Vom Pfannenschwenker zum Hoteldirektor

Das Gast­ge­wer­be hat sei­ne Absol­ven­ten der Aus­bil­dungs­be­ru­fe mit einer Fei­er­stun­de ver­ab­schie­det.

Die Berufs­aus­sich­ten für Fach­kräf­te in Hotels und Restau­rant sind und blei­ben gut. Das beton­ten Bran­chen­ver­tre­ter bei einer Fei­er­stun­de, mit der 235 Köche und Ser­vice­kräf­te aus der Regi­on nach erfolg­reich absol­vier­ter Berufs­aus­bil­dung geehrt wur­den. Für das dem­nächst begin­nen­de Lehr­jahr sind aber noch Stel­len unbe­setzt.

Mit einer Fei­er­stun­de im Hotel Möven­pick am Flug­ha­fen hat ges­tern Abend der Deut­sche Hotel- und Gast­stät­ten­ver­band (DEHOGA) der Regi­on Stutt­gart die Absol­ven­ten in den Aus­bil­dungs­be­ru­fen der Bran­che ver­ab­schie­det und die bes­ten Prüf­lin­ge geehrt. 235 Köche, Hotel­kauf­leu­te, Restau­rant­fach­kräf­te und Sys­tem­gas­tro­no­men haben in den letz­ten Mona­ten in der Regi­on ihre Prü­fun­gen erfolg­reich abge­schlos­sen und gehen nun wahr­schein­lich ohne gro­ße Zukunfts­sor­gen in das Berufs­le­ben.

Denn obwohl die Bran­che in den letz­ten Jah­ren gene­rell eher sta­gnier­te wenn nicht sogar schrumpf­te, wer­den dort Fach­kräf­te stän­dig gesucht. „Hier gibt es eigent­lich nur Voll­be­schäf­ti­gung, denn die Jobs wer­den ja nicht ins Aus­land ver­legt,“ sag­te Inge Klotz­sche, Vor­sit­zen­de der hie­si­gen DEHO­GA-Krei­ses.

Sor­gen mach­te sich auch Marie-Loui­se Bie­la nicht, die im Restau­rant Logo im Haus der Wirt­schaft den Koch­be­ruf erlernt hat. Für die 20-Jäh­ri­ge aus Mer­klin­gen war es nach der Real­schu­le völ­lig klar, dass sie auf kei­nen Fall einen Job in einem Büro ergrei­fen woll­te. Schon frü­her habe sie in der Fami­lie immer viel geba­cken und beim Kochen gehol­fen. Außer­dem ver­bin­det sie mit dem Koch­be­ruf die Mög­lich­keit, eigen­ver­ant­wort­lich und krea­tiv zu arbei­ten. Der etwas raue­re Ton, den man den Mit­ar­bei­tern zwi­schen Herd und Töp­fen all­ge­mein nach­sagt, hat sie nicht abge­schreckt, im Gegen­teil. „Ich habe vier Geschwis­ter und zuhau­se war immer was los. Von daher sind die Sprü­che bei der Arbeit eher lus­tig,“ sag­te die attrak­ti­ve jun­ge Frau, die mit Best­no­ten die drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung been­det hat. In der Zukunft möch­te sie sich wei­ter als Diatkö­chin spe­zia­li­sie­ren und viel­leicht mal auf Wan­der­schaft gehen. Ein Job auf einem Kreuz­fahrt­schiff käme ihr dabei durch­aus gele­gen.

Ganz soweit ist Adri­an Adler noch nicht. Der 17-Jäh­ri­ge war sich nach dem Abschluss der Haupt­schu­le noch nicht so ganz sicher, wel­cher der Beru­fe ihm im Gast­ge­wer­be am meis­ten liegt. Daher hat er zunächst eine zwei Jah­re dau­ern­de Aus­bil­dung als Fach­kraft im Gast­ge­wer­be gemacht. Die besteht aus einer über­grei­fen­den Grund­aus­bil­dung in allen Berei­chen, sowohl in der Küche als auch im Ser­vice. Als Lehr­be­trieb fand Adler, der in Weil im Dorf lebt, das Apart-Hotel am Auto­hof in Wan­gen. Inzwi­schen weiß er ganz sicher, wie es wei­ter­geht für ihn. Der Ser­vice hat es ihm ange­tan. „Mir macht der freund­li­che Umgang mit Men­schen total viel Spaß,“ sag­te er und will jetzt drauf­sat­teln. In den fol­gen­den zwei Jah­ren wird er des­halb eine Aus­bil­dung zum Restau­rant­fach­mann absol­vie­ren und für die fer­ne­re Zukunft kann er sich sogar vor­stel­len, ein­mal Hotel­ma­na­ger zu wer­den. Denn auch mit dem Ler­nen klappt es jetzt viel bes­ser als in der Schu­le. Mit dem gestie­ge­nen Inter­es­se und der Aus­rich­rtung auf ein kon­kre­tes Ziel hin sei ein­fach die Moti­va­ti­on viel höher und daher die Ergeb­nis­se bes­ser.

Das sol­che Berufs­we­ge im Gast­ge­wer­be durch­aus rea­lis­tisch sind, mach­te auch Jür­gen Köh­ler, Chef des gast­ge­ben­den Hotels Möven­pick, deut­lich. Er selbst habe es vom Koch zum Hotel­di­rek­tor gebracht. Als Arbeit­ge­ber wünsch­te sich Köh­ler aller­dings, dass hof­fent­lich alle Absol­ven­ten der Bran­che treu blei­ben und nicht in ande­re abwan­dern. So ganz schei­nen sich näm­lich die Auf­stiegs- und Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten in Hotels, Restau­rants und Ket­ten­gas­tro­no­mie noch nicht her­um­ge­spro­chen zu haben. Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer konn­te Ende Juli noch 200 freie Aus­bil­dungs­stel­len ver­mel­den, davon allein 60 im Koch­be­ruf. Und der hat ja durch die Dau­er­prä­senz dut­zen­der Koch­künst­ler auf allen TV-Kanä­len einen enor­men Image­wan­del erfah­ren. Heu­te gel­ten Köche nicht mehr als bemit­lei­dens­wer­te Pfan­nen­schwen­ker son­dern als all­seits gefrag­te, krea­ti­ve Spei­se­meis­ter mit glo­ba­len Kar­rie­re­chan­cen. „Ihr Metier kennt kei­ne geo­gra­fi­schen Gren­zen,“ sag­te denn auch Bernd Engel­hardt von der IHK.

[Arti­kel für den Lokal­teil der Stutt­gar­ter Zei­tung]

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