Eine Stadt ohne Kinder ist furchtbar

Eine Podiumsdiskussion im JES konstatiert Handlungsbedarf bei der Familienfreundlichkeit in der Stadt

Der demographische Wandel ist in vollem Gange. Wie dieser gestaltet und beeinflusst werden kann, darüber diskutierten lokale Experten im Jungen Ensemble Stuttgart. Fazit des Abends: es ist viel geschehen in Richtung kinderfreundliches Stuttgart, aber noch lange nicht genug.

Wie ist es um die Kinderfreundlichkeit in Stuttgart bestellt? Warum entscheiden sich immer mehr Menschen gegen das Kinderkriegen? Hängt das eine vielleicht mit dem anderen zusammen? Das waren die Fragen, auf die eine Veranstaltung im Jungen Ensemble Stuttgart (JES) am Mittwoch Abend Antworten geben wollte. Die Podiumsdiskussion fand im Rahmen der aktuellen Spielzeit des JES statt, die unter dem Thema „Älter werden  – oder wie die Zeit vergeht“ steht.

Neben Aufführungen von passenden Stücken wurde dieses Thema durch insgesamt vier Abende vertieft, bei denen Experten und lokale Macher verschiedene Aspekte des demographischen Wandels vertieften. Das Thema beschäftigt zurzeit viele Menschen, was sich auch am Interesse für die Reihe zeigt. Der Dramaturg Christian Schönfelder, der die Reihe für das JES konzipierte, zeigte sich über den Publikumszuspruch in den zurückliegenden Wochen sehr zufrieden. „Das besondere Format hat offensichtlich funktioniert,“ sagte er.

Die Diskussionsabende wurden nämlich jeweils mit einem szenischen Vorspiel der Global Player eingeleitet, einer im JES beheimateten Amateurtruppe aus Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren. Die legten auch am Mittwoch eine ironisch-provokante Gesprächsbasis, als sie das Publikum 100 Jahre in die Zukunft versetzten. In ihrem imaginären Kidsworld konnte man Kinder nach Maß oder von der Stange kaufen inklusive Umtauschrecht. „Kinder in der besten Qualität“ wurden angepriesen, ohne Geburtsschmerzen in bereits pflegeleichtem Zustand erhältlich. Da blieb so manchem Zuschauer das Lachen etwas im Halse stecken, was sich dann in der folgenden, angeregten Diskussion Bahn brach.

Moderiert von der SWR-Journalistin Silke Arning trugen zunächst Stephanie Mair-Huydts vom Kuratorium Kinderfreundliches Stuttgart, Carola Haegele vom Generationenhaus Heslach und Achim Wörner, Ressortleiter Lokales bei der Stuttgarter Zeitung, ihre Thesen zur aktuellen Situation der jungen Generation in der Stadt vor. Alle konstatierten, dass mit der Initiative von Oberbürgermeister Schuster zwar schon viel geschehen, aber man noch lange nicht am Ziel sei. „Es bleibt noch viel zu tun,“ sagte Stephanie Mair-Huydts und Achim Wörner konstatierte Beharrungskräfte: „Das Thema Kinderfreundlichkeit ist ein zähes Geschäft.“ Zwar habe die Stadt auf einigen Feldern inzwischen bundesweit Vorbildcharakter, aber vor allem im alltäglichen Zusammenleben von Alt und Jung bleibe Handlungsbedarf. „Wir müssen Strukturen schaffen, um Missverständnisse und Sprachlosigkeit zu überwinden,“ sagte Carola Haegele. Nur so könne ein gesellschaftliches Klima hergestellt werden, in dem Kinder willkommen seien.

