Der korrekte Gebrauch des „ß“ nach den reformierten Regeln der deutschen Rechtschreibung

Anders als teil­wei­se ange­nom­men wird, ist das „ß“ nicht aus der deut­schen Spra­che ver­schwun­den. Mit einer Aus­nah­me: Die Schweiz hat es kom­plett abge­schafft. Für den Groß­teil des deut­schen Sprach­rau­mes wur­de der Gebrauch des „ß“ aller­dings wesent­lich ver­ein­facht. Es gibt jetzt ein­deu­ti­ge und logi­sche Regeln.

Gene­rell soll­te man sich in Erin­ne­rung rufen, dass es im Deut­schen zwei ver­schie­de­ne S-Lau­te gibt:

  • Der stimm­haf­te S-Laut wie z. B. in Vase, Besen
  • Der stimm­lo­se S-Laut wie z. B. in Klas­se, bes­ser

Im Deut­schen gilt fer­ner die all­ge­mei­ne Regel, dass nach einem lan­gen Vokal ein ein­fa­cher Kon­so­nant folgt und nach einem kur­zen Vokal ein dop­pel­ter Kon­so­nant.

  • Name mit lan­gem „a“ vor ein­fa­chem „m“
  • Klam­mer mit kur­zem „a“ vor dop­pel­tem „m“

Die­se Regel wird jetzt kon­se­quent auf die Ver­wen­dung des „ß“ und des „ss“ ange­wen­det.

Zunächst muss bestimmt wer­den, um wel­chen S-Laut es sich han­delt. Das „ß“ und das „ss“ kom­men immer dann zur Anwen­dung, wenn es sich um einen stimm­lo­sen S-Laut han­delt.

  • ss“ wird ver­wen­det, wenn der Vokal davor kurz aus­ge­spro­chen wird: müs­sen, Kuss, has­sen, las­sen
  • ß“ wird ver­wen­det, wenn der Vokal oder der Diph­tong (au, eu, ä etc.) davor lang aus­ge­spro­chen wird: Soße, Grö­ße, Süße

Faust­for­mel zum Prü­fen der kor­rek­ten Ver­wen­dung

  • Han­delt es sich um einen stimm­lo­sen S-Laut?
  • Wenn nein = immer „s“ ver­wen­den!
  • Wenn ja + Vokal davor kurz = „ss“ ver­wen­den
  • Wenn ja + Vokal davor lang = „ß“ ver­wen­den

Aus­nah­men gibt es auch…

  • Wenn der S-Laut in ande­ren Beu­gungs­for­men stimm­haft ist, wird „s“ geschrie­ben. z.b. Haus – Häu­serGlas – Glä­ser
  • Wenn dem S-Laut ein ande­rer Kon­so­nant folgt, eben­falls immer „s“ ver­wen­den: meis­tens, Res­te.
  • Wei­te­re Aus­nah­men: was, es, des, bis

dass oder daß oder das?

Die Schrei­bung daß gibt es nicht mehr. Statt­des­sen wird immer dass ver­wen­det, wenn es als Kon­junk­ti­on ver­wen­det wird: Ich glau­be, dass Sie Recht haben.

Die Schrei­bung das wird ver­wen­det, wenn es sich um einen Arti­kel oder um ein Pro­no­men han­delt. Ich glau­be, das Auto ist preis­wert.

Die häu­figs­ten Feh­ler, hier rich­tig geschrie­ben …

  • Stra­ße, Stra­ßen
  • groß, grö­ßer, Grö­ße
  • Fluss, flüs­sig
  • Fuß­ball
  • muss, müs­sen
  • Müßig­gang
  • Wis­sen
  • pres­sen
  • Näs­se, nass
  • Schluss
  • Kuss, küs­sen
  • Ter­ras­se
  • Mas­se (im Unter­schied zu „die Maße des Werk­stücks“!)
  • Kon­gress
  • Russ­land, Ruß (im Kamin)
  • drau­ßen

Was mache ich, wenn ich kein „ß“ in mei­ner ver­wen­de­ten PC-Schrift habe?

Dann müs­sen Sie immer „ss“ ver­wen­den.

Was mache ich, wenn ich das „ß“ in Groß­buch­sta­ben schrei­be?

Dann müs­sen Sie immer „SS“ ver­wen­den.

Hin­weis: Die­se Regeln haben sich auch nach den Refor­men der Reform in 2006 und 2007 nicht geän­dert.

Der korrekte Gebrauch des „ß“ nach den reformierten Regeln der deutschen Rechtschreibung

3 Gedanken zu „Der korrekte Gebrauch des „ß“ nach den reformierten Regeln der deutschen Rechtschreibung

  1. Bes­ten Dank für die­se Recht­schreib­auf­fri­schung. Ich muss zuge­ben, dass ich mich oft gewun­dert habe, war­um jetzt „ss“ bzw. „ß“ fäl­lig war, nun wird das aber klar und deut­lich. :-)

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