der bunten Standoptik sogar ein männliches und dann auch noch recht attraktives Wesen die zumeist weibliche Kundschaft beriet, hat auch mit dem gestiegenen Interesse von Herren an der Haushaltswelt zu tun, so Bezirkschefin Gabriela Raffael. Seit 33 Jahren veranstaltet sie die berühmt-berüchtigten Verkaufsparties und ist mit dem Messeverlauf recht zufrieden. Regionale Unterschiede gibt es beim Absatz kaum. &#8220;Im Süden verkaufen wir allerdings mehr große Mehlbehälter als anderswo,&#8221; sagt sie. Das hänge wohl mit der Spätzleküche zusammen.</p>
<p>Auf seine männliche Kundschaft kann auch Jürgen Stendle aus Deizisau von der Firma Dick setzen. Die edlen Schneidgeräte, die seit 1778 aus der Messerfabrik kommen, werden zu 80 Prozent von Männern gekauft. Die Frauen würden eher nur die kleinen Schnitzmesser kaufen, die Herr die größeren Profiklingen. Fünf gute Messer sollte man schon besitzen, um je nach Bedarf das richtige zur Hand zu haben, so Stendle. Beim Kauf am besten neben der Stahlqualität achten auf eine ergonomische Griffform und spaltenfreie Verarbeitung, sonst gäbe es Hygieneprobleme. </p>
<p>Den Andrang von kulinarisch interessierten Publikum nutzten auch etliche Markenartikler für einen Auftritt. Eine große Backpulverfabrik war mit einer Showküche präsent, ein namhafter Geschirrhersteller präsentierte eine von Karl Lagerfeld entworfene Kollektion und das schwäbische Unternehmen Gazi seine Palette mediterraner Milchprodukte. Das in Stuttgart-Ost beheimatete Unternehmen hat inzwischen 350 Mitarbeiter an drei europäischen Standorten und ist nach Angaben von Pressesprecher Kahraman Erdin Marktführer bei &#8220;ethnischen Lebensmitteln&#8221;, wie er die Weichkäse und Joghurtprodukte nennt, die auf türkischen Herstellungsverfahren basieren. &#8220;Unseren Namen kennt wegen des aktiven Sportmarketings schon fast jeder und hier sollen die Leute auch mal die Produkte kennenlernen,&#8221; so Erdin. Neuestes Produkt ist Helim, eine Art Fetakäse zum Grillen, der vor allem in Ostdeutschland sehr beliebt ist, wie Erdin etwas verwundert berichtet. Dort sei das als vegetarischer Kebap der Verkaufschlager. </p>
<p>Auffällig waren beider Messe auch die vielen Stände, an denen Trüffel angeboten wurden. Vor allem italienische Feinkosthändler boten den Edelpilzan, ab fünf Euro das nussgroße Stück aufwärts. Dabei auch der &#8220;Trüffel-Express&#8221; aus Offingen im Allgäu. Am Stand der Inhaberin Susanne Backes kamen Pilzfreunde voll auf ihre Kosten. Morcheln, Pfifferlinge, Steinpilze, Maronenröhrlinge und Trüffel zählten dazu. &#8220;Die besten Trüffel gibt es in der kalten Jahreszeit&#8221;, sagte Susanne Backes, der Weiße Trüffel aus Alba im Piemont sei der Begehrteste. Wer an den Stand kam, konnte auch gleich Pasta mit Trüffelbutter probieren. Davon wurde an den Weinständen oder denen mit Süßwaren reichlich Gebrauch gemacht. </p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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		<title>Genuss mit allen Sinnen auf der kulinart</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Nov 2008 16:43:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<description><![CDATA[6.000 Besucher haben sich auf der kulinart am Wochenende der Sinnenfreude hingegeben Die &#8220;Messe für Genuss &#38; Stil&#8221; fand am Wochenende zum vierten Mal im Römerkastell statt. Während die eine Hälfte der Aussteller hochwertige Delikatessen anbot, konnten sich die Besucher bei der anderen über Dekor oder auch Tabak informieren.  Unsere Welt soll genießbarer werden und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>6.000 Besucher haben sich auf der kulinart am Wochenende der Sinnenfreude hingegeben</strong></p>
<p><em>Die &#8220;Messe für Genuss &amp; Stil&#8221; fand am Wochenende zum vierten Mal im Römerkastell statt. Während die eine Hälfte der Aussteller hochwertige Delikatessen anbot, konnten sich die Besucher bei der anderen über Dekor oder auch Tabak informieren. </em></p>
<p><span style="font-style: normal;">Unsere Welt soll genießbarer werden und schöner. Überall. Selbst in die Dreckecken dringt der Wille vor, aus allem ein sinnliches Vergnügen zu machen. Dabei helfen zum Beispiel die Putzlappen, die die zwei Damen der Firma Hab+Seligkeiten aus Kernen vorstellten. Die mit Designmotiven bedruckten Schwammtücher sehen wirklich nicht nach Abwasch und Fensterputzen aus, sondern eher nach Museumsshop. Aber den Kunden scheint es mehr um positive Gefühle zu gehen, denn um Ästhetik. &#8220;Am besten verkaufen wir das Tuch mit dem Herz drauf,&#8221; sagte Elke Kurz, die die Idee vor zwei Jahren entwickelte und sich über Zuspruch auf der Genussmesse kulinart nicht beklagen kann. Offenbar haben die Damen wie die anderen 70 Aussteller, die sich am Wochenende in der Phoenixhalle des Römerkastells präsentierten, bei der vierten Ausgabe der &#8220;Messe für Genuss und Stil&#8221; ihre Klientel gefunden.</span></em></p>
<p><span id="more-329"></span><br />
Etwa 6.000 Besucher werden es wohl gewesen sein, die sich von dem gemischten Angebot aus Delikatessen, Weinen, Haushaltswaren und Innenausstattern inspirieren ließen, den Alltag in den eigenen vier Wänden zu verschönern. Veranstalterin Conny Krehn weiß den Standort zu schätzen. Zwar führt sie die Messe auch in Frankfurt durch, aber die schwäbische Metropole sei einfach eine Genießerstadt. &#8220;Stuttgart ist sinnlicher,&#8221; sagte sie. Außerdem lobt sie die &#8220;wunderschöne Location&#8221;, in der sofort diese besondere Stimmung entstehe, die es für eine solche Veranstaltung brauche.</p>
