Neues Quartier für alle Generationen

In der Cann­stat­ter Innen­stadt hat der Bau für das Pro­jekt Seel­berg­Woh­nen begon­nen

Mit einem Spa­ten­stich haben ges­tern Stadt, Bau­herr und Archi­tek­ten den Bau­be­ginn für ein neu­es Wohn­quar­tier auf dem Gelän­de der ehe­ma­li­gen Strick­wa­ren­fa­brik Ter­rot mar­kiert. Das Pro­jekt zeich­net sich durch die Ver­bin­dung von Woh­nun­gen und sozia­len Ein­rich­tun­gen aus.

Von Dirk Bar­an­ek

Mit einem Spa­ten­stich von Bür­ger­meis­ter Föll und den betei­lig­ten Bau­her­ren und Archi­tek­ten wur­de ges­tern in der Cann­stat­ter Innen­stadt der Bau­be­ginn für ein ganz neu­es Stadt­quar­tier mar­kiert. In dem Car­ree Wil­dun­ger und Kreuz­nacher Stra­ße ent­ste­hen bis Ende 2011 in zwei Bau­ab­schnit­ten 76 Eigen­tums­woh­nun­gen, 23 betreu­te Senio­ren­woh­nun­gen und ein Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­zen­trum mit einer Kin­der­ta­ges­stät­te und einem Alten­pfle­ge­heim. Etwa 45 Mil­lio­nen Euro wer­den von dem Sied­lungs­werk im „Seel­berg­Woh­nen“ genann­ten Quar­tier inves­tiert. Da auch die Stadt unter ande­rem durch die Ein­brin­gung eines Grund­stücks betei­ligt ist, wer­den die auf vier Häu­ser ver­teil­ten Stadt­woh­nun­gen zu einem Drit­tel nach sozia­len Kri­te­ri­en ver­ge­ben und kom­plett bar­rie­re­frei errich­tet.

Heu­te ist mit dem Bau­be­ginn für die­ses bedeu­ten­de Quar­tier ein beson­ders guter Tag für Cann­statt und Stutt­gart,“ sag­te denn auch Bür­ger­meis­ter Föll. Seit vor fünf Jah­ren der Insol­venz­ver­wal­ter der vor­her an glei­cher Stel­le pro­du­zie­ren­den und inzwi­schen abge­ris­se­nen Strick­wa­ren­fa­brik Ter­rot mit dem Vor­schlag der Neu­be­sied­lung auf die Stadt zukam, habe sich sich jetzt der Kreis geschlos­sen. Es folg­ten vie­le Dis­kus­sio­nen in den städ­ti­schen und bezirk­li­chen Gre­mi­en, die aber letzt­lich alle sehr posi­tiv ver­lie­fen, wie der Geschäfts­füh­rer des Sied­lungs­werks Bru­no Möws fest­stell­te.

Wich­tig war den Pla­nern einen Wohn­ort für alle Gene­ra­tio­nen zu schaf­fen. Fami­li­en mit Kin­dern, Senio­ren, Kör­per­be­hin­der­te und Pfle­ge­be­dürf­ti­ge sol­len auf dem innen­stadt­na­hen Filet­stück zusam­men­fin­den. Die­se Visi­on wird auch durch die Schaf­fung von Treff­punk­ten unter­mau­ert. Sogar ein neu­er öffent­li­cher Platz wird in der Ver­län­ge­rung der Dür­rhei­mer Stra­ße auf dem bis­her abge­schot­te­ten Gelän­de ent­ste­hen. Unter­mau­ert wird die­ser Anspruch auch durch den Umbau des soge­nann­ten „Blau­en Hau­ses“ in ein Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­zen­trum mit einer Wohn­ge­mein­schaft für Senio­ren, einer Wohn­grup­pe für Kör­per­be­hin­der­te, einer in letz­ter Minu­te aus­ge­han­del­ten Kin­der­ta­ges­stät­te und sechs Miet­woh­nun­gen. Außer­dem wird das bis­her in der Wil­dun­ger Stra­ße befind­li­che Pfle­ge­heim der Sankt Anna Schwes­tern Ell­wan­gen auf das Gelän­de umzie­hen.