Neben den vom Staat herzustellenden Rahmenbedingungen sei dieses Klima essentiell für eine positive Entscheidung zum Kinderkriegen. Hier seien auch die Unternehmen gefragt, die eigene Kinderkrippen anbieten und junge Eltern durch flexible Arbeitsbedingungen unterstützen müssten. „Man kann nicht alles auf den Staat abschieben,“ sagte Achim Wörner. Nur wenn alle das ihre dazu beitragen, könne das gesellschaftliche Umfeld verbessert werden, um eine familienfreundliche Stadt zu schaffen. Die sei absolut erforderlich. Denn Kinder sind nach wie vor das Salz in der Suppe des Lebens, nicht nur aus rationalen Gründen sondern ebenso aus emotionalen. „Eine Stadt ohne Kinder ist doch furchtbar,“ betonte Frau Mair-Huydts. Die im Publikum anwesenden Jugendlichen machten in ihren Diskussionsbeiträgen dann deutlich, dass die aktuelle Situation noch nicht dazu angetan ist, dieses Horrorszenario als Illusion abzutun. Es gäbe viel zu wenige, nicht kommerzialisierte oder durchgeplante Freiräume für Jugendliche in der Stadt, monierten sie.  

[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]

Eine Stadt ohne Kinder ist furchtbar

20 Jahre mit Herz und Verstand

Der Förderverin MuK beging sein Jubiläum mit einem Festakt im Alten Schauspielhaus.

Vor 20 Jahren nahm der privaten Förderverein „MuK: Wir bauen ein Haus – Hilfen für Mütter und Kinder“ seine Arbeit auf. Inzwischen können in 24 Wohnungen schwangere Frauen in Notsituationen unterkommen und werden dort betreut. Die Politik zeigte sich bei der Jubiläumsfeier begeistert.

Mit einem bunten Programm aus Festreden und theatralisch-musikalischen Darbietungen wurde am Sonntag Nachmittag das 20-jährige Jubiläum des Fördervereins „MuK: Wir bauen ein Haus – Hilfen für Mütter und Kinder“ im Alten Schauspielhaus gefeiert. Neben Bürgermeister Michael Föll würdigte auch Ministerpräsident Günther Oettinger die Verdienste des aus einer privaten Initiative entstandenen Projektes, das mit drei Wohnhäusern in Hofen, Plieningen und Vahingen sowie einem Café schwangeren Frauen in Notsituationen unter die Arme greift. Über 100 Frauen und deren Kinder konnten davon inzwischen profitieren und wurden mit einem betreuten Wohnungsangebot versorgt. „Sie schließen damit eine Lücke im sozialen System,“ sagte der Ministerpräsident und hob den couragierten Einsatz der Gründerin und Vorsitzenden Ingrid Ritter hervor. Denn Häuserbauen sei schließlich ja nicht gerade eine besonders preisgünstige Idee. Inzwischen habe sich der Verein aber zu einem strategischen Partner für die fachliche Erprobung von neuen Konzepten entwickelt. Deshalb werde das Projekt jetzt auch von der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg unterstützt.

Mit dieser Förderung konnte die Anfang des Monats in Sillenbuch eröffnete Familienbegegnungsstätte „Café MuK“ finanziert werden, die der Verein zusammen mit dem Jugendamt der Stadt trägt. Bürgermeister Michael Föll hielt die private Hilfsorganisation sogar für „unverzichtbar“, denn sie ergänze das städtische Hilfsangebot. Vorbildlich ist für Föll auch den Umstand, dass der Verein nicht ständig nach städtischen Geldern frage, sondern „energisch und dynamisch“ selbst erst einmal versuche, seine Ziele zu erreichen. Wobei er es nicht unerwähnt lassen konnte, dass ihm als Finanzbürgermeister diese Frage besonders am Herzen liege. Diese Anspielung lag aber eher im heiteren Bereich und passte daher ganz gut zu der vergnüglichen Grundstimmung, an der die Vorsitzende Ritter und der kleine Potpourri an Theaterszenen und musikalischen Darbietungen auf der Bühne des Alten Schauspielhauses einen gehörigen Anteil hatten. Vor allem die Schauspielerin Mirjam Barthel mit ihrem aus vom Publikum zugerufenen Begriffen improvisierten Geburtstagssong begeisterte die etwa 100 Gäste. „Bei MuK gibts nicht nur Saft aus Apfelsinen, sondern auch richtige Waschmaschinen,“ schmetterte sie und meisterte das ernste Thema mit amüsanter Herzlichkeit. Herz und Verstand kamen zusammen und die, so stellte der Ministerpräsident in seiner Ansprache fest, sind der wichtigste Rohstoff in dem an Bodenschätzen darbenden aber trotzdem so wohlhabenden Bundesland. 

