Mittendrin

Der Blogger und Softwareentwickler Luca Hammer hat in den letzten Tagen ein Projekt aus dem Boden gestampft, das die deutsche Blogosphäre mit all ihren Vernetzungen clever visualisiert. Auf der Basis Mitgliedschaft in einer Facebookgruppe werden dort vorhandene Kontakte ausgelesen und mit einer interaktive Software graphisch dargestellt. Aktuell sind dort 2.000 Blogger_innen verzeichnet.

Was einem dieses komplexe Gebilde jetzt insgesamt sagt, ist schwierig zu bewerten. Von gewissem Interesse ist natürlich, wo man selbst steht in diesem Raum, der eine Öffentlichkeit konstituiert, deren Relevanz sicher nicht ab-, sondern eher zunehmen wird. Daher hier zwei Grafiken, auf denen ich mich wiederfinde – und siehe da: ich bin offenbar mittendrin. Und obendrein auf einer relativ hohen Ebene. Erstaunlich ehrlich gesagt, damit hatte ich so nicht gerechnet. Ergebnis: ich bin doch recht gut vernetzt …

Dirk Baraneks Stellung in der deutschen Blogosphäre

Baranek in der Blogosphäre

Vernetzung von Dirk Baranek

Baranek Vernetzung

Mittendrin

Video mit iPhone aufnehmen, schneiden und verbreiten …

Das folgende Video ist ein kleines, spontanes Experiment in Richtung mobile Videotechnik: Alles, was man unten sieht, habe ich mit iPhone aufgenommen und auch darauf geschnitten.

Das kam so: Am letzten Montag hatte ich Gelegenheit, im Restaurant Goldberg in Fellbach an einer Weinprobe teilzunehmen. Das Weingut Frank J Haller aus Stuttgart-Sommerrain stellte sich vor. Wie bei solchen Präsentationen üblich, kann man mehrere Weine des jeweiligen Weingutes verkosten und mit dem Winzer persönlich sprechen. Beides haben wir ausgiebig genutzt. Da die Stimmung so locker war, fand sich Frank J Haller bereit, ein kleines Interview in das iPhone zu sprechen.

Zu dem Ergebnis folgende Anmerkungen: Ich hätte das Material, die Fotos und das Interview, auch auf den Rechner spielen können, um darauf den Endschnitt vorzunehmen. Aber ich wollte einmal die App iMovie auf dem iPhone ausprobieren, hatte ich bisher noch nicht genutzt. Das Video damit zu schneiden und auf YouTube zu exportieren, wie es hier zu sehen ist, hat etwa eineinhalb Stunden gedauert. Geht sicher noch etwas schneller, wenn man die App detailliert kennt. Die Musik ist übrigens Teil der App und kann daher mit Lizenz genutzt werden. Die Arbeit damit ist eigentlich gar nicht so frickelig, wie ich angenommen hatte, allerdings musste ich ein bisschen tricksen: Ich habe beim Interviewteil die einzelnen Takes mit der Trimmfunktion der Foto-App auf dem iPhone vorgeschnitten, in iMovie importiert und das Feintuning gemacht. Grund: Eingebaute Szenen lassen sich offenbar nachträglich nicht mehr trimmen, immer nur am Ende. Muss ich nochmal anschauen, bin mir nicht sicher, ob ein Bedienfehler meinerseits vorlag.

Fazit: Bild- und Tonqualität sind trotz erschwerter Bedingungen – maues Licht und einiges an Umgebungsgeräuschen – von ordentlicher Qualität. Das Schnittprogramm ist schon ziemlich klasse …

Video mit iPhone aufnehmen, schneiden und verbreiten …

Videos twittern mit Vine: Instagram auf Speed

Twitter hat letzte Woche verkündet, man habe einen Videodienst mit dem Namen Vine gestartet und vollständig in Twitter integriert. Vine ist eine separate App, mit der man auf dem Smartphone Kurzvideos anfertigt und veröffentlicht. Ein Vine-Videos dauert exakt sechs Sekunden und wird in einer Endlosschleife präsentiert. Fazit nach ein paar Tests: Das Format ist noch limitiert in den Möglichkeiten, hat aber meines Erachtens Potenzial.

Sechs Sekunden Bilderrausch
Wer Videos schneidet, kann sicher aus eigener Erfahrung bestätigen, wie lang eine einzelne Sekunde zuweilen sein kann. Es lässt sich überraschend viel Information in einer solchen Videosekunde unterbringen – als bewegtes Bild mit deutlichem Ton.

Technisch betrachtet besteht eine Videosekunde aus irgendwas zwischen 100 bis 200 Halbildern – in Abhängigkeit von der Bildwiederholfrequenz des Monitors. Gute Geräte liegen bei 100 Hz. Theoretisch kann man also mndenstens 50 Motive in eine Sekunde packen, wobei die dann unterhalb der Wahrnehmungsgrenze liegen. Umgerechnet auf ein Vine-Video wären das also 300 Einstellungen. Dann allerdings müsste man ein Video erstellen, indem man 300 Mal auf das Smartphone tappt, denn Vine-Videos entstehen via Fingertipp innerhalb der App.