Bür­ger­meis­ter Föll zeig­te sich denn auch über­zeugt, dass das Sied­lungs­werk bei dem Pro­jekt für eine hohe Qua­li­tät sor­gen wer­de und damit ein leben­di­ges Vier­tel für 350 bis 400 Men­schen ent­ste­hen wird. Offen­sicht­lich sehen dies die poten­zi­el­len Käu­fer der Eigen­tums­woh­nun­gen ähn­lich, denn das Inter­es­se sei groß und vie­le der Wohn­ein­hei­ten bereits ver­ge­ben, wie Bru­no Möws berich­te­te. Dazu bei­tra­gen mag auch das inno­va­ti­ve Ener­gie­kon­zept, mit dem die Anla­ge aus­ge­stat­tet wer­den soll. Nach sei­nem Wis­sen­stand sei es das ers­te Pro­jekt in der Lan­des­haupt­stadt über­haupt, so Möws, bei dem die Woh­nun­gen aus der Ener­gie des Abwas­sers mit Hei­zungs­wär­me ver­sorgt wer­den. Tech­nisch befin­det man sich also auf der Höhe der Zeit und dem ent­spre­chend wer­den För­de­run­gen aus diver­sen öffent­li­chen Pro­gram­men zum Kli­ma­schutz in Anspruch genom­men. Im ers­ten Bau­ab­schnitt wer­den 76 Eigen­tums­woh­nun­gen mit drei bis fünf Zim­mern ver­teilt auf vier Häu­ser errich­tet.

Nach deren Fer­tig­stel­lung wird dann das Pfle­ge­heim und das Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­zen­trum in Angriff genom­men. „Es wird ein Quar­tier für alle Gene­ra­tio­nen in allen Lebens­la­gen ent­ste­hen,“ sag­te Bür­ger­meis­ter Föll, der sich auch beein­druckt zeig­te, ange­sichts der Dimen­si­on der Anla­ge. Obwohl er nur 200 Meter ent­fernt woh­ne, sei ihm die Grö­ße der neu­en Flä­che nie so klar gewe­sen.

(Arti­kel für die Stutt­gar­ter Zei­tung / Lokal­teil)

Neues Quartier für alle Generationen

Telefonhotline für Mobbingopfer

Mob­bing ist kei­ne Lap­pa­lie, son­dern kann schwer wie­gen­de Fol­gen  haben. Pro­blem bei akti­ven Gegen­maß­nah­men ist die Ver­un­si­che­rung der Betrof­fe­nen. Dem will eine neu ein­ge­rich­te­te, kos­ten­lo­se Tele­fon­be­ra­tung abhel­fen.

Von Dirk Bar­an­ek

Etwa 25 Mil­li­ar­den Euro Scha­den ver­ur­sacht Mob­bing aktu­ell jedes Jahr in Deutsch­land, so die Schät­zung des Anwalts Har­ry Möl­ler-Stein. Das ist aber noch lan­ge nicht alles, denn der Vor­sit­zen­de des Ver­eins „Mob­bing kei­ne Chan­ce“ bezieht sich mit die­ser Zahl nur auf den Bereich der Unter­neh­men. Was mit dem anti­so­zia­len Ver­hal­ten in Schu­len, Ver­ei­nen oder Fami­li­en ange­rich­tet wird, ist in die­se Sum­me noch gar nicht ein­be­zo­gen. Das Leid der Betrof­fe­nen lässt sich aller­dings nur schwer bezif­fern, so die Initia­to­ren einer seit Anfang des Monats frei­ge­schal­te­ten Gra­tis-Hot­line (0800.6622445).