<p>Von der wollte auch Rainer Gutekunst profitieren, ein Malermeister aus Altdorf bei Böblingen. Vor Jahren hat er den väterlichen Betrieb übernommen, sich aber schon immer für Design interessiert und inzwischen auf kreative Wandgestaltung spezialisiert. Die setzt nicht mehr auf die Einheitstapete sondern auf Akzente mit Mineralputzen, die mit Farbpigmenten angemischt werden. Besonders die Bäder, die heutzutage niemand mehr komplett verfließt, werden immer wohnlicher. Trend im Wohnzimmer ist übrigens momentan die gute alte dicke Tapete mit großen farbigen Motiven, allerdings nur an einer Wand, quasi als schickes, leicht ironisches Zitat einer längst vergangenen Zeit. Die steht ja überhaupt hoch im Kurs, gerade auch bei Lebensmitteln der gehobenen Sorte.</p>
<p>Da ist viel von Tradition die Rede, von Handarbeit, von alten, wiederentdeckten Sorten. Industrielle Herstellung erscheint vielen verdächtig genussfeindlich, egal ob es sich um Wein, Tabak, Schokolade, Kaffee oder Wildkräuter handelt. Da ist das Angebot von Oliver Findewirth aus Berlin fast schon ein Fremdkörper. An seinem Stand gibt es Cocktails aus Dosen. Das Produkt ist erklärungsbedürftig, denn es besteht aus zwei kleinen Dosen, eine mit der Alkoholmischung gefüllt, die andere mit Fruchtsaft. Im Set gibt es den Shaker dazu, um die Elemente zu einem Mai Thai oder Sex on the Beach zusammenzufügen. Vor allem die weiblichen Konsumenten seien interessiert, meinte Findewirth. Da dürfte er auf dieser Messe richtig liegen, denn der Frauenanteil unter den Besuchern ist hoch.</p>
<p>Das ficht Siegfried Schäuble nicht an, denn sein Angebot wird doch eher von Männern frequentiert. In der Schwabstraße betreibt er ein Geschäft für feine Rauchwaren. Trotz der Nichtraucherschutzgesetze in der letzten Zeit kann er sich über fehlende Kundschaft nicht beklagen. &#8220;Das sind zumeist Genussraucher, die sich davon kaum beeindrucken lassen,&#8221; sagte er. Zwar gebe es weniger Möglichkeiten, im öffentlichen Raum hochwertigen Zigarren zu genießen oder eine Tabakspfeife für über tausend Euro anzustecken, aber das Geschäft wird davon kaum beeinträchtigt. Das Weniger an Konsum wird offenbar durch ein Mehr an Qualität wieder ausgeglichen. Denn selbst Raucher setzen inzwischen auf Jahrgänge, Sortenreinheit und Lagen, um den größtmöglichen Genuss zu erleben. Dazu gehört auch das Wissen, wer was wie gemacht hat. Die Aussteller seien alle klein, fein und individuell, meinte Conny Krehn, und könnten eine Geschichte zu ihren Waren erzählen. &#8220;Die Leute wollen einfach Produkte, bei denen sie die Macher kennen, vielleicht sogar persönlich.&#8221; Genuss spricht eben alle Sinne an, auch den Denkmuskel.</p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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		</item>
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		<title>Der Trend zum sozial kompatiblen Familientier</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 16:34:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Messe]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Tiermesse Animal hat am Wochenende viele Möglichkeiten geboten, sich über die Haltung von Tieren zu informieren   Viele tausend Tiere und noch mehr Menschen fanden sich am Wochenende auf der Tiermesse Animal ein. Der Trend zum Haustier ist ungebrochen und geht, dass wurde bei einem Rundgang deutlich, zum wohlerzogenen, möglichst artgerecht gehaltenen Familienmitglied.  Zunächst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Die Tiermesse Animal hat am Wochenende viele Möglichkeiten geboten, sich über die Haltung von Tieren zu informieren  </strong></p>
<p><em>Viele tausend Tiere und noch mehr Menschen fanden sich am Wochenende auf der Tiermesse Animal ein. Der Trend zum Haustier ist ungebrochen und geht, dass wurde bei einem Rundgang deutlich, zum wohlerzogenen, möglichst artgerecht gehaltenen Familienmitglied. </em></p>
<p>Zunächst die gute Nachricht für alle, die es nicht unbedingt schätzen, wenn sich ihre lieb gewonnenen Bilder über die Welt da draußen ständig verändern: Die ältere alleinstehende Dame mit dem Wellensittich gibt es noch! Das bestätigt jedenfalls Erich Ernst, der am Killesberg eine Tierarztpraxis betreibt, an Hand seiner alltäglichen Erfahrungen. Am Wochenende war Ernst auf der Tiermesse Animal als eine Art Wachhabender für die ambulante Betreuung der über 5.000 vierbeinigen Teilnehmer der IRAS zuständig, der Internationale Rassehundeausstellung. Bei so vielen Tieren auf engem Raum kann es schon mal zu bissigen Ausfällen kommen. &#8220;Heute ist alles total ruhig, bisher ist nichts passiert,&#8221; sagte Ernst.<br />
<span id="more-317"></span> </p>
<p>Nach seiner Meinung sind die Hunde inzwischen besser erzogen. Die Diskussionen der letzten Jahre, in denen die Angriffe aggressiver Hunde die Öffentlichkeit aufschrecken ließ, hat die Halter offensichtlich nicht unberührt gelassen. Man besucht vermehrt Hundeschulen, beschäftigt sich mit der Verhaltenslehre und ist bemüht, sozial kompatible Familienmitglieder heranzuziehen. Vom Aufsammeln der Hinterlassenschaften gar nicht zu reden. Auf diese Entwicklung haben nach Ansicht von Ernst auch die Züchter reagiert. Ästhetisch vielleicht wünschenswerte körperliche Merkmale, die aber die physiologische Natur der Hunde ad absurdum führen, sind inzwischen verpönt, das Beschneiden von Schwanz und Ohren nach dem neuen Tierschutzgesetz sogar verboten. Probleme bereitet aber immer wieder die starke Nachfrage nach bestimmten neuen Rassen, die gerade mal in Mode sind. &#8220;Wenn die Nachfrage stark zunimmt, kommen die hiesigen Züchter nicht nach und es werden vermehrt Tiere aus dem Osten eingeführt, die aber oft nicht gesund sind,&#8221; sagt Ernst.</p>