[Artikel für den Lokalteil der Stuttgarter Zeitung]

20 Jahre mit Herz und Verstand

Die Pflege wird individueller

Auf dem Gesundheitstag des Sozialverbandes VdK haben am Samstag 750 Teilnehmer über die Zukunft der Pflege von chronisch Kranken und älterer Menschen diskutiert. In Vorträgen und Diskussionen wurde klar: Die Versorgung wird in Zukunft individueller auf den Einzelfall ausgerichtet.

Die Situation der Pflege und der Versorgung von chronisch Kranken und älteren Menschen stand im Mittelpunkt eines Gesundheitstags, den der Sozialverband VdK am Samstag in der Liederhalle veranstaltete. In den Vorträgen und Diskussionen wurde klar, dass dieses Thema vor allem angesichts der demographischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts verstärkt in den Mittelpunkt sozialpolitischer Planungen rückt. Schon jetzt, so Markus Saur, der Landesgeschäftsführer der DAK in Baden-Württemberg, machen die Kosten für Pflegedienstleistungen rund ein Zehntel des Etats der Krankenkasse aus, mit stark steigender Tendenz. Durch die Anwendung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes sei es aber möglich, vorhandene Einsparpotenziale zu nutzen. Vor allem bei der Effizienz hapere es, sagte Saur. Die DAK wolle durch technische Innovationen, verstärkte Kundenorientierung und Verbesserung der Qualitität gegensteuern. Probleme ergäben sich vor allem aus der Trennung der verschiedenen Sektoren des Gesundheitswesens. „Wir brauchen eine Öffnung der strukturellen Verkrustung bei ambulanter Hilfe, stationärer Pflege und Rehabilitation,“ sagte er. Die Möglichkeiten des Vertragsrechts sowie moderner Informationstechnologien müssten ausgeschöpft werden.

Viel Potenzial scheint also im Management der konkreten Fälle zu liegen, was auch ein Ansatz bei der aktuellen Reform der Pflegeversicherung ist. Darüber berichtete Christian Berringer, Referatsleiter im Bundesministerium für Gesundheit in Berlin. Das wahrscheinlich ab Mitte 2008 wirksame Gesetz sieht unter anderem die flächendeckende Einführung von Pflegestützpunkten vor. In den von den Versicherungsträgern zu schaffenden Einrichtungen haben die Betroffenen dann Anspruch auf individuelle Beratung, um eine optimal auf den Einzelfall zugeschnittene Pflege zu ermöglichen. Zwar gäbe es hier und da bereits solche Angebote, allerdings wolle der Gesetzgeber bundesweit einheitliche Bedingungen schaffen. Beim Aufbau dieser Beratungsstellen würden die lokalen Gegebenheiten einbezogen. Berringer kündigte auch eine Anhebung der Leistungen für schwer Demenzkranke an. Bis zu 2.400 Euro zusätzlich im Jahr sei für die besonders aufwändige Pflege dieser Menschen vorgesehen.

Diskussionsbedarf sah das meist ältere Publikum vor allem in der Definition des Begriffs „erheblich“ bei der Einstufung der Pflegebedürftigkeit. Berringer versprach eine „klare Regelung“, die wenig Spielraum für Interpretationen lassen werde. Auch zu dem umstrittenen „Minutenregelung“, der Fixierung des zeitlichen Aufwandes bei der Durchführung der Pflege, kamen Fragen. Skandalös sei die bisherige Praxis, sagte eine Teilnehmerin. Hier spielte Berringer den Ball ins Feld der Pflegekassen. Die hätten das eingeführt, im Gesetz sei davon an keiner Stelle die Rede.

[Der Artikel ist am 5. November 2007 in der STUTTGARTER ZEITUNG erschienen]

Die Pflege wird individueller

Gelebtes soziales Engagement

Heute findet eine Distriktkonferenz des Wohltätigkeitsklubs Inner Wheel statt. 160 Frauen aus Süddeutschland werden erwartet.