Psy­chi­sche Pro­ble­me, kör­per­li­che Beein­träch­ti­gun­gen, zer­rüt­te­te Kar­rie­ren — das sind nur ein paar der Fol­gen, die Mob­bin­g­op­fer erlei­den müs­sen. Dass es mit einem Wech­sel des Arbeits­plat­zes, an dem man gemobbt wur­de, allein nicht getan ist, berich­te­te bei der Vor­stel­lung der Hot­line Bernd Krau­ter. Beschäf­tigt in der mitt­le­ren Füh­rungs­ebe­ne bei einem Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men tat er die Schi­ka­nen zunächst als „nor­ma­le Macht­spiel­chen“ ab. Es gebe eben im Arbeits­le­ben einen not­wen­di­gen Wett­be­werb. Dann aber sei die Situa­ti­on gekippt. Über ein Jahr lang wur­de er nach sei­ner Ansicht sys­te­ma­tisch gemobbt, mit nie­de­ren Auf­ga­ben betraut oder mit unmög­lich ein­zu­hal­te­nen Ter­mi­nen unter Druck gesetzt. Schlaf­stö­run­gen, depres­si­ve Schü­be bis hin zu Selbst­mord­ge­dan­ken waren die Fol­ge. Irgend­wann ent­schloss sich Krau­ter zur Kün­di­gung, aber er sei bis heu­te trau­ma­ti­siert. Letzt­lich hat­te er ärzt­li­chen Rat gesucht.

Die­sen Weg beschrei­ten bis heu­te etwa 80 Pro­zent der Betrof­fe­nen. Die neue Tele­fon­be­ra­tung will Mob­bin­g­op­fern aber auch Tätern Wege auf­zei­gen, wie sie sich bes­ser weh­ren kön­nen. Ganz wich­tig dabei, so Petra Leut­be­cher, die als Coach Betrof­fe­ne beglei­tet, sei die früh­zei­ti­ge Erkennt­nis, dass man gemobbt wer­de. Um die Fol­gen zu bewäl­ti­gen, sei das Füh­ren eines Tage­buchs mit detail­lier­ten Beschrei­bun­gen der erlit­te­nen Akti­vi­tä­ten sehr wich­tig. Nur dann kön­nen man gerichts­fest Bewei­se sichern, die bei Scha­den­er­satz­kla­gen die Vor­wür­fe unter­mau­ern.

(Arti­kel für die Stutt­gar­ter Zei­tung / Lokal­teil)

Telefonhotline für Mobbingopfer

Kinderfreundliches Stuttgart ausgezeichnet

Pro­gno­sen kön­nen irren. So steigt ent­ge­gen aller Vor­her­sa­gen die Zahl der Gebur­ten wie­der an. Ein Teil zu die­ser Trend­wen­de bei­ge­tra­gen haben viel­leicht die viel­fäl­ti­gen Pro­jek­te, die Städ­te wie­der attrak­ti­ver für Fami­li­en zu machen. Eini­ge davon wur­den jetzt aus­ge­zeich­net und in einer Aus­stel­lung vor­ge­stellt.

Von Dirk Bar­an­ek

Kin­der hal­ten die Städ­te und Gemein­den leben­dig,“ sag­te Moni­ka Stolz, Lan­des­mi­nis­te­rin für Arbeit und Sozia­les bei der Eröff­nung der Aus­stel­lung „Woh­nen im Kin­der­land Baden-Würt­tem­berg“ im Rat­haus. Vor­ge­stellt wer­den dar­in die zwölf prä­mier­ten Pro­jek­te, die aus über 100 ein­ge­reich­ten Bei­trä­gen aus­ge­sucht wur­den und die bei­spiel­haft zei­gen sol­len, wie die Lebens­be­din­gun­gen von Fami­li­en und Kin­dern in den Kom­mu­nen mit kon­kre­ten Maß­nah­men ver­bes­sert wer­den kön­nen. Denn die Kon­se­quen­zen des demo­gra­phi­schen Wan­dels dro­hen die Grund­la­gen des städ­ti­schen Zusam­men­le­bens in Fra­ge zu stel­len. Des­halb sei die Ver­bes­se­rung der Infra­struk­tu­ren eine Dau­er­auf­ga­be, der sich die Poli­tik mit anspruchs­vol­len Ange­bo­ten stel­len müs­se. „Kin­der sol­len sich wohl füh­len und brau­chen Platz zum Spie­len und Toben.“ Begeis­tert zeig­te sich die Minis­te­rin ins­ge­samt von der Qua­li­tät der Bei­trä­ge des von ihrem Minis­te­ri­um und der Arbeits­ge­mein­schaft der baden-würt­tem­ber­gi­schen Bau­spar­kas­sen aus­ge­schrie­be­nen Wett­be­werbs. Dar­in zei­ge sich der hohe Stel­len­wert, den die­ses The­ma inzwi­schen habe. Aller­dings blei­be noch viel zu tun, doch der Bund und das Land sei­en dabei ein ver­läss­li­cher Part­ner der Kom­mu­nen, ver­si­cher­te sie. So wür­den fast eine hal­be Mil­li­ar­de Euro zusätz­lich zu den bereits vor­han­de­nen Mit­teln in den bei­den kom­men­den Jah­ren allein vom Land im Rah­men des Inves­ti­ti­ons­pro­gramms bereit­ge­stellt.