<p>Im Moment betrifft das den Mops, der vor allem bei jungen Leuten, die sich ihren ersten Hund kaufen, sehr beliebt ist und eine echte Renaissance erlebt. Die aktuell beliebtesten Rassen lassen sich auch ganz gut an den Zahlen der Kleinanzeigen bei Deine-Tierwelt.de ablesen, nach eigenen Angaben Deutschlands größter Tiercommunity im Internet. Labrador, Golden Retriever, Chihuahua und Jack Russel führen die Listen mit Abstand an. Drei Millionen Nutzer besuchen die Seite im Monat und suchen dort nicht nur Infos sondern auch die Möglichkeit der tierischen Selbstdarstellung, so Carolin Lohse, die das Marketing der Webseite leitet. &#8220;Bei uns ist nicht das Profil des Nutzers das Wichtigste, sondern die ausführliche Präsentation seines Haustieres,&#8221; sagte sie. Das Tier als Ausdruck der Persönlichkeit seines Besitzers scheint ein echter Trend zu sein. Und wer will heutzutage schon als ungepflegter, schlecht erzogener, gar bissiger Mensch gelten?</p>
<p>Probleme scheint es allerdings verstärkt zu geben, wenn sich das Verhältnis mit dem Tier nicht so entwickelt, wie man sich das gewünscht hat. Davon kann Marion Wünne erzählen, Leiterin des Tierheim Stuttgart, das ebenfalls mit einem Stand vertreten ist. Immer mehr Menschen würden sich sang- und klanglos von ihren Tieren trennen. Besonders zu schaffen machen den Tierschützern die in freier Wildbahn ausgesetzten oder vor dem Tierheim angebundener Exemplare. &#8220;Wir kennen dann die Vorgeschichte nicht, was alles nur noch schwieriger macht,&#8221; sagte Wünne. Sie würde sich wünschen, dass die Halter ohne schlechtes Gewissen ins Tierheim kommen, um die Kreaturen abzugeben. Beschimpft würde dort niemand. Von der Politik fordert Wünne ein Gesetz, wie es die Schweiz inzwischen hat. Dort müssen alle Tierhalter vor dem Kauf einen Tierführerschein vorlegen, um Sachkunde über die artgerechte Haltung nachzuweisen. In einigen Fällen wird man dann sogar verpflichtet, zwei Exemplare des Tieres zu halten, wenn die Einzelhaltung nicht artgerecht ist.</p>
<p>Während also die einen ihre tierische Anschaffung illegal entsorgen, wenn es den persönlichen Lebensumständen nicht mehr entspricht, steigt bei den anderen mit der verstärkten Identifikation der Wunsch, dieser Verbundenheit auch über den Tod hinaus Ausdruck zu verschaffen. Davon profitieren die auf der Messe mit einigen Ständen vertretenen Tierkrematorien. &#8220;Die emotionale Bedeutung des Ablebens des Haustieres wächst,&#8221; sagte zum Beispiel Heidi Riekert vom Tierschutzzentrum Pfullingen, das in Hedelfingen einen Tierfriedhof betreibt. Erd- oder Urnenbestattungen für Hunde, Katzen, Hasen &#8211; es gibt auch hier inzwischen eine Lösung für jeden Geschmack.   </p>
<p>Dieses Problem stellt sich in einem aktuell boomenden Hobby nicht, das die Interessengemeinschaft Vogelspinnen Stuttgart an ihrem Stand vorstellt. In den ausgestellten Glasvitrinen befinden sich handtellergroße Exemplare, die bei den Besucher Faszination und leichten Ekel auslösten. Trotzdem kann sich der Verein nicht über Zuspruch beklagen, wie Steffen Haller vom Vereinsvorstand berichtete. Bei den monatlichen Treffen finden sich regelmäßig bis zu 60 Interessierte ein, sogar immer mehr Frauen, für Haller ein erstaunlicher Umstand. Er selbst hält in einem Zimmer seiner Wohnung etwa 300 Exemplare, die aber selbst in freier Natur nicht viel mehr Platz benötigen.    </p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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		</item>
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		<title>Mehr Menschen den schlechten Geschmack verderben</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Apr 2008 18:08:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarisch]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein eigenes Kontrollsystem hat auf der Slow Food Meese verhindert, dass manipulierte Lebensmittel angeboten wurde Der Trend nach gesunden, unverfälschten Lebensmitteln scheint ungebrochen. Davon profitierten am Wochenende die Veranstalter der Slwo Food Messe. Mit eigenen Kontrollen wurde für die Einhaltung der strengen Kriterien gesorgt. Am Wochenende drängten sich etwa 50.000 genussfreudige Besucher durch die Slow [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Ein eigenes Kontrollsystem hat auf der Slow Food Meese verhindert, dass manipulierte Lebensmittel angeboten wurde</strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;"><em>Der Trend nach gesunden, unverfälschten Lebensmitteln scheint ungebrochen. Davon profitierten am Wochenende die Veranstalter der Slwo Food Messe. Mit eigenen Kontrollen wurde für die Einhaltung der strengen Kriterien gesorgt.</em></span></strong></p>
<p>Am Wochenende drängten sich etwa 50.000 genussfreudige Besucher durch die Slow Food Messe. Unter dem Motto &#8220;Markt des guten Geschmacks&#8221; konnten sie sich über die kulinarischen Angebote von über 300 Ausstellern informieren, die vor allem regionale Spezialitäten präsentierten. Darunter waren so seltene Produkte wie Rehsalami, schwäbische Weinbergschnecken oder Chillihonig. Alle Anbieter mussten sich vor Beginn der Messe verpflichten, eine Ausstellerordnung mit detaillierte Vorschriften zu erfüllen, welche Herstellungsverfahren und Inhaltsstoffe bei den feilgebotenen Produkten erlaubt sind. Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Verdickungsmittel, Konservierungsstoffe &#8211; all das war Tabu. </p>