So entsteht ein Vine-Video

  • App (aktuell nur für iOS, Android kommt) kostenlos laden.
  • Mit Twitteraccount registrieren.
  • Man kann nur Videos nutzen, die innerhalb der App angefertigt werden.
  • Kamerafunktion:
    • Quadratisches Bild
    • Berühren des Bildschirm = Bild- und Tonaufnahme startet bzw wird fortgesetzt
    • Loslassen des Bildschirms = Kamera stoppt Aufnahme
    • Man kann die Videoaufnahme so lange starten und stoppen, bis die sechs Sekunden voll sind, was durch einen grünen Fortschrittsbalken angezeigt wird.
    • Die Videoaufnahme kann nicht nachträglich bearbeitet werden. Bei einer misslungenen Sequenz löscht man die Aufnahme komplett und fertigt eine neue an.
    • Der Loop wird automatisch erstellt.
  • Veröffentlichen
    • Nach Fertigstellung wird dem Vine ein Titel verpasst und der Verbreitungskanal ausgewählt. Zur Verfügung stehen: Vine, Twitter, Facebook.
    • Auf Twitter und Facebook werden Links zu dem Video angezeigt und das Video selbst wir vorangezeigt – eine Funktion, die Twitter vor kurzem dem Dienst Instagram entzogen hat, YouTube und Vimeo jedoch noch immer gewährt.
    • Vine-Videos von Dritten, die nicht getwittert wurden, können nicht weiterverteilt werden. Man findet auch den Link nicht, weil der Dienst ausschließlich via App bedient wird. Das soll aber nachgereicht werden.
    • Innerhalb von Vine kann, wie von Instagram bekannt, geliked und kommentiert werden. Vine ist also eine Community für sich.
  • Gut funktioniert der Accountwechsel (siehe Screen rechts). Durch die tiefe Integration in Twitter werden nach Logout die vorhandenen Twitterkonten angezeigt und sind in Vine auswählbar. Initial braucht es drei, vier Tabs, um ein Profil einzurichten, danach ist das eine Sekundensache.

Letzte Woche hat Twitter bekannt gegeben, man habe Vine vollständig integriert. In einem Blogpost am gleichen Tag teilte Vine-Gründer Dom Hoffmann mit, sein Videodienst sei mit dem heutigen Tag gestartet und außerdem von Twitter aufgekauft worden. Dass Twitter in Videocontent einsteigt, vermutete TechCrunch schon im Oktober, rätselte aber noch wohin die Reise geht. Das wird jetzt klarer.

Man kann sich fragen, warum Twitter entschieden hat, die Videoanwendung innerhalb einer selbstständigen App laufen zu lassen, anstatt die Funktion in der Twitter-App selbst anzubieten. Vielleicht rechnet man sich bessere Vermarktungschancen aus …

Noch fehlen bei Vine ziemlich viele wünschenswerte Funktionen, zB. bereits gedrehte Schnispel „reinzuholen“, die Aufnahme nachträglich wie bei Instagramm zu bearbeiten usw. Ob das Format das Zeug hat zu faszinieren, muss man noch abwarten.

Twitter versucht sich jedenfalls realtiv vorsichtig dem Thema „Videobotschaft“ anzunähern. Zu Recht, denn ein Video hat eine viel größere kommunikative Kraft als ein simples Foto oder gar ein Text. Die bewegte Kombination aus Bild und Ton es nach wie vor unschlagbar auf dem Gebiet der emotionalen Sogwirkung. Apropos Ton: nicht umsonst schaltet Vine bei allen Voransichten außerhalb der App den Ton vorsichtshalber ab. Soundloops mit schrillen Umgebungsgeräuschen nerven schnell.

Video-Loop: bekannte Muster und neue Möglichkeiten

Ich war anfangs sehr skeptisch und dachte: Oh, noch eine unlustig-banale Animated-Gif-Schleuder? Ich lag meilenweit daneben, denn wir sehen auf Vine dokumentarische Bilder in schneller Abfolge. Ungefiltert, roh, so wie es die Kamera in der exakten Situation hergibt. Mit Blendennachzügen, Bewegungsunschärfen, Fokussierungen, allem drum und dran. Der Schnitt findet mit der Kamera selbst statt, unwiderruflich. Änderungen sind nicht möglich, nicht am Bild, nicht am Ton. Vorbereitete Sequenzen lassen sich nicht integrieren.

Instagram auf Speed
Die Loop-Funktion ermöglicht es, die Länge der Video-Sequenzen stark zu verkürzen. Es wird ja sowieso alles automatisch wiederholt und rasant präsentierte Informationen lassen sich vielleicht nicht bei ersten Anschauen auf Anhieb vollständig erfassen, aber locker beim zweiten, dritten, vierten Mal entziffern. Es können als Videomotive, die durch das quadratische Format an Instagram erinnern, in einer Länge von Sekundenbruchteilen präsentiert werden. Das wirkt etwas heltisch, aber wer will schon langweilen …

Vine ist einfach und radikal limitiert.