Freu­en kön­nen sich über die Ergeb­nis­se des Wett­be­werbs ins­be­son­de­re die Stutt­gar­ter Lokal­po­li­ti­ker. Immer­hin stammt ein Drit­tel der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jek­te aus der Lan­des­haupt­stadt. So wur­de die Stadt in der Kate­go­rie „Kom­mu­na­le Stra­te­gi­en und För­der­kon­zep­te“ mit einem zwei­ten Platz für die von Ober­bür­ger­meis­ter Schus­ter ange­sto­ße­nen Gesamt­stra­te­gie „Kin­der­freund­li­ches Stutt­gart“ gewür­digt. Beson­ders der Auf­bau des Netz­wer­kes aus Ver­wal­tung und pri­va­ten Initia­ti­ven sowie die Ent­schei­dung, die Anstren­gun­gen für mehr Kin­der­freund­lich­keit als Quer­schnitts­auf­ga­be in allen Berei­chen der Öffent­li­chen Hand zu ver­an­kern, habe eine Dyna­mik in Gang gesetzt, die die Stadt weit vor­an gebracht habe. Dass sich viel­leicht schon ers­te Anzei­chen einer posi­ti­ven Ent­wick­lung zei­gen, mach­te Bau­bür­ger­meis­ter Hahn deut­lich. Die Stadt habe erheb­li­che Anstren­gun­gen unter­nom­men und gebe inzwi­schen dop­pelt so viel Geld für Kin­der aus wie noch vor zehn Jah­ren. Ein Ergeb­nis sei die Tat­sa­che, dass die Innen­stadt für Fami­li­en wie­der attrak­ti­ver gewor­den sei. So ist der Wes­ten ent­ge­gen aller Vor­her­sa­gen inzwi­schen der gebur­ten­stärks­te Stadt­be­zirk. „Pro­gno­sen kön­nen irren,“ sag­te Hahn in Bezug auf die deut­li­che Trend­wen­de in der Geburts­sta­tis­tik.

Ins­ge­samt 35 Pro­jek­te aus der Lan­des­haupt­stadt haben sich an dem Wett­be­werb betei­ligt. Mit einem ers­ten Preis wur­de das Deger­lo­cher Jugend­haus Helen P. bedacht. Die Jury lobt die gelun­ge­ne Ver­bin­dung von alter und neu­er Archi­tek­tur sowie die dadurch mög­li­chen viel­fäl­ti­gen Ange­bo­te für Kin­der und Jugend­li­che. Einen Son­der­preis erhält der Erleb­nis­gar­ten der Niko­laus­pfle­ge, die sich vor allem um blin­de und seh­be­hin­der­te Men­schen küm­mert. In dem bar­rie­re­frei­en Gar­ten wer­den mit spe­zi­ell auf die­se Ziel­grup­pe abge­stimm­ten Ange­bo­ten die visu­el­len, moto­ri­schen und kogni­ti­ven Mög­lich­kei­ten der Kin­der und Jugend­li­chen geför­dert. Vor allem der Umstand, dass die Gestal­tung und Errich­tung des Gar­tens des Hau­ses am Dorn­busch­weg unter Ein­be­zie­hung von schu­li­schen und sozia­len Ein­rich­tun­gen voll­zo­gen wur­de, hat die Jury offen­sicht­lich über­zeugt. Eine Aner­ken­nung erhielt außer­dem ein pri­va­tes Pro­jekt in der Cann­stat­ter Glo­cken­stra­ße. Ein ehe­ma­li­ges Pro­duk­ti­ons­ge­bäu­de des Unter­neh­mens Mah­le wur­de von vier Fami­li­en ohne öffent­li­che För­de­rung unter dem Aspekt einer bes­se­ren Ver­bin­dung von Arbeit und Woh­nen umge­baut. Ent­stan­den sei ein Lebens­raum, der in die gesam­te Nach­bar­schaft aus­strahlt, und ent­wi­ckelt wur­de mit der „inno­va­ti­ven Kraft bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ments“, so die Jury. Dies sei für die Zukunft der Städ­te und Gemein­den unab­ding­bar.

