Twitter in Stuttgart (III): zellmi

Für einen Artikel im Stuttgarter Stadtmagazin LIFT habe ich ein paar der bekanntesten Twitternutzer aus der schwäbischen Metropole kurzinterviewt – per E-Mail. Da die Antworten so ausführlich waren und natürlich in dem Artikel zu wenig Platz, gibts die Interviews nach und nach eben online. Der Artikel wird Ende Januar erscheinen, die etwa ein Dutzend Twinterviews gibts nun täglich.

Im Gespräch heute Mattias Zellmer, der als Informationsarchitekt das bessere Internet in der Webagentur Seitenblick entwirft und unter dem Namen zellmi twittert.

Seit wann twitterst du und wie bist du darauf gekommen?

Angemeldet bin ich bei Twitter seit dem 19.10.2007. Wirklich angefangen zu twittern habe ich im Februar diesen Jahres, nachdem ich im Rahmen eines Messebesuchs auf der pl0gbar Rhein-Main war. Dort habe ich einige Leute kennengelernt, die begeisterte Twitterer sind und mit denen mir das Twittern dann auch angefangen hat, Spaß zu machen.

 

Wer braucht generell Twitter und wer nicht?

Viele findige Menschen versuchen ja Angebote zu generieren, die das reale Leben im Web wiederspiegeln. Das fängt bei Erotik-Angeboten an, geht über virtuellen Geschäfte, bis hin zur 3D-Welt Second Life. Mit Twitter ist es deren Machern gelungen, einen funktionierenden virtuellen Treffpunkt zu schaffen. Und das wohl eher zufällig. Also brauchen jene Menschen Twitter, die daran interesssiert sind, ihr Netzwerk zu erweitern. Sinnlos ist Twitter für jene Menschen, die dabei vergegessen haben, dass man auch in seinem eigenen Netzwerk ein aktiver Knotenpunkt sein muss.

 

Was twitterst du? Was auf keinen Fall? 

Ich stelle mich schon gerne in einem guten Licht dar. Was ich allerdings für ein „gutes Licht“ halte, dürfte viele Leute eher irritieren. Ich finde es zum Beispiel gut, wenn ich als authentisch wahrgenommen werde. Mit allen meinen kleinen Spleens und Fehlern. Somit twittere ich alles, was ich jemandem auch in einem persönlichen Gespräch erzählen würde. Da ich mein Herz auf der Zunge trage, ist das fast alles. Ich versuche dabei aber die Persönlichkeitsrechte meiner Mitmenschen nicht zu verletzen. Ich stelle via Twitter aber auch ganz viele Fragen. Wenn man eine gewisse kritische Masse an Followern erreicht hat, bekommt man fast immer sehr schnell eine qualitfizierte Antwort. Einmal hab ich sogar einer Kollegin ein gebrauchtes Fahrrad über Twitter besorgt. Sie hat es schlussendlich sogar geschenkt bekommen.

 

Was liest du am liebsten? Und was eher nicht? 

Ich lese alles gerne, auch wenn ich mich nicht über alles freue. Aber besonders gerne bekomme ich einen Einblick in das Leben und den Alltag anderer Leute. So lese ich zum Beispiel gerne, was @writingwoman über ihr Autorinnen-Dasein schreibt. Auch bekommt man über Twitter immer wieder gute Surf- oder Büchertipps. Nicht gerne lese ich selbstinhaltloses Markteting-Gebrabbel.

 

Hast du schon andere Stuttgarter über Twitter kennengelernt? Manche behaupten ja, es sei ein „Networkingtool“…

Das ich Twitter auch für ein Networkingtool halte, habe ich ja schon deutlich gemacht. Das persönliche Twitter-Netzwerk ist unglaublich flexibel. Das muss nicht immer positiv gemeint sein. Man kann ja auch „entfollowt“ werden. Und ja, ich habe schon Stuttgarter über Twitter kennengelernt – ein kleiner Nebeneffekt. Aber viel wichtiger ist für mich, dass ich, wenn ich jemanden persönlich treffe, den oder die ich von Twitter kenne, es immer einen Einstiegspunkt in ein gutes Gespräch gibt. Twitterer persönlich treffen ist (fast) nie langweilig.

 

 

Twitter in Stuttgart (III): zellmi

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