<p>Für die Prüfung der Anträge sowie die Einhaltung der Vorgaben auf der Messe selbst waren zwei Experten von Slow Food Deutschland zuständig. Der Chemiker Hans Kniepkamp und der pensionierte Werbemanager Hans-Werner Bunz sind seit Jahren in der Organisation tätig und haben die Prinzipien ausgearbeitet. &#8220;Wir wollen die Wahrhaftigkeit des Geschmacks durchsetzen,&#8221; sagt Kniepkamp. Bei Luxusuhren oder Modeaccessoires wollten die Kunden ja auch das Original und nicht die gefälschten Kopien. Da es aber aufgrund der besonderen Bedingungen bei der industriellen Großproduktion von Lebensmitteln zu Einbußen beim Geschmack kommt, müssten die Hersteller auf die biochemischen Tricks der Fooddesigner zurückgreifen. Diese verfälschen den authentischen Geschmack der Ausgangsprodukte, von den bisher allerdings nicht nachweisbaren Gesundheitsrisiken einmal ganz abgesehen. Denn nach dem Lebensmittelrecht sind diese Methoden erlaubt. Wer allerdings geräucherte Wurstwaren kauft, möchte eigentlich schon, dass diese in der Räucherkammer gedörrt und nicht mit einer Rauchdusche auf aromatisch getrimmt wurden. </p>
<p>Vor solchen Tricks schütze das Bio-Siegel allein nicht, so die Prüfer. Das sage im Grunde nur, dass die Produktionshilfsstoffe ebenfalls aus biologischem Anbau stammen. Dem Geschmack wurde trotzdem auf die Sprünge geholfen, was nach Meinung der Slow-Food-Experten langfristig zu einer sensorischen Verarmung der Verbraucher führt. Seine Kinder hätten sofort gemeckert, als er privat auf Slow Food umgestellt habe, berichtet Hans-Werner Bunz. &#8220;Papa, du hast uns den Geschmack versaut!&#8221; hätten sie gejammert. Bunz amüsiert das, zeigt ihm aber, dass er mit seinen Aktivitäten auf dem richtigen Weg ist. &#8220;Wir wollen mehr Menschen den schlechten Geschmack verderben,&#8221; sagt er. </p>
<p>Rund zehn Prozent der vorgeschlagenen Lebensmittel wurden gar nicht erst zur Messe zugelassen. Auch während der Veranstaltung sind die Experten bei Stichproben fündig geworden. Laborkontrollen konnten keine durchgeführt werden, man hat sich auf die auf den Etiketten deklarierten Angaben verlassen. &#8220;Totale Kontrolle ist nicht machbar,&#8221; sagt Hans Kniepkamp. Die Aussteller hätten einen gewissen Vertrauensvorschuss verdient. Moniert wurden unter anderem ein paar Balsamico-Essige, bei denen mit Zuckerfarbstoff nachgeholfen wurde. Der italienische Edelessig ist besonders anfällig für Manipulationen, dauert doch die Herstellung des Originalprodukts mindestens ein Jahrzehnt, bis aus dem vergorenen Wein die dunkelbraune, fruchtig-süßliche Essenz entsteht. Für ein Zehntel-Liter-Fläschchen sind dann schon mal 80 Euro im Laden fällig. Zwar behaupten die Hersteller der handelsüblichen Produkte nicht, diese Herstellungsmethode verwendet zu haben, dann dürften sie sich mit dem Titel Aceto Balsamico Tradizionale schmücken, aber bezüglich Farbigkeit und Konsistenz wollen sie in drei Monaten Herstellungszeit so nah wie möglich an das Original herankommen. Ohne Einsatz von Hilfsmitteln geht das nicht. Auf der Slow Food Messe konnten sie allerdings damit niemandem den Geschmack verderben.</p>
<p><em>[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]</em></p>
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		<title>Intergastra: Gesunder Genuss ohne Verzicht</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 14:39:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Gastronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Intergastra stehen regionale Spezialitäten und gesundheitsbewusster Genuss im Zentrum des Interesses  Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung befinden sich im Umbruch. Immer mehr Gäste fragen nach regionalen Spezialitäten oder wollen sich gesundheitsbewusster ernähren. Das Aufkommen asketischer Genussfeindlichkeit ist allerdings nicht zu befürchten. Auf der Intergastra, der Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie, die noch bis Dienstag auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Auf der Intergastra stehen regionale Spezialitäten und gesundheitsbewusster Genuss im Zentrum des Interesses</strong></p>
<p> <em>Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung befinden sich im Umbruch. Immer mehr Gäste fragen nach regionalen Spezialitäten oder wollen sich gesundheitsbewusster ernähren. Das Aufkommen asketischer Genussfeindlichkeit ist allerdings nicht zu befürchten.</em></p>
<p>Auf der Intergastra, der Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie, die noch bis Dienstag auf der Neuen Messe stattfindet, ist das Thema regionale Lebensmittel in aller Munde. Das ist durchaus wortwörtlich zu nehmen, denn an vielen Ständen von Herstellern und Lieferanten, die den Fachbesuchern ihre Produkte präsentieren, wird eifrig gekocht und gebruzzelt, um die Kunden auf den Geschmack zu bringen. &#8220;Es gibt eine Renaissance des Regionalen,&#8221; sagt Hendrik Markgraf, Chefredakteur der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung, dem größten Fachblatt der Branche aus dem Stuttgarter Matthaes Verlag. Allerdings werden diese Spezialitäten nun auch zeitgemäß überarbeitet, denn, und das ist der zweite Trend, das Thema Gesundheit beherrscht die Köpfe viele Gäste. Dabei müssen sich die Gastronomen und Gemeinschaftsverpfleger in Betrieben, Universitäten und Schulen allerdings einiges einfallen lassen, denn verzichten will niemand. &#8220;Der Genuss steht immer im Vordergrund, Askese ist nicht gefragt,&#8221; sagt Markgraf.</p>
<p>Diesen Spagat zwischen Genussfreude und Gesundheitsbewusstsein muss auch der Spätzlefabrikant Bürger bewältigen. Deshalb bastelt man in der Ditzinger Zentrale jetzt an neuartigen Maultaschen. Es wird eine vegetarische Version geben und eine Fleischversion mit wesentlich weniger Fett. &#8220;Die Kunden wollen nicht verzichten, sondern clever essen,&#8221; sagt Katharina Bittner aus der Marketingabteilung. Bundesweit bietet Bürger inzwischen seine Produkte an und setzt dabei auf den hohen Bekanntheitsgrad des schwäbischen Traditionsgerichtes. So hat eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstitutes Forsa ergeben, dass die Maultasche die bekannteste regionale Spezialität in Deutschland ist &#8211; nach der Weißwurst. 85% aller Deutschen haben schon mal von der schwäbischen Teigtasche gehört.</p>