(Arti­kel für die Stutt­gar­ter Zei­tung / Lokal­teil)

Kinderfreundliches Stuttgart ausgezeichnet

SSB-Fahrplan auf dem iPhone-Handy

Die SSB hat ein kos­ten­lo­ses Pro­gramm zu beque­men Fahr­pla­n­ab­fra­ge mit dem App­le­han­dy ver­öf­fent­licht

Nut­zungs­hemm­nis­se abbau­en steht bei den Mar­ke­ting­leu­ten der SSB ganz oben auf der Agen­da. Mit einer Gra­tis­an­wen­dung für das iPho­ne des Her­stel­lers Apple sol­len die Kun­den bes­se­ren Zugang zu den Fahr­plä­nen erhal­ten. Neben Ber­lin gibt es das bun­des­weit nur für Stutt­gart.

Von Dirk Bar­an­ek

Es war ein Schlüs­sel­er­leb­nis, das Mar­tell Beck, dem Mar­ke­ting­chef der SSB, zu den­ken gab. Freun­de hat­te ihm erzählt, wie umständ­lich es sei, den abend­li­chen Knei­pen­be­such mit den Ange­bo­ten sei­nes Unter­neh­mens abzu­schlie­ßen. Schwer erreich­ba­re Infos führ­ten schließ­lich dazu, dass die sich ein Taxi nah­men. „Da wur­de mal wie­der das all­ge­mei­ne Bauch­ge­fühl bestä­tigt, dass wir zu umständ­lich sind,“ sagt Beck. Die­ses zumeist ja unver­dien­te Vor­ur­teil sei aber das am wei­tes­ten ver­brei­te­te. „Damit haben wir am meis­ten zu kämp­fen.“ Des­halb sei man intern immer auf der Suche nach Mög­lich­kei­ten, Nut­zungs­hemm­nis­se abzu­bau­en.

Durch einen Medi­en­be­richt stieß Beck auf die klei­ne Fir­ma Metaquark aus Ber­lin. Die hat­ten im Herbst 2008 Furo­re gemacht durch die Pro­gram­mie­rung einer Anwen­dung für das modi­sche All­zweck­han­dy iPho­ne der Fir­ma Apple. Kern­funk­ti­on des klei­nen kos­ten­lo­sen Pro­gramms ist die Dar­stel­lung von Fahr­p­lan­da­ten des ÖPNV. Dabei nutzt das Pro­gramm geschickt die spe­zi­el­len Mög­lich­kei­ten des iPho­ne. Zum einen ver­fügt das über eine GPS-Loka­li­sie­rung. Das heißt das Gerät weiß also immer, wo man sich gra­de befin­det. Zum ande­ren kann man mit dem Smart­pho­ne, wie die­se Gerä­te hei­ßen, die wesent­lich mehr kön­nen als nur zu tele­fo­nie­ren, sei­ne Adres­sen ver­wal­ten. Das bedeu­tet: Man sitzt irgend­wo und möch­te von dort mit der SSB zu einem Bekann­ten, des­sen Adres­se man gespei­chert hat. Mit zwei-drei Klicks hat man gra­fisch sehr durch­dach­te Vor­schlä­ge auf dem Han­dy. Die nächst­ge­le­ge­ne Hal­te­stel­le, die Abfahrt­zei­ten und Umstei­ge­sta­tio­nen bis zum gewähl­ten Ziel — alles sofort und über­sicht­lich prä­sen­tiert. Man kann auch zuletzt genutz­te Hal­te­stel­len spei­chern und so zu sei­nem per­sön­li­chen Fahr­plan kom­men. jeder­zeit und über­all.