Bürgerschaftliches Engagement und das Sammeln von Spendengeldern steht im Mittelpunkt der Tätigkeit der Organisation Inner Wheel. Mitgliederinnen aus ganz Süddeutschland kommen heute zu einer Distriktkonferenz zusammen.

Der Wohltätigkeitsklub Inner Wheel führt heute eine Distriktkonferenz im Hotel am Schlossgarten durch. 160 Damen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland werden als Teilnehmerinnen erwartet. Sozialbürgermeisterin Müller-Trimbusch wird sie persönlich begrüßen. Neben Organisationsfragen steht auch ein Stadtrundgang auf den Spuren berühmter Stuttgarter Frauen steht auf dem Programm. Dabei werden die Geschichten der für Frauenrechte streitenden Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt stehen, zum Beispiel von Clara Zetkin.

Ganz so radikal wie die Sozialistin verstehen die Inner Wheelerinnen, wie sie sich selber nennen, allerdings ihr Aktivitäten nicht.Ihr Themea ist das bürgerschaftliche Engagement, in diesen Tagen ein Begriff, der oft genannt wird, um gesellschaftlich nützliche Tätigkeiten auf freiwilliger Basis zu beschreiben. Wie so etwas im Alltag gelebt werden kann, zeigen die Aktivistinnen bereits seit vielen Jahrzehnten. Denn unter dem englischen Namen, der etwa „inneres Rad“ bedeutet, firmiert ein weltweit aktive Organisation, die es seit 1924 gibt und der allein in Deutschland fast 8.000 Frauen angehören.

Dass die Organisation, die in Stuttgart seit 22 Jahren besteht und hier etwa 50 Mitglieder hat, nur der weibliche Teil der Welt angehört, erklärt sich aus der Nähe zu den Rotariern. Dieser sozialen Zielen und innerer Solidarität verpflichte Klub nahm bis 1989 nur Männer auf. Da aber die Ehefrauen von Mitgliedern und deren Töchter sich ebenfalls sozial engagieren wollten, kam es zur Gründung von Inner Wheel. Die straff strukturierte Organisation war zu Beginn auf „rotarisch gebundene Frauen“ beschränkt, wie Heide Dannenmann sagt, Präsidentin von Inner Wheel Stuttgart, aber inzwischen öffne man sich mehr und mehr. Von neuen Mitgliederinnen erwarte man allerdings aktives Engagement.

Das ist auch nötig, um die vielen Aktionen in die Tat umzusetzen, die der Klub angeht. So wir mit meist kulturellen Benefizveranstaltungen und einem Stand auf dem Niklasmarkt in Bad Cannstatt Geld gesammelt, das an verschiedene soziale Projekte hier vor Ort aber auch international gespendet wird. Rund 15.000 Euro können jedes Jahr verteilt werden. Meist über mehrere Jahre hinweg werden konkrete Projekte unterstützt, die sich größtenteils um in Not geratenen Frauen oder Kinder kümmern. In Stuttgart waren dies in der Vergangenheit das Jugendhaus Inzel in Cannstatt, die Olgakrippe in Heslach oder auch die Franziskusstube in der Paulinenstraße. Das Sammeln von Spendengeldern ist aber nur ein Teil der Aktivitäten von Inner Wheel.

„Wir wollen eben viel mehr als nur Schecks ausstellen,“ sagt Heide Dannenmann. Tätiges Ehrenamt bedeute, sich wirklich persönlich in Projekte einzubringen, direkt bei Menschen in Not zu sein. Deshalb wird im Altenheim musiziert, regelmäßig mit Kindern aus sozial benachteiligten Familien ins Theater gegangen und Hausaufgaben betreut. Dabei kann der Klub auf die vielfältigen Kompetenzen der Mitgliederinnen zurückgreifen, zumeist Frauen mit hervorragender Ausbildung und langjährigen Erfahrungen in anspruchsvollen Berufen. Manchmal stoßen aber auch solche Aktivitäten auf kleine Widerstände, wenn das Ordnungsamt mal wieder den Weihnachtsstand, auf dem die Inner Wheelerinnen auch Verzehrbares wie selbst gemachte Marmelade oder original finnischen Glühwein anbieten, peinlich genau kontrolliert. Heide Dannemann sieht das gelassen. Davon werden sich die engagierten Damen nicht aus dem Konzept bringen lassen.