<p>Der Trend zum regionalen Lebensmittel treibt auch die ganzen Großen der Branche um, wie Rainer Thomas, Geschäftsführer der Metro Cash &amp; Carry, die bundesweit 60 Großhandelsmärkte betreibt. Inzwischen bekommt man dort auch Bodenseefelchen und schwäbisch-hallisches Schwein. Sogar mit der deutschen Slow-Food-Bewegung, die sich mit wachsendem Erfolg für den Einsatz regionaler Produkte stark macht, arbeitet man inzwischen zusammen. Für Thomas ist das eine selbstverständliche Anpassung an die Wünsche der Kunden, die die verstärkte Nachfrage der hungrigen Esser befriedigen müssen. Das sich hier etwas geändert hat, kann auch Gerda Haas feststellen, die über 2.000 Mitarbeiter bei der EADS in Ulm versorgen muss. &#8220;Wenn wir Linsen mit Spätzle auf die Karte setzen, ist das immer der Renner,&#8221; sagt sie. Außerdem würden die Kantinenbesucher gezielter essen und die Portionen seien kleiner geworden.</p>
<p>Das kann auch Dennis Haym feststellen, Vertriebsleiter beim Stuttgarter Lieferservice Staiger. Seit 17 Jahren beliefert man unter anderem das Porsche-Werk in Zuffenhausen mit Frischkost und vorbereitetem Gemüse. &#8220;Es wird inzwischen definitv weniger gegessen,&#8221; sagt Haym. Biologisch produzierte Lebensmittel spielen in der Gemeinschaftsverpflegung aus Kostengründen noch keine große Rolle und auch die Gastronomie ist eher zögerlich. Seit allerdings auf den Speisekarten kennzeichnungspflichtige Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Emulgatoren oder Konservierungsstoffe angegeben werden müssen, sind zumindest solche Vorprodukte fast ganz verschwunden. Das Gesundheitsbewusstsein steigt also, was auch Umweltministerin Tanja Gönner begrüßt, die sich am Stand des Gastroverbnades DEHOGA für ein Schaukochen zur Verfügung stellte. Äpfel schnitzend lobte die Ministerin die hohe Umweltverträglichkeit regional produzierter und verzehrter Lebensmittel auf Grund der geringeren Belastung durch weite Transporte. Wirtschaftlich sei das sowieso gut für das Land, finde doch die komplette Wertschöpfungskette hierzulande statt.</p>
<p><em>[Der Artikel ist am 11. Februar 2008 in der STUTTGARTER ZEITUNG erschienen]</em></p>
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		<title>Wellnessthemen mischen Mineralienbörse auf</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Nov 2007 15:12:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Das wachsende Interesse an der angeblich heilenden Wirkung bestimmter Steine belebt die Mineralienszene Heute beginnt die 30. Internationale Mineralien- und Fossilienbörse in Halle 8 der Neuen Messe. Die 300 Aussteller haben nicht nur der Sammlerszene etwas zu bieten, sondern auch der wachsenden Zahl von Interessenten an der esoterisch inspirierten Steinheilkunde. Wellness ist der neue Trend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Das wachsende Interesse an der angeblich heilenden Wirkung bestimmter Steine belebt die Mineralienszene</strong></p>
<p><em>Heute beginnt die 30. Internationale Mineralien- und Fossilienbörse in Halle 8 der Neuen Messe. Die 300 Aussteller haben nicht nur der Sammlerszene etwas zu bieten, sondern auch der wachsenden Zahl von Interessenten an der esoterisch inspirierten Steinheilkunde.</em></p>
<p>Wellness ist der neue Trend auf der Internationalen Mineralien- und Fossilienbörse, die dieses Jahr ihr 30. Jubiläum feiert. In einer zum ersten Mal vorgestellten Wellness-Oase können sich die erwarteten 20.000 Besucher über die verschiedenen Facetten der Steinheilkunde informieren. Damit ist nicht die orale Verabreichung bestimmter Mineralien gemeint, sondern deren äußerliche Anwendung als Massagesteine, Edelsteinöle und die Nutzung bei Wasser aufbereitenden Methoden. &#8220;Das Interesse aus dem esoterischen Bereich an Mineralien hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Dem wollen wir Rechnung tragen&#8221;, sagt Brigitte Krawietz-Rometsch von der Messeorganisation. Warum diese Anwendungen vor allem bei Migräne, Muskelverspannungen und psychosomatischen Erkrankungen Heilerfolge bringen, weiß Michael Gienger, Autor diverser steinheilkundlicher Schriften, auch nicht so genau. &#8220;Vermutlich hängt das mit dem energetischen Austausch zusammen,&#8221; sagt er. Die Besucher haben auf der Messe Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit diesen Methoden zu machen. Es stehen einigen Massagestationen bereit und an einer Wasserbar kann normales, durch verschiedene Verfahren aufbereitetes Trinkwasser probiert werden.</p>
<p> Durch diese Ausrichtung versucht man der Messe neuen Schwung zu verleihen. Die Rechnung könnte aufgehen. Die Ausstellungsfläche wurde um ein Viertel erweitert und die Zahl der Aussteller ist auf nun auf etwa 300 gestiegen, von denen viele ihre Standflächen gegenüber dem Vorjahr vergrößert haben. Deshalb kommen die klassischen Bereiche trotzdem nicht zu kurz. Dazu tragen auch die Sonderschauen bei, von denen eine dem rumänischen Gold gewidmet ist. Diese Schau wird von Franz Xaver Schmidt betreut, der beruflich als Leiter der Mineraliensammlung beim Museum für Naturkunde tätig ist. Diese Sammlung ist nicht öffentlich zugänglich, wie er bedauernd berichtet. Deshalb freut er sich umso mehr, seine Schätze auf der Messe dem interessierten Publikum zu zeigen. Zu sehen sind die diversen Formen mineralischen Goldes, die man noch heute in rumänischen Minen finden kann, wie zum Beispiel Berggold, seltene Golderze oder außergewöhnliche Mineralien wie Fullöppit.</p>