Der Ent­wick­ler und ange­hen­de IT-Inge­nieur Jonas Witt hat­te das Pro­gramm zunächst für die Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be ent­wi­ckelt, aber die fan­den das nicht so gut und ent­zo­gen ihm die Rech­te an den Fahr­p­lan­da­ten. Inzwi­schen hat er zwar das offi­zi­el­le Pla­cet der Ber­li­ner, aber die Stutt­gar­ter sind die ers­ten, die auf ihn zuge­kom­men sind, um das Pro­gramm für ihr Netz umzu­set­zen — inner­halb von nur zwei Mona­ten. „Die von der SSB sind über­haupt nicht so behör­den­mä­ßig,“ meint Witt und ist des Lobes voll über die unkon­ven­tio­nel­le Zusam­men­ar­beit. Letzt­lich hat die Sache einen nied­ri­gen fünf­stel­li­gen Betrag gekos­tet, um den etwa 30.000 iPho­ne-Nut­zern in der Regi­on, so die Schät­zung der SSB, die­sen kos­ten­lo­sen Ser­vice zu ermög­li­chen. „Das ist ein Test und wenn das erfolg­reich ist, wer­den wir das auch für ande­re Han­dy­mo­del­le ent­wi­ckeln,“ so Beck. Auf die Mög­lich­keit, mit dem Han­dy dann auch noch die Fahr­kar­te zu kau­fen, wird man aber wei­ter war­ten müs­sen. Das sei ein „Rie­sen­ding“ und nicht so ein­fach zu rea­li­sie­ren.

(Arti­kel für die Stutt­gar­ter Zei­tung / Lokal­teil)

SSB-Fahrplan auf dem iPhone-Handy

Ball der Nationen 2009: Gelehrtenrepublik feiert farbenfrohen Multikultiball

Mini-Kul­tur­fes­ti­val, kuli­na­ri­sche Welt­rei­se, Alum­ni­tref­fen — der Ball der Natio­nen ist wie­der Erfolg gewe­sen

Ein chi­ne­si­scher Chor singt ein schwä­bi­sches Volks­lied und Men­schen aus der gan­zen Welt sind begeis­tert. Das kann man nur beim Ball der Natio­nen erle­ben, der am Sams­tag Abend in der Lie­der­hal­le zum 52. Mal statt­fand und als der Höhe­punkt des aka­de­mi­schen Jah­res in der Regi­on gilt.

Von Dirk Bar­an­ek

Etwa 2.000 Gäs­te ver­gnüg­ten sich beim Ball der Natio­nen in der Lie­der­hal­le bis zum frü­hen Sonn­tag Mor­gen. Die 52. Aus­ga­be des „Höhe­punkts des aka­de­mi­schen Jah­res in der Lan­des­haupt­stadt“, wie die Lei­te­rin des städ­ti­schen Kul­tur­am­tes Susan­ne Laug­witz-Aul­bach sag­te, kann damit als vol­ler Erfolg ver­bucht wer­den. Nicht ganz unwich­tig für die Zukunft der jähr­li­chen Ver­an­stal­tung, deren Orga­ni­sa­ti­on seit zwei Jah­ren in pri­va­ter Hand liegt. Zusam­men mit dem inter­na­tio­nal täti­gen Impressa­rio Jong­kya Goei hat­te sich Anet­te Holz­warth-Mai­er auf das Aben­teu­er ein­ge­las­sen, die Tra­di­ti­on eines Balls wei­ter­zu­füh­ren, der zumin­dest in Bezug auf den Aka­de­mi­ker­an­teil kei­nen Ver­gleich scheu­en muss. Etwa die Hälf­te der Besu­cher kom­me allein aus dem uni­ver­si­tä­ren Umfeld, sag­te Holz­warth-Mai­er. Die nutz­ten die Gele­gen­heit, den fei­nen Zwirn und aus­la­den­de Cou­ture anzu­le­gen und bei Wal­zer und Cha-Cha-Cha das Tanz­bein zu schwin­gen.