[Der Artikel ist am 14. Oktober 2007 in der STUTTGARTER ZEITUNG erschienen]

Gelebtes soziales Engagement

Weihnachtsmann & Co übergibt Spendenschecks

40.000 Euro, die bei einer Benefiz-Gourmet-Gala gespendet wurden, gingen an drei sozial tätige Initiativen

Im Maritim überreichte gestern der Verein Weihnachtsmann & Co Schecks an drei Initiativen, die sozial bedrängten Kindern helfen. Das Geld war auf einer Benefiz-Gourmet-Gala gesammelt worden.

Drei im besten Doppelsinn des Wortes große Schecks wechselten gestern Mittag in der Reithalle des Hotels Maritim ihren Besitzer. Zum einen hatten die von Thomas Zell, dem Vorsitzenden des Vereins Weihnachtsmann & Co, überreichten Schecks fast Plakatgröße. Zum anderen waren in die symbolischen Formulare fünfstelligen Geldsummen eingetragen. Insgesamt wurden 40.000 Euro an drei Initiativen verteilt. Das Geld war vom Verein, der auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt den beliebten Prominenten-Stand betreibt, anlässlich einer Benefiz-Gourmet-Gala im Maritim bei den 300 anwesenden Gästen gesammelt worden. Diese hatten sich an Köstlichkeiten von Stuttgarter Sterneköchen wie Martin Öxle, Franz Feckl oder Laurent Durst erfreut und ihre Geldbörsen weit geöffnet.

Diese Veranstaltung verbucht der Verein als Erfolg und konnte daher drei Initiativen auswählen, die sich vor allem um Kinder kümmern. Je 15.000 Euro erhielten das Kinderschutz-Zentrum und die Aktion Mahlzeit, die sich um das wachsende Problem von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen bemüht. 10.000 Euro fließen in ein Projekt des Schauspielhauses, bei dem in sozial problematischen Brennpunktschulen längerfristige Theaterprojekte durchgeführt werden. Mit dem Geld wird die Stelle für einen Theaterpädagogen mitfinanziert, der mit den Schülern Aufführungen erarbeitet.

Auch bei den anderen Initiativen gehen die Spenden in den Unterhalt von Mitarbeitern, allerdings zweckgebunden. „Wir werden das Geld für ein therapeutisches Angebot verwenden, das sich an Kinder richtet, die Zeuge oder Opfer häuslicher Gewalt geworden sind,“ sagt Kristin Kreimer-Philippi, Geschäftsführerin des Kinderschutz-Zentrums in der Pfarrstraße. Gerade für solche Kinder sei es sehr wichtig, dass ihnen endlich mal jemand zuhört und zwar nur ihnen. Über den Erfolg der Gala freut sich auch Andreas Schwend, Geschäftsführer der Internetagentur dmc. Diese hatte die Veranstaltung operativ und mit Spenden unterstützt. Für ihn ist als Unternehmer soziales Engagement selbstverständlich. Allerdings unterstützt man lieber Projekte vor Ort, als es mit einer Spendenzahlung an weltweit tätige jedoch anonymen Organisationen bewenden zu lassen.

Die gelungene Veranstaltung spornt den Verein Weihnachtsmann & Co weiter an, neben dem Weihnachtsstand weitere Sammelaktionen zu organisieren, wie Thomas Zell berichten konnte. Im Frühjahr wird es eine Versteigerung geben, deren Erlös komplett dem Vereinszweck zugute kommt. Seine Gebote wird man für die originalen Karikaturen abgeben können, die bei der Stadt anlässlich eines Wettbewerbs zum Thema Automobil eingereicht wurden. Als Auktionator ist eine prominente Persönlichkeit vorgesehen, dessen Name aber noch geheim gehalten werden muss. „Derjenige weiß noch nichts von seinem Glück. Wäre nicht so gut, wenn er das aus der Zeitung erfährt,“ sagte Zell mit einem Lächeln.

[Der Artikel ist am 28. September 2007 in der STUTTGARTER ZEITUNG erschienen]

Weihnachtsmann & Co übergibt Spendenschecks