<p> In einer Schauschleiferei kann man mitgebrachte oder erworbene Steine so weit wie möglich bearbeiten lassen. Wer nicht so genau weiß, was sein kristallines Prachtexemplar für einen Marktwert hat, der kann das gute Stück von Fachleuten schätzen lassen. Stöbern, Einkaufen und Geschenke für Weihnachten sichern, das kommt auf dieser Messe auf jeden Fall nicht zu kurz, denn neben Mineralienhändlern gibt es auch viele Stände mit Sammlerzubehör, Schmuck und Kunsthandwerk.</p>
<p><em>[Der Artikel ist am 23. November 2007 in der STUTTGARTER ZEITUNG erschienen]</em></p>
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		<title>Das Gute liegt so nah bei der Messe Lust auf Genuss</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Nov 2007 15:10:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarisch]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Neuen Messe hat die Lust auf Genuss Premiere. Die Messe bietet eher bescheidene kulinarische Erlebnisse Die neue Messe &#8220;Lust auf Genuss&#8221; präsentiert seit gestern eine Halle voll mit kulinarischen Erlebnissen. Ein Streifzug durch die mit Winzern, Chocolatiers und Pfannenverkäufern gefüllte Halle ergab: Genuss kostet viel und einiges hält weniger als es verspricht. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Auf der Neuen Messe hat die Lust auf Genuss Premiere. Die Messe bietet eher bescheidene kulinarische Erlebnisse</strong></p>
<p><em>Die neue Messe &#8220;Lust auf Genuss&#8221; präsentiert seit gestern eine Halle voll mit kulinarischen Erlebnissen. Ein Streifzug durch die mit Winzern, Chocolatiers und Pfannenverkäufern gefüllte Halle ergab: Genuss kostet viel und einiges hält weniger als es verspricht. Es sei denn, es kommt aus der Region.<span style="font-style: normal;"> </span></em></p>
<p>Der gute alte Senf ist auch nicht das was er mal war. Ist wohl einfach nicht scharf genug. Deshalb gibt es am Stand von TimRott Chili-Senf. Schärfe ist schließlich nicht gleich Schärfe. &#8220;Senfschärfe spürt man in der Nase, Chili eher im Hals,&#8221; sagt der nette Mensch, der Kostproben des Sortiments auf kleinen bestrichenen Weißbrotstückchen feil bietet. Die Leute greifen zu, sind neugierig auf neue Genüsse. Zu lange hat man sich mit plumpem Mampfen abgegeben, jetzt darf es auch was kosten, die kulinarische Weltreise. Der Viertelliter eines südmarrokanischen Öls aus der Arganafrucht geht für 25 Euro über den Tisch und schmeckt wie Öl halt so schmeckt. Das handtellergroße Steak vom Fleisch des Wagyu-Rinds aus amerikanischer Züchtung kommt mit Pappteller auf den Stehtisch und hält nach Meinung von Bernd Seemann nicht, was der Apotheken-Preis verspricht. &#8220;Schmeckt schon besonders, ist aber für 17,50 zu teuer,&#8221; sagt er. Mit seinem Freund ist der 59-jährige Kaufmann aus Reutlingen auf die Messe gekommen und ist nicht begeistert. Einen Satz Kochmesser wollte der &#8220;nicht ambitionierte Amateurkoch&#8221; sich besorgen, aber die gibt es hier nicht. Vom Angebot der &#8220;Lust auf Genuss&#8221; ist er enttäuscht und wird sich einen zukünftigen Besuch gut überlegen.</p>
<p> Auf ihre Kosten kommen auf jeden Fall die Freunde regionaler Weine. Die ganz cleveren kaufen sich schon am Eingang ein Probierglas wahlweise mit Extrabändel zum Umhängen. Dann kann man am großen, modernen Gemeinschaftsstand der Werbegemeinschaft Württembergischer Weingärtnergenossenschaften die Produkte von 24 Winzern testen. Die werden immer besser, vor allem der Rotwein, meint der Geschäftsführer Kurt Huber, der sich über wachsenden Absatz außerhalb des Landes freut. Trotzdem hat er hier ein Heimspiel, denn hierzulande wird nicht nur fast doppelt so viel Wein pro Kopf getrunken wie in der Restrepublik, sondern vor allem dem eigenen Gewächs den Vorzug gegeben: 70 Prozent der Produktion bleibt im Land.</p>
<p>Schade, dass man in hiesigen Regionen keinen Kakao anbauen kann, wäre bestimmt ein Riesenerfolg. Denn wie der Wein, wird jetzt auch die Schokolade ein sortenreines Produkt, bei dem auf Herkunft und Sorte geachtet wird. &#8220;Grand Cru&#8221; heißt denn auch in Anlehnung an die Weinwelt eine Produktreihe der Firma Beschle, die der Online-Händler Chocolat de Luxe an seinem Stand anbietet. Das Wissen um die Lage der Pflanzung, der Kakaosorte, des Jahrgangs und der Aromen, die die umgebenden Pflanzen an die Früchte des Schattengewächses abgeben, machen aus dem gemeinen Nascher einen lutschenden Genussmenschen.</p>
<p>Die scheinen auch gerne ganz dicke Autos zu lieben. So präsentiert sich die Firma Rich-Prosecco vor einer schwarzen extralangen Stretchlimousine der Marke Hummer. Wild Passion, Kir Royal und Klassik heißen die drei Sorten des beliebten Italo-Sekts, den Rich, und das war die sensationelle Innovation, in kleinen goldenen Dosen verkauft. Prosecco aus Dosen, muss das denn sein? Das haben sich vor einem Jahr die meisten Brancheninsider gefragt und größtenteils mit Nein beantwortet. Inzwischen hat Rich über 10 Millionen Einheiten abgesetzt, nicht weil das Getränk so edel wäre, sondern wohl vor allem wegen des genialen Marketingkonzepts. Zur Absatzförderung wurde nämlich das Glamour-Girl Paris Hilton engagiert, das lebensgroß und leicht bekleidet in allen Supermärkten als Pappfigur das Produkt in die Köpfe der Zielgruppe brachte. Mit verfeinertem Genuss hat das rein gar nichts zu tun, eher mit dem wohligen Gefühl, mal vom leicht verruchten Luxus-Lotterleben zu kosten. Ein paar Tropfen wenigstens, aus der Büchse.</p>