Zur Ein­stim­mung gab es inter­na­tio­na­le Tanz­ein­la­gen von diver­sen Kul­tur­grup­pen auf der gro­ßen Büh­ne. Denn das Fest ist bewusst mul­ti­kul­tu­rell und fügt sich damit ein in das Bild der glo­ba­len Gelehr­ten­re­pu­blik. Die Mischung erzeugt einen ganz beson­de­ren Zau­ber, wenn nach dem fran­zö­si­schen Chan­so­nier eine Grup­pe zier­li­cher Damen tami­li­schem Tem­pel­tanz vor­füh­ren, die wie­der­um von einer Pre­mie­re abge­löst wer­den, bei der jun­ge Tän­zer klas­si­sches Bal­let modern inter­pre­tie­ren. Und wo sonst kann man einen chi­ne­si­schen Chor mit 50 Sän­gern erle­ben, die das Lied „Auf dr schwäb’sche Eisen­bahn“ schmet­tern? Natür­lich unter don­ne­ren­dem Applaus des amü­sier­ten Publi­kums.

Nicht zu ver­ges­sen die kuli­na­ri­schen Welt­rei­se, denn an rund einem Dut­zend Stän­den gab es inter­na­tio­na­le Spe­zia­li­tä­ten. Die prä­sen­tier­ten lan­des­ty­pi­sche Haus­manns­kost mit hohen Ori­gi­nal­fak­tor zwar zumeist auf Papp­tel­lern, aber das stör­te nie­man­dem. So tra­fen dort rus­si­sche Bli­nys auf indi­sche Cur­ry­rol­len auf pol­ni­sches Bigos auf korea­ni­schen Kim-Chi-Salat. Für letz­te­ren eig­net sich das Fil­der­kraut recht gut, das ein­ge­legt mit Salz, Pep­pe­ro­ni­pul­ver und Fisch­sauce eine Woche in einem extra Kühl­schrank fer­men­tiert, wie eine Dame des Ver­bands der Korea­ner in Stutt­gart berich­te­te.

Umla­gert war der Stand des Ver­eins der chi­ne­si­schen Stu­den­ten, die ihren Kom­mi­li­to­nen Ze Lin dabei hat­ten, der auf Wunsch Namen in chi­ne­si­scher Kal­li­gra­phie aufs Papier pin­sel­te. Mit hoher Kunst, denn immer­hin macht der ange­hen­de Bau­in­ge­nieur das seit sei­nem elf­ten Lebens­jahr und hat schon diver­se Prei­se gewon­nen. Aber der Ball, der durch die lan­des­ty­pi­sche Fest­klei­dung eini­ger Damen aus Korea oder Indi­en beson­ders far­ben­froh ist, gilt auch als Treff­punkt von Ehe­ma­li­gen der Uni­ver­si­tä­ten, die teil­wei­se von weit her anrei­sen, um hier alte Freun­de tref­fen.

So der Korea­ner Chul­pyo Hong, der extra aus Her­ne im Ruhr­ge­biet gekom­men war und sich begeis­tert zeig­te. „Die Men­schen sind hier alle sehr freund­lich, ganz beson­ders locker und so offen,“ sag­te er. Ähn­li­ches erzähl­te ein Apo­the­ker aus Wernau am Neckar. Vor bald 50 Jah­ren war Kam­dy Dadour an die Uni­ver­si­tät gekom­men und trifft jedes Jahr vie­le alte Freun­de auf dem Ball. Für ihn gehört die Ver­an­stal­tung ein­fach zur Lan­des­haupt­stadt: „Ohne den Ball wäre Stutt­gart nix.“

(Arti­kel für die Stutt­gar­ter Zei­tung / Lokal­teil)

Ball der Nationen 2009: Gelehrtenrepublik feiert farbenfrohen Multikultiball