Stop-Motion reloaded
Walt Disney brachte die Trickfilmtechnik des Stop-Motion zum Durchbruch als ernsthafte Möglichkeit, Fantasiewelten jeglichen Ausmaßes als bewegtes Bild zu präsentieren. Motiv arrangieren, kurze Aufnahme, Motiv verändern, kurze Aufnahme, Motiv erneute verändern usw – das ist Stop-Motion.

Die Funktion der Vine-App lädt geradezu dazu ein, kleine Stop-Motion-Videos zu erstellen. Denn anders als die eingebaute Kamera-App, kann eine Videoaufnahme bei Vine beliebig oft unterbrochen und fortgesetzt werden. Nur wenn der Finger auf der Kamerabildfläche liegt, läuft die Kamera. Ansonsten stoppt sie. In der Zeit wird das Motiv verändert und der Stop-Motion-Effekt stellt sich ein – sechs Sekunden lang.

Stop-Motion-Vines gibt es inzwischen reichlich. Im Grunde handelt es sich um als Videoschleife gezeigte Instragram-Fotos – allerdings ohne Filter. Überzeugt mich nicht so ganz.

Schon besser finde ich Bewegung im Bild, die dann eben schnell geschnitten werden. Dass das auch schon bei großen Accounts ankommt, hier ein Beispiel des Fußballvereins AS Rome

In wie viele Frames lässt sich ein Vine-Video auflösen?

Offenbar doch einige. Wenn ich mir dieses hier anschaue: Das könnten ca. 50 Karten sein …

http://vine.co/v/bJFawjZEIZM

Hier zwei Vines von mir, die vielleicht illustrieren, was da gehen könnte

Fazit
Vine ist tief in Twitter integrierter Videodienst mit eigener App. Damit lassen sich 6-Sekunden-Videos aufnehmen, in der Kamera schneiden und veröffentlichen. Die Handhabung von Vine ist simpel, allerdings mit reduzierten Funktionen. Inhaltlich muss das Format noch aus der etwas infantilen Stop-Motion-Ecke raus …

Videos twittern mit Vine: Instagram auf Speed

Beobachtungen zu Googles Authorship

Letzte Woche hat der Restaurantführer Michelin die viel beachteten Ergebnisse der Ausgabe 2013 vorgelegt. Ich habe darüber einen Artikel im Magazin der Bewertungsplattform Restaurant-Kritik.de mit Autorennamen veröffentlicht.

Heute die Prüfung, wie dieser Artikel bei Google als Suchergebnis dargestellt wird. Suchte also nach „Michelin 2013“. Und siehe da: Platz 1. Vor den ganzen Mediengiganten wie SpOn, Süddeutsche usw.. Verblüffend außerdem: ich werde explizit als Autor des Artikels genannt und mein Name ist verlinkt auf mein Profil bei Googleplus, woher auch der abgebildete Avatar kommt. Sogar in wie viel Kreisen ich bin, ist angegeben.

Wow!

Wie hat Google diese Info jetzt zusammengebastelt, dass ich wirklich ich bin? Denn die Profile von RK und Google sind von mir nie verknüpft worden. Geht auch gar nicht, unterschiedliche Mailadressen. Zwar bietet Google selbst die Möglichkeit an, eine Art offizieller Verifikation durchzuführen, dies ist aber meines Wissens zumindest bei dieser Website nie geschehen.

Gut, ich bin als Dirk Baranek auch Administrator der G+-Seite von Restaurant-Kritik, aber das snd Informationen, die sich Google nun wirklich Intelligence-mäßig zusammenbasteln müsste. Geschieht aber offenbar.

Inzwischen habe ich die Keywords dieser Michelin-Suche nochmal analysiert, andere Suchbegriffe getestet und mich ausgeloggt. Könnte ja sein, dass Google mich bauchpinseln will. Mehr noch: selbst auf Rechnern in Hamburg bei Leuten, mit denen ich nichts zu tun habe, wurde ich als Autor genannt oder tauchte mit ähnlichen Ergebnissen auf.

Die wirklich interessante Frage, die sich nun stellt: Wurde der entsprechende Artikel auf Grund meines wie auch immer gearteten Rankings als Autor auf einen besseren Platz gehievt? Oder wäre das sowieso passiert? Das ist natürlich schwierig zu beantworten. Vielleicht so: ich habe in dem Magazin zeitweilig einen Kollegen ohne G+-Profil gehabt. Nun kann man schauen, wie seine und wie meine Artikel ähnlichen Inhalts und aus dem gleichen Zeitraum abschneiden. Ich meine feststellen zu können, dass die mir zugeordneten Artikel etwas besser gerankt werden.

Google selbst behauptet, den Author Rank zwar ständig weiter zu entwickeln, ihm aber bisher zumindest keinen Einfluss bei der Berechnung der Suchergebnisse einzuräumen. Mir eigentlich auch egal. Sieht jedenfalls klasse aus :-))

Beobachtungen zu Googles Authorship