<p>Denn Luxus ist in, der kommt ganz groß raus, eigentlich, also bei denen, die sich das leisten können. Die gehen dann zur Gourmet Schmiede in Ottersweiler und lassen sich ein Fest ausrichten. Gabriele Wacker ist Geschäftsführerin und berichtet von enorm gestiegenem Interesse an ihren Cateringleistungen. Sie organisiert viel für Firmen, aber auch die Privaten lassen sich nicht lumpen. Eine komplette Hochzeit für 100 Gäste mit Zelt im Garten und allen drumherum kann dann schon mal auf 20.000 Euro kommen. Über Auslastung ihrer 50 Mitarbeiter kann sie nicht klagen, fast jeden Tag hat sie irgendeinen Termin. Aber muss denn jetzt Genuss wirklich teuer sein? Gibt es denn da keine Schnäppchen oder so was? Gibts. Berge frischer, preisgünstiger Würste aus der Toskana oder fünf Liter kalabresisches Olivenöl für 40 Euro. Der Hit: Eine Tragetasche mit Köstlichkeiten von den Fildern: Sauerkraut, Rotkohl, Gurken, Pusztasalat. Für fünf Euro. Das Gute liegt so nah &#8230;</p>
<p><em>Die Messe Lust auf Genuss findet in der Halle 4 der Neuen Messe am Flughafen statt und ist noch bis Sonntag jeden Tag von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Tageskarte kostet zwölf Euro, ermäßigt neun Euro inklusive VVS-Fahrschein. Vorverkauf in vielen Lotto-Totto-Kiosken.</em></p>
<p><em>[Der Artikel ist am 23. November 2007 in der STUTTGARTER ZEITUNG erschienen]</em></p>
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		<title>Rekrutierung der Brückenbauer</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 15:13:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Samstag nahmen mehrere hundert chinesische Studenten an einem China Career Day im Rathaus teil, um sich über zukünftige Arbeitgeber zu informieren. Aus ganz Süddeutschland haben sich am Samstag etwa 1.500 chinesische Studenten im Rathaus eingefunden. Alle sind zurzeit an deutschen Universitäten eingeschrieben und viele stehen vor dem Abschluss. Die berufliche Zukunft stand daher im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Am Samstag nahmen mehrere hundert chinesische Studenten an einem China Career Day im Rathaus teil, um sich über zukünftige Arbeitgeber zu informieren.</strong></p>
<p><em>Aus ganz Süddeutschland haben sich am Samstag etwa 1.500 chinesische Studenten im Rathaus eingefunden. Alle sind zurzeit an deutschen Universitäten eingeschrieben und viele stehen vor dem Abschluss. Die berufliche Zukunft stand daher im Zentrum der Veranstaltung.</em></p>
<p>Auf der Leinwand, die an der Stirnseite des großen Sitzungssaals im Rathaus hängt, läuft vor der Begrüßungsrede des Oberbürgermeisters eine Präsentation als Endlosschleife. Immer wieder wird dort die Frage nach den häufigsten Nachnamen an der Universität Stuttgart gestellt. Müller, Meyer, Schmidt? Weit gefehlt: Müller, Wang, Li, Chang, Schmidt &#8211; so lautet die Rangliste. Sicher, im Reich der Mitte kommt man fast mit nur 20 verschiedenen Nachnamen aus, aber das Ergebnis ist doch bezeichnend.</p>
<p>1.450 chinesische Studenten sind in diesem Semester in Stuttgart eingeschrieben, aus keinem anderen Land außerhalb Deutschlands kommen so viele. Heute sind sie aus ganz Süddeutschland in die Stadt gekommen und machen aus den Fluren des Rathauses eine quirlige Mini-Messe, die sich China Career Day nennt. Daimler, Bosch, Audi, Bayer, Deutsche Bank &#8211; die Perlen der deutschen Wirtschaft sind mit kleinen Ständen vertreten, um sich als potenzielle Arbeitgeber zu empfehlen.</p>
<p>Nutzen will das auch Liang Chen. Die 25-Jährige ist in Peking aufgewachsen und studiert seit zwei Jahren Volkswirtschaftslehre in Freiburg. Nächstes Jahr will sie ihren Master of Finance ablegen und sich heute über zukünftige Arbeitgeber informieren. An Deutschland schätzt sie neben den international unschlagbar günstigen Studienkosten bei gleichzeitig hoher Qualität der Ausbildung vor allem das Ausmaß der persönlichen Freiheiten. &#8220;Ich habe erst hier gelernt, meine Persönlichkeit richtig zu entfalten,&#8221; sagt sie. Darum würde sie auch gerne im Land bleiben und hier arbeiten.</p>
<p>Das ist Peng Huang schon gelungen. Seit fünf Jahren lebt der 29-Jährige in Deutschland, hat hier sein Informatikstudium abgeschlossen und arbeitet nun bei einer IT-Firma in Ulm. Auf Deutschland fiel die Wahl, weil dessen Image in Asien einfach gesagt hervorragend ist. &#8220;Korrektheit, Gründlichkeit, Ehrlichkeit, dafür steht Deutschland in China,&#8221; sagt Chen. Das beste daran: Image und Wirklichkeit stimmen überein, wie er feststellen konnte. Nach Stuttgart ist er heute nur als Begleiter seiner noch in Darmstadt studierenden Frau gekommen. Ob die beiden in Deutschland bleiben, ist ungewiss, denn auch in China gebe es immer bessere berufliche Perspektiven. Hierzulande nervt Huang vor allem die Unfreundlichkeit gegenüber Ausländern im Alltag. &#8220;In den Medien liest und hört man nur schlechte Nachrichten über China und die Menschen reagieren eben entsprechend,&#8221; klagt er. In seiner derzeitigen Firma hat er allerdings überhaupt keine Probleme, dort sind alle sehr nett zueinander.</p>
<p>Inzwischen hat Wolfgang Schuster seine auf Englisch gehaltene Rede beendet, in der er sich einmal mehr als perfekter Verkäufer des High-Tech- und Mobilitätsstandorts Stuttgart zeigt. Immerhin war es ja auch seine Idee, diese Veranstaltung ins Rathaus zu holen. &#8220;Ich habe Herrn Schuster vor zwei Jahren zufällig bei einem Empfang in Shanghai getroffen und ihm von der geplanten Veranstaltung erzählt. Er hat uns dann spontan eingeladen,&#8221; sagt Jinglei Wan, Organisator, Chefredakteur und Herausgeber von Ouline, einem Magazin für chinesische Studenten im Ausland. Wan, der seit 15 Jahren in Stuttgart lebt und seinen Verlag vom Asemwald aus steuert, hat mit der Veranstaltung auf die veränderten Bedürfnisse seiner Leser reagiert.</p>
