Twitter in Stuttgart (VIII): Sympatexter

Für einen Artikel im Stuttgarter Stadtmagazin LIFT habe ich ein paar der bekanntesten Twitternutzer aus der schwäbischen Metropole kurzinterviewt – per E-Mail. Da die Antworten so ausführlich waren und natürlich in dem Artikel zu wenig Platz, gibts die Interviews nach und nach eben online. Der Artikel wird Ende Januar erscheinen, die etwa ein Dutzend Twinterviews gibts nun täglich.

Heute gibt’s die Antworten von Sympatexter, die über jahrelange Lebenserfahrung beim professionellen Verfassen von Texten verfügt und diese ständig erweitert.

 

Seit wann twitterst du und wie bist du darauf gekommen?

Ich twittere seit dem 25. Oktober 2007. Ein guter Freund (hmans) hat mir ständig davon vorgeschwärmt. Am Anfang fand ich Twitter total doof. Ich verstand einfach nicht, wozu das gut sein soll. Ich hatte damals die gleichen Vorurteile, denen ich heute begegne, wenn ich von Twitter schwärme. Hendrik hat aber nicht locker gelassen und mir gesagt, ich solle einfach mal einen Account anlegen. Dann habe ich es einfach mal probiert. Bei den ersten 10 Tweets habe ich immer noch nicht kapiert, wie und was Twitter ist und habe nur ca. einen Tweet pro 72 Stunden geschrieben – was ja nicht Sinn der Sache ist. Aber spätestens seit dem 11. Tweet weiß ich, wie der Failwhale läuft.

 

Wer braucht generell Twitter und wer nicht?

Generell braucht Twitter wohl niemand. Aber wie es mit den schönen Dingen des Leben so ist, braucht niemand wirklich etwas, das über die Grundbedürfnisse hinausgeht – aber schön ist es dennoch. Wer Twitter mehr braucht oder nutzt als andere, sind wohl Leute, die in den Bereichen Marketing, Verkauf, Werbung, PR, Verlag, Web2.0 und Design arbeiten. Bei Twitter kann man, wenn man talentiert und fleissig genug ist, sich und sein Unternehmen gut darstellen. Ansonsten wird Twitter aus verschiedenen Motivationen heraus gebraucht: Als Sammelstelle für interessante Links, als Auffangbecken für Geistesblitze (ich), für die direkte Kommunikation mit anderen (das sind dann die, die Twitter mit einem Chat verwechseln und fast nur @-Replies schreiben und mich furchtbar nerven) und für das Pushen von eigenen Blogbeiträgen (die nerven mich auch furchtbar).

Nicht brauchen tun Twitter Leute wie meine Eltern. Aber die brauchen generell das Web 2.0 an sich nicht.

 

Was twitterst du? Was auf keinen Fall?

Ich twittere lustige Wortspiele, Versprecher und Beobachtungen des Alltags. Ich versuche, meine Leser mit kurzweiligen Texten zu unterhalten. Aber ich bin kein totaler Altruist, sondern nutze Twitter vor allem dazu, meinen eigenen Schreibstil zu verfeinern. Twitter ist eine sehr gute Übung für alle, die beruflich schreiben müssen. Denn die meisten schreiben zu viel und zu langweilig.

Ich twittere auf gar keinen Fall Dinge, die zu privat sind, also z.B. über Beziehungen. Ich nenne keine Klarnamen. Ich twittere fast nie, wo ich bin, außer mal von einer großen Veranstaltung mit vielen Menschen, z.B. Barcamp Stuttgart (manchmal sehe ich Leute, die regelmäßig per BrightKite twittern, wo sie gerade sind. Das sehe ich eher kritisch). Ich twittere keine Hard Facts über meinen Beruf, über negative Gefühlslagen und über alles, das mir in irgendeiner Weise negativ ausgelegt werden und mich kompromittieren könnte. Ich trage keine Fehden in Twitter aus und twittere keine Seitenhiebe, selbst wenn sie nur Insider verstehen.

 

Was liest du am liebsten? Und was eher nicht?

Mich langweilen Antwortorgien, denen man sowieso nicht folgen kann, weil die Leute es nicht verstehen, wie man auf einzelne Beiträge so antworten kann, dass sie jeder nachverfolgen kann. Nicht lesen bzw. anklicken tue ich Beiträge, die ganz offensichtlich SEO in eigener Sache sind. Wenn Leute nur über Belanglosigkeiten schreiben, ist das vollkommen in Ordnung, solange sie es mit einen Schuss Witz und/oder Charme tun. Leider twittern viele ihre Belanglosigkeiten derart langweilig, dass ich ihnen nicht guten Gewissens folgen kann. Das würde mir ja wertvolle Lebenszeit kosten.

 

Hast du schon andere Stuttgarter über Twitter kennengelernt? Manche behaupten ja, es sei ein „Networkingtool“…

Ja. Dich. Zum Beispiel. Meistens geht es jedoch andersherum: Ich lerne Leute kennen, dann stellen wir fest, dass wir beide twittern und dann folgen wir uns gegenseitig.

 

Twitter in Stuttgart (VIII): Sympatexter

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