<p>Seit dem Jahr 2000 etwa seien die Zahlen chinesischer Auslandsstudenten sprunghaft angestiegen. Inzwischen sind viele mit dem Studium, das zumeist komplett hierzulande absolviert wird, fertig und suchten den Einstieg in ein Unternehmen. Stuttgart sei ein Jobparadies, da es viele Unternehmen beherbergt, die Mitarbeiter mit den bevorzugt gewählten Fachrichtungen Maschinenbau und Betriebswirtschaft suchen. Der Bedarf ist also da und deshalb wird die Veranstaltung im nächsten Jahr wohl weiter wachsen. Der Plan Schusters, diese globalisierte Generation von Jungakademikern als Brückenbauer zwischen den beiden kulturell so verschiedenen Ländern zu rekrutieren, könnte aufgehen.</p>
<p><em>[Der Artikel ist am 20. November 2007 in der STUTTGARTER ZEITUNG erschienen]</em></p>
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		<title>Pflichttermin für Hobbykünstler, Modellbauer und E-Gamer</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Nov 2007 15:16:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baranek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[100.000 Besucher werden auf den vier gleichzeitig stattfinden Freizeitmessen erwartet. Vier Freizeitmessen finden von morgen an auf der Neuen Messe statt. Fast 500 Aussteller präsentieren Produkte und Trends für Hobby, Kreatives Handwerken, Modellbau und Spielen. Erstmals sind mit dem Sonderbereich eSports die Videospiele vertreten. Bis Sonntag werden 100.000 Besucher erwartet. Die vier Freizeitmessen, die morgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>100.000 Besucher werden auf den vier gleichzeitig stattfinden Freizeitmessen erwartet.</strong></p>
<p><em>Vier Freizeitmessen finden von morgen an auf der Neuen Messe statt. Fast 500 Aussteller präsentieren Produkte und Trends für Hobby, Kreatives Handwerken, Modellbau und Spielen. Erstmals sind mit dem Sonderbereich eSports die Videospiele vertreten. Bis Sonntag werden 100.000 Besucher erwartet.</em></p>
<p>Die vier Freizeitmessen, die morgen ihre Türe auf der Neuen Messe am Flughafen für die Besucher öffnen, profitieren ebenso wie die bisher dort abgehaltenen Veranstaltungen von der Attraktivität des neuen Standorts. &#8220;Die Präsentationen der Aussteller sind aufwändiger geworden,&#8221; sagte Messegeschäftsführer Roland Bleinroth gestern während einer Pressekonferenz, bei der das Programm der gleichzeitig stattfindenen Messen Hobby &amp; Elektronik, Kreativ &amp; Bastelwelt, Modell Süd Bau &amp; Bahn sowie der Süddeutschen Spielemesse vorgestellt wurde. Die fast 500 Aussteller werden sich wahrscheinlich auf steigenden Andrang einstellen können. Erstmals will man die Hürde von 100.000 Besuchern nehmen. Das könnte klappen, denn die Branche profitiert von der positiven wirtschaftlichen Gesamtentwicklung. Zudem versuchen die Veranstalter mit der erstmals integrierten Schau eSports Convention, sich eine Scheibe vom boomenden Bereich der elektronischen Spiele abzuschneiden und für ein jüngeres Publikum attraktiver zu werden. Auf das warten dort unter anderem Show-Busse der Spiele-Plattformen Wii, Playstation und XBox sowie 50 High-End-Game-Stationen, auf denen Daddeln und Zocken in einer anderen Dimension möglich sein soll.</p>
<p>Die Zeichen stehen also auf Ausprobieren und Mitmachen und das gilt auch für die bewährten Messen der Bastler, Hobbykünstler, Handarbeiterinnen und Brettspieler. Auf Showbühnen, Workshoparealen und Modellwelten kann bekannten Profis über die Schulter gesehen und selbst kreativ Hand angelegt werden. So können zum Beispiel am Freitag Laternen gebastelt werden, die am späten Nachmittag gleich in einem Umzug über das Freigelände der Messe zum Einsatz kommen. Dort wird zudem der Versuch gestartet, mit der größten Laterne der Welt einen neuen Rekord aufzustellen. Ins Guiness Buch der Rekorde werden sich auch die Freunde der miniaturisierten Gleiswelten eintragen. 15 Teams aus neun europäischen Ländern arbeiten seit Tagen, um auf 1.500 Quadratmetern die größte transportable Modul-Anlage für Eisenbahnen der Spur N aufzubauen. Aber nicht nur kleine und große Bahnmanager kommen in den Hallen garantiert streikfrei auf ihre Kosten sondern auch Flugpiloten, Autorennfahrer und Freizeitkapitäne. Letztere haben ein 500 Quadratmeter großes Becken zur Verfügung, um ihre Schiffsmodelle zu präsentieren, während nebenan beim erstmals in Stuttgart ausgetragenen Ninco-World-Cup internationale Teams auf einer achtspurigen Modellrennbahn mit ihren Miniboliden um Pokale kämpfen.</p>
<p>Etwas ruhiger geht es traditionsgemäß auf der Spielemesse zu, auf der namhafte Verlage neue Brett-, Karten- und Lernspiele, Puzzle sowie Holzspielzeug vorstellen. Der niedrigere Lärmpegel sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch hier sehr spannend zugeht. Auf einer Spieleinsel können viele Produkte direkt ausprobiert werden und ganz Mutige treten gegen Arik Braun aus Backnang beim Simultanschach an. Aber Achtung: der Mann ist amtierender 1. Deutscher Jugend-Schachweltmeister! Nicht ganz so versierten Spielern stehen deshalb Betreuer des Württembergischen Schachverbandes mit Rat und Tat zur Seite. Übrigens: Stuttgart ist um einen Titel reicher. Von den Lesern einer bekannten Hobbyzeitschrift wurde die Stadt soeben zur Kreativhauptstadt des Jahres 2008 gewählt. Am Donnerstag wird Bürgermeisterin Susanne Eisenmann die Auszeichnung entgegennehmen. Die Stadt &#8220;verbindet in bester Form die Tradition der Kreativität und Kunst mit einer modernen, aktiv gelebten Kreativkultur&#8221; so die Laudatio.</p>
<p>Die Freizeitmessen haben täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Tageskarten inklusive VVS-Tickets für Hin- und Rückfahrt kosten 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, Familien 22 Euro. Vorverkauf am Automaten und vielen Kiosks.</p>
<p><em>[Der Artikel ist am 14. November 2007 in der STUTTGARTER ZEITUNG erschienen]</em